Menschen in der Mode

Helmut Fricke ist seit zwei Jahrzehnten als Fotograf in der Modewelt unterwegs. An der Seite von Dr. Alfons Kaiser fotografiert er für die F.A.Z. Catwalk-Shows, Streetstyles und zwischendrin auch das Zeitgeschehen: Politiker, Alltagssituation und so auch 2011 die Geschehnisse rund um die Terroranschläge auf das World Trade Center. Gemeinsam mit Alfons Kaiser war er damals