5 Fakten über das neue Anti-Aging-Wunder

Bisher war Kokain der bekannteste Verkaufsschlager aus dem Urwald am Amazonas, südlich von Kolumbien. Eine reichhaltige Nuss ist das neue Boom-Produkt.

Cacay: Das neue Anti-Aging-Wunder

Gesichtsöle sind ein Umsatzbringer des 100 Milionen Dollar schweren Hautpflegeproduktmarktes. Auch das Angebot an Ölen auf natürlicher Basis ist riesig: Gefühlt wird jede Woche ein neues, pflanzliches Elixier entdeckt, das noch viel besser als alles bisher Dagewesene wirken soll: Trauben, Mandel, Avocado, Kokosnuss – es wird gepresst, was die Nuss oder Frucht hergibt. Cacay ("kahk-ai'' ausgesprochen) ist nun die jüngste Anti-Aging-Entdeckung, die mit voller Wucht einschlägt: Alleine bei Amazon sind die Verkaufszahlen in den letzten Monaten um 9000(!) Prozent gestiegen.

5 Fakten über das neue Anti-Aging-Wunder

1. Cacay-Öl ist ein zu 100 Prozent natürliches Produkt.
2. Die Cacay-Nuss kommt in Teilen Kolumbiens, Ecuadors, Perus und Venezuelas vor. Bevor die Kosmetikindustrie das Öl für sich entdeckte, verwendeten Einheimische die Nüsse von wilden Bäumen zur Behandlung von Wunden, Narben oder schlicht als Viehfutter.
3. In den von Schönheit und Jugend besessenen USA war man mal wieder früh dran. Dort ist Cacay-Öl bereits ein Bestseller und die Preise schnellen in die Höhe: Für knapp 30 Gramm zahlt man rund 200 Dollar.

Warum wurde die Cacay-Nuss erst jetzt entdeckt?

4. Neben den Einheimischen entdecken auch Wissenschaftler schon vor einigen Jahren die Wirkung. Doch erst Alberto Jaramillo verhalf zu größerer Aufmerksamkeit: Er besuchte Messen, sah einen Absatzmarkt, gründete das Unternehmen Kahai SAS in Bogota zur industriellen Herstellung des Cacay-Öls und gab eine wissenschaftliche Studie in Auftrag. Außerdem: Der bombastische Erfolg  des Celebrity-Lieblings Argan-Öl ist ein Treiber für das Interesse an weiteren Planzen-Ölen.

Was steckt drin?

5. In Cacay-Öl steckt 50 Prozent mehr Vitamin E und doppelt so viel Linolsäure wie in Argan-Öl. Vitamin E ist ein Zellschutz-Vitamin, das hautschädigende freie Radikale (Stress, Rauchen, Sonne) abfängt und in der Kosmetikindustrie vielfältig zum Einsatz kommt. Die Allzweckwaffe Linolsäure wird bei der Behandlung von Akne, Psoriasis und Hyperpigmentierung eingesetzt, hilft gegen Entzündungen ununterstütz die Haut bei der Bildung von neuen Zellen und fördert dadurch die natürliche Hautbarriere. Zu guter Letzt enthält Cacay-Öl viel natürliches Vitamin A (etwa 1 Prozent), drei Mal mehr als zum Beispiel Wildrosenöl.
Noch nicht von der versprochenen Wirkungskraft überzeugt? Vielleicht schafft es dieser positive Nebeneffekt: Cacay-Bäume wachsen gut 40 Meter hoch und sind ein lukratives Gut für Holzfäller. Die steigende Popularität des Öls macht die Urwaldbäume wertvoll und somit schützenswert. Wer weiß, vielleicht ist Cacay-Öl das erste Beauty-Produkt, das wirklich die Bezeichnung „Wunderwaffe“ verdient, weil sie nicht nicht nur schön macht, sondern auch den Regenwald rettet. Zumindest ein Stückchen.
Cacay-Öl Modepilot
100 Prozent natürliche Inhaltsstoffe: Cacay-Öl von Ooh! – Oils of Heaven
Ich teste gerade das Cacay-Öl von Ooh!(ca. 50 Euro), das bisher leider nur via Oils of Heaven oder LoveLula (internationaler Versand) erhältlich ist. Wer vor der Bestellung sicher wissen will, ob sich der Kauf lohnt: Mein Erfahrungsbericht folgt. Der erste Eindruck: Es riecht leichts nussig, zieht schnell ein und versorgt meine Haut sehr gut mit Feuchtigkeit.
Photo Credit: Catwalkpictures, PR

