Grüße von der Pannen-Else

Keine Ahnung, wie ich das immer schaffe, aber bei mir sieht alles Neugekaufte nach zwei Wochen aus wie Vintage (das klingt besser als "ruiniert"). Nach außen rechtfertige ich das immer "Das sind eben Gebrauchs- und keine Sonntagsgegenstände", aber in Wirklichkeit treibt es mir die Tränen in die Augen. Drei Beispiele aus 2010:
1. Ich schrappe mit der Prada-Nietentasche an einer Häuserwand lang. Das sieht dann hinterher so aus:
2. Ich bleibe mit dem LV-Leo-Schal am Reißverschluss besagter Tasche hängen. Schal hat jetzt ein 5 cm großes Loch, weil ich ihn rausgerissen hab (diese Art Löcher in Kaschmir-Schals hat bei mir übrigens schon Tradition).
3. Achtung, jetzt kommt mein Favorit: Mein Bruder hat mir zu Weihnachten L'Eau Ambrée von Prada geschenkt (nebenbei: kann ich nur empfehlen, ein toller Duft für jeden Tag), in dem besonders hübschen Zerstäuber-Flakon. Den hab ich wohl nicht richtig zugedreht, so dass sich 75 von 80 ml Parfum gerade in meine Reisetasche ergossen haben (die riecht jetzt dafür super die nächsten zehn Jahre lang).
Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, und mittlerweile habe ich im Freundeskreis auch schon den entsprechenden Ruf der Designerteil-Vernichterin und fange mir mitleidige Blicke ein oder Kommentare wie "Och, sieht man gar nicht, dass das teuer war." Nee, klar, soll man auch nicht sehen, ich ziehe die Taschen immer extra ein Mal durch die Hecke, damit ich meiner Mutter vorlügen kann, das Ding wäre schon uralt...
Der Sinn und Zweck dieses Posts? Ich wollte nur mal wissen, ob es anderen auch so geht. Danke für viel Mitgefühl im voraus.
P.S. Ich bin auch sensationell gut im Verkratzen von Uhrengehäusen und Metall-Schmuck aller Art.
Foto: Milanoffice/Modepilot
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Kommentare

  • Laura sagt:

    Also genau dieses Problem kenn ich zu gut. Mir passiert es grundsätzlich, dass ich mit meinen neuen Schuhen so aus der Haustür gehe, dass sie mir vorne zerkratzen. Immer wieder. Und über Tücher will ich gar nicht erst sprechen.
    Also bist du nicht die einzige der so etwas regelmäßig passiert. Und deswegen also mein vollstes Mitgefühl.
  • nele sagt:

    Oh Gott die schöne Tasche !!! Gibts es in Italien eigentlich noch die Todesstrafe ???
  • milanoffice sagt:

    nele, seit diesem jahr abgeschafft....
    und danke, laura. von schuhen will ich hier gar nicht erst anfangen...
  • Aleks Sommer sagt:

    Oh je, du arme...auch mir kommt das alles nur zu bekannt vor =)

    Neue Schuhe, die an der Spitze gespalten werden, der neue Kashmirpulli, der ein folgenschweres Attentat des Eddings erleidet!!!

    Wie nur kann man sich davor schützen?


  • milanoffice sagt:

    aleks - super: die kombi edding mit kaschmirpulli!!!

    sind wir am ende zu schusselig? oder verkannte schlampen? ich bin ratlos


  • Mauri sagt:

    oh gott milan, ich hab das problem dass ich bei oberteilen, sei es ein hemd oder ein cardigan oder auch ein shirt immer mit dem ärmel an der türklinke hängen bleibe.

    dann lauf ich immer und werde drastisch zurückgezogen.

    schlimm !


  • milanoffice sagt:

    hahaha, kenn ich auch! wie bungee-jumping in der horizontale!!
  • Devon sagt:

    Das passiert mir immer mit neuen Schuhen!!! Beim ersten Tragen direkt irgendwas mach ich kaputt: Absatz, Leder (aber nur vorne bitte!!!).

    Bist also nicht allein...


  • sagt:

    naja bei dir ist es nur des loch im schal... meiner ist grad zum zweiten mal "verschwunden"
  • Kat sagt:

    du hast mein vollstes mitleid, ich kenne das nur zu gut!

    ich habe mir im sommer das wunderbare benetint fläschchen von benefit gekauft, den deckel überdreht so dass man ihn nicht mehr richtig draufschrauben konnte und BUMMM! fällt es um und gefühlte 3/4 des inhalts fließt über meinen boden... ich merke gerade, dass ich mich noch immer nicht davon erholt habe... 😉


  • jen sagt:

    Oh mein Mitgefühl hast du! Aber den Leo Schal mit Gewalt aus dem Reissverschluss zu ziehen ist nicht schusselig, sondern ein bisschen dumm, oder? 🙂

    Grundsätzlich vertrete ich ja die Meinung, diese Dinge sind Gebrauchsgegenstände, egal, was sie gekostet haben. Trotzdem zeigt zumindest meine Erfahrung, was wirklich gute Qualität hat: Meine Marc Jacobs Tasche habe ich quer um die Welt geschleppt, über Strände gezerrt und im Schnee und Matsch abgestellt. Sieht immernoch aus wie neu. Meine 2.55 dagegen, die ich hege und pflege, der reisste kürzlich das Kettchen. War ja auch nur 4 Mal so teuer. Oh well.


  • Fräulein Schlau-Schlau sagt:

    welcome to the club! ich bin auch so "clumsy"... bleibe ganz gerne mal mit nem kratzigen absatz an der neuen strumpfhose hängen o.ä. aber bei meinen ungeschicklichkeiten priorisiere ich es, mich selbst zu demolieren statt meine kleidung (ist das jetzt gut oder schlecht? 😉 )
  • milanoffice sagt:

    wie? schal "verschwunden? (corinna, bist du's???)
    und jen - ich schwöre, ich hab zuerst zwanzig minuten lang mit engelsgeduld versucht, ihn raus zu prokeln. aber dann reißt auch mal mein geduldsfaden (samt der fäden des schals)

    und nach all den kommentaren geht es mir jetzt irgendwie besser.

    grazie a tutti!


  • milanoffice sagt:

    ach und, kat - das kenn ich von nagellack, oder noch besser: bei lidschatten den pinsel irgendwie so doof rein brettern, dass alles zerbröselt, puder fallen lassen... herrje, ich glaube, make up pannen wären einen eigenen post wert....
  • Castlequeen sagt:

    Naja, aber der LV Schal ist auch wirklich schlechte Qualität (ich schiebe immer gerne alles auf adere *hehe) - mein lilaner hat auch schon 1000e von Laufmaschen von diversen Reißverschlüssen.... Meine Taschen schone ich dagegen immer - bis ich sie gar nicht mehr mag und sie eh aus der Mode sind (irgendwie auch doof) ach ja, und ich schreie jeden hysterisch an, der seinen sabbersüßen Drink auf meinen Louboutins verschüttet, tappe aber danach fleißg zwischen die Pflastersteine. Mein Schuster dankt es mir 😀
  • modejournalistin sagt:

    Milanoffice, wir sollten uns einen Täschner (täschneroffice) anlachen...
  • Corinna sagt:

    Mailand, ich wars (ausnahmsweise) nicht. Aber ich hab Beiträge ohne Ende. Marc Jacobs Parfum in meiner grauen Miu Miu ausgelaufen, sieht jetzt aus wie hässliche Fettflecke. Mit LV-Monogram-Shawl hängen geblieben (muss eine Art Klettverschuss gewesen sein, keine Ahnung wo), gefühlte 50 Fäden hängen raus. Von meinem Leo Schal möchte ich gar nicht erzählen.. mit beigen UGGs auf den Weihnachtsmarkt (nein, Glühwein geht nicht ab!!!!), Lieblingslidschatten von NARS (natürlich ein Double) vorgestern auf den Boden gedonnert: Ooooh, kaputt.

    Hilfe, ich kann gar nicht mehr aufhören...


  • Lederfritze sagt:

    Die Tasche lässt sich sicherlich für ein paar Euro retten, Onkel Google empfiehlt:

    http://www.lederzentrum.de/


  • c sagt:

    nein nicht corinna... ja verschwunden halt 🙂 plötzlich war er weg.. 🙁
  • Sibel sagt:

    Du kannst wenigstens nachvollziehen, wie/wo/wann die Narben/Flecken/Ziehfäden/Schrammen entstanden sind. Ich habe einen Schrank voll demolierter Teile, und habe keinen Schimmer, wie zur Zerstörung kam.

    Mir hat mal eine junge Dame, die damals für Loewe (und jetzt für Tods) im Design arbeitet, folgendes erklärt:

    Abgesehen von Haute Couture sind Designerteile qualitativ zwar oft aus besserem Material, aber nicht wirklich besser verarbeitet als günstige Stücke. Das hat sie zu mir gesagt, nachdem ich einen Helmut Lang Pullover aus dem Koffer zog und heulend an der Seitennaht ein Riesenloch entdeckte und im gleichen Koffer ein paar Prada Schuhe liegen hatte, die nach 2x Tragen zum Schuster mussten. Und angesichts meines Chloé Cardigans, dessen Pilling so stark war, dass die Wolle fast nach Frottee aussah meinte sie: Gerade bei Wolle sollte man nie mehr als 250 Euro für einen Pulli ausgeben. Die teuren hielten meist weniger lang als die günstigeren ihre Oberflächenstruktur.


    Ergo: Wir sind nicht unachtsam, die Teile sind unzuverlässig!
  • Sabrina sagt:

    Kann ich absolut nachvollziehen. Wobei ich bei den "Schrappern" an der Tasche wohl einen hysterischen Anfall bekommen hätte. Ich ruiniere mir immer schnell neue Schuhe. Eine Woche getragen sieht bei mir aus wie zwei Jahre Dauerlauf. Grrr!
  • StephanieKatharina sagt:

    Oh ja, das kenne ich nur zu gut. Highlights:
    - Rolex Oyster Perpetual: Krone nach einem Jahr kaputt, lässt sich nicht mehr reindrehen. Uhrmacherin zu meinem Mann, der mir das gute Stück geschenkt hat: "Was hat ihre Frau bloß mit der Uhr gemacht, das ist ja schlimm, die sieht aus wie jahrelang getragen, diese Kratzer!! Bitten Sie sie inständig, damit vorsichtiger umzugehen. Das ist ein sehr edles Stück". Kommt super an, sowas.
    - Flasche mit neuer, teurer Körpercreme bei erster Benutzung fallen lassen. Riesenloch. Creme muss jetzt aus dem Lock gedrückt werden.
    - Auf Designerbrille gesetzt. Kaputt.
    - Mit Ski über Designer-Sonnenbrille gefahren. Kaputt.
    - Mit Innenseite des Wool-Parkas (Schilder!!) diverse Cashmere-Pullis und -Kleider so zerrieben, dass sie jetzt pillen. Schilder abgetrennt. Hilft nichts.
    Von Taschen will ich gar nicht anfangen.
    Ich glaube, es ist so eine Art Professor-Hastig-Gen (den kennt ihr noch aus der Sesamstraße, oder?). Schussigkeit gepaart mit Geistesabwesenheit wegen Konzentration auf andere Dinge. Mangelndes Multitasking (das konnte ich noch nie).
  • mausimaus sagt:

    Ach, da könnte man ganze Bücher mit füllen...

    Cashmere ist soo anfällig, in meinem Strenesse Pulli warn nach einmal Tragen zwei (!) Laufmaschen drin und am Bund dröselte er sich auf.

    Schuhe und Kopfsteinpflaster, na ja, einmal tragen und alle denken, mit was für alten Tretern läuft die denn rum?

    Uhren zerkratze ich grundsätzlich an Hauswänden.

    In einer teuren Tasche ist mir mal ein Energy-Drink ausgelaufen, die stinkt heute noch süßlich und ich kriegs nicht raus.

    Was lernen wir daraus? H&M hat manchmal auch schöne Sachen (die man ohne schlechtes Gewissen ruinieren kann).


  • kaltmamsell sagt:

    Oh je, die Parfumkatastrophe kenne ich in der Abwandlung: im Altbaubad auf ungebeiztem Holzboden ausgeschüttet. Ich hätte gleich eine rote Laterne ins Fenster hängen können.
    Der Taschenschaden allerdings verrät, dass das Leder nicht durchgefärbt ist - laut einem Lederexperten aus meiner Bekanntschaft ein Hinweis auf mindere Qualität. Aber eine Designertasche kauft man ja auch nicht wegen der Qualität.
  • alia sagt:

    und ich muss auch noch eins oben drauf setzen:

    1) vom-ersten-lohn-gekaufte, stolze 5-min-getragene LOUBOUTINS ruiniert, WEIL: ich wollte sie auf dem weg in eine bar SCHONEN, und möglichst WENIG LAUFEN, also ab aufs RADL.

    besagtes hatte kein licht.

    also bleib auf dem fahrradweg das SCHLAGLOCH ungesehen:

    vorderrad bleibt hängen,

    madame fällt vom radl und fängt sich mit DEN FÜßEN auf.

    DUMMER DUMMER REFLEX!!

    WEIL: louboutins an der seite der ballen eingerissen. IRREPARABEL.

    madame HEULT HEUTE NOCH!!


    ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh
    warum passiert sowas nicht mit zara-pumps?!?!
  • milanoffice sagt:

    aufhören. AUFHÖREN!!!! das sind ja alles horror-geschichten, ich bekomm schon depressionen ob dieses gesammelten elends... meine mutter, bei der auch nach jahren alles noch tiptop aussieht, meint ja übrigens, dass man mir eben nichts teures an die hand geben dürfte.
    und kommentar meines bruder zu dem parfum-desaster: "haste toll gemacht."
  • StephanieKatharina sagt:

    Ach ja, sorry, das Allerbeste hatte ich vergessen und muss es noch erwähnen:
    Vor ein paar Jahren: 30 min vor Abreise in den Sommerurlaub fällt mir die neue Flasche Rouge Noir runter, zerspringt und hinterlässt Spritzer in der gesamten Küche (ging wenigstens mit viel Mühe ab) und auf dem hellbeigen Teppichboden im Wohnzimmer, leider war die Küchentür offen. Die Flecken waren für die Ewigkeit.
  • milanoffice sagt:

    StephanieKatharina: du bist damit eindeutig siegerin dieses wettbewerbs. unser aller mitgefühl!
  • modejournalistin sagt:

    Ich werde gleich Bilder sprechen lassen: Meine Miu Miu Tasche, der man ansieht, meine Lieblingstasche zu sein...
  • Deike sagt:

    Komisch, ich geh mit meinen Sachen immer um wie der letzte Schluder!

    Die braunen wildleder Pradamokassins?! Die kommen mit auf einen Spaziergang im Matsch...Erst dachte ich, puh-die haste runiert. Aber nix war - einmal abgeklopft und schon ging die Reise weiter.

    ...was ist, wenn ich tatsächlich das einzige Mädchen auf der Welt wäre, das GLÜCK mit ihren Sachen hat?! Wow, ich würde wohl ein Vermögen machen und alle wollten meine beste Freundin sein.


    :-), lg
  • anna s. sagt:

    milanoffice, jetzt hat die tasche doch wenigstens eine persönliche note!

    ein unikat sozusagen.

    im ernst, ich kann eure pannengeschichten sehr gut nachvollziehen, mir geht es in der regel genauso. alles, was gut und teuer ist, wird meist schon bei der erstbenutzung "eingeweiht". mit h&m passiert sowas nie!

    was solls, es sind ja nur (gebrauchs)gegenstände - eben vergänglich.


  • Sabine sagt:

    aus aktuellem anlass kann ich auch noch kurz berichten:

    mir ist gestern meine rolex aus dem schrank im fitnessstudio beim anziehen gefallen und daraufhin heute nacht stehen geblieben.

    GRRRRRRRRR...........


  • c sagt:

    @sabine : neue kaufen 😉
  • Carola sagt:

    Gerade vor 5 Min die Nerzkante von meinen neuen Lederhandschuhen abgerissen! Heul! Dabei war die bombenfest eingenäht...Wie mach ich das bloß immer?
    Ein kleiner Trost für alle Pannen-Elsen: Seit MK Olsen den "Beaten"(=abgewetzt)-Look auch auf dem Laufsteg etabliert hat, sind wir wenigstens ultra-trendy!
    @milanoffice: Trotzdem schöne Tasche!
  • milanoffice sagt:

    ich hätt übrigens noch diese:
    neue balenciaga-tasche (das weekender-modell) mit extra-langen leder-strippen. tasche auf den boden abgestellt (ganz stolz bei der pariser fashion week). stehe auf, trete dabei so doof auf die strippen, und alles reißt ab. tasche dann mit stummel-strippen von 5 cm länge - und der rest liegt da wie so fiese lederwürmer neben mir.

    oder: ich auf dem weg zum flughafen, der reisepass in meiner handtasche. der (logischerweise) neue burberry-schal aus (logischerweise) kaschmir verfängt sich so dämlich im handtaschenreißverschluss, dass ich diese gar nicht mehr öffnen kann und in folge nicht mehr an den reisepass komme. so, und das erklärt Ihr dann mal den "reizenden" schalter-signoras am mailänder flughafen.

    ende des lieds: mit nagelschere (die darf man ja gotttlob NICHT mehr im handgepäck aufbewahren) den schal raus geschnitten (mega-loch), die fäden aus dem reißverschluss gezurrt, und der ging dann zum glück wieder auf.


  • auchmilan sagt:

    sach mal, milano, das ist ja echt schlimm mit dir. die hektik, das ist die hektik....
    apropos, bei dieser anzahl von kommentaren solltest du echt überlegen einen pannen-elsen-blog ins leben zu rufen 😉
  • milanoffice sagt:

    aber du kennst mich doch - fandste mich hektisch? ich bin doch die ruhe in person!
    aber eine gute idee: der pannen-(elsen-)pilot. wenigstens als rubrik sollten wir das einführen... kann ich jeden tag füttern.
  • auchmilan sagt:

    nene, keine sorge... aber im fashionweek-trubel oder am check-in mit reisepass in der kaschmirschal-reißverschlossenenen tasche kann man schon mal etwas hibbeliger werden 🙂
  • jen sagt:

    wir wollen modejournalistins Miu Miu sehen!