Kommentare

  • Amazonas_Rohsotffe sagt:

    Da wird wieder mehr Schein als Sein betrieben. Wer sich ein wenig mit der Materie beschäftigt, wird schnell erfahren, dass es da noch sehr viel "besseres" gibt. Besser in Bezug auf Wirkungen/Effekte. Ich zumindest, kenne das Öl ganz gut, jedoch habe ich nicht eine brauchbare Studie gefunden, welche nicht über massenhafte PR-Verteiler gestreut wurde.
  • Isabelle Braun sagt:

    Liebe Amazonas Rohstoffe,

    Nur weil eine Studie über Verteiler versendet wird (in dem ich offenbar nicht bin), ist sie doch nicht automatisch unbrauchbar? Mal abgesehen davon, dass Kosmetikstudien in den meisten Fällen von den Firmen beauftragt werden, die die Inhaltsstoffe pushen wollen und deswegen die "Brauchbarkeit" ohnehin fragwürdig ist. Umso wichtiger sind persönliche Erfahrungswerte. Also würde ich sehr gerne wissen: Welches Produkt ist denn dein Favorit?

    Viele liebe Grüße

    Isabelle


    • Amazonas_Rohsotffe sagt:

      Nun - das wäre dann Eigenwerbung. Daher werde ich aufgrund der Neutralität kein Öl und/oder Produkt empfehlen. Mich stört es generell, dass diverse Produkte nur aufgrund der besseren Verkäuflichkeit in den Himmel katapultiert werden und natürlich gibt es dann auch sofort die Lösung. Prinzipiell, gibt es bei - wirklich - nachhaltigen Produkten kein Besser oder Schlechter, denn sie bewirken immer etwas Gutes. Doch aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es ein Bio-Siegel für 350$ die Tonne und für den fairen Handel auch ohne jeden Nachweis erhältlich ist. Es wird uralter Regenwald abgeholzt, in den frei gewordenen Parzellen werden dann Nutzpflanzen, bzw. für Ölsaaten angepflanzt, ein paar tolle Fotos aus der Umgebung dazu und in Europa wird das Ganze dann als Non-Plus-Ultra der Nachhaltigkeit vermarketet. Die Realität ist allerdings zu 90% eine Andere und das Gegenteil ist der Fall. Und primär in diesem Fall, wenn man sich die Zahlen der "endlosen" Tonnen anschaut (die Ausbeute liegt bei ca. 19 - 22%), kann man nicht mehr von irgendeiner Nachhaltigkeit sprechen.
      • Isabelle Braun sagt:

        Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! Ich freue mich wirklich, dass du dein Wissen mit uns teilst.

        Nun frage ich mich: Ist gerade dieses Öl aus deiner Sicht besonders schädlich für den Regenwald? Zumindest ist es für die Gewinnung doch nötig, dass die Bäume existieren und eben nicht abgeholzt werden? Oder habe ich das falsch verstanden?

        Viele Grüße

        Isabelle


        • Peter sagt:

          Nun, nicht einzelne Bäume oder Arten. Es wird allgemein so betrieben, dass, sobald sich ein Produkt etabliert, jeder daran verdienen möchte. Es werden nunmal ganze Parzellen abgeholzt, Neu bepflanzt und das dann als "Wildsamlung" deklariert. Grund ist die vereinfachte Sammlung, wobei die Wildsamlung aufgrund der Größe des Amazonas selbstverständlich möglich wäre, kostet aber Zeit und Geld. Beim Cacay-Öl, ist dies schon seit 5 Jahren der Fall. Ein Anderes Beispiel: Tucuma; hier noch nahezu unbekannt, wird es in Brasilien seit 14 Jahren kommerziell angebaut, ähnlich wie Palmöl. Verkauft wird es meistens als nachhaltig, doch das Gegenteil ist oftmals der Fall. Natürlich, bis auf weniger Ausnahmen. Siehe auch, mein zuvor erwähntes Beispiel anhand von Guarana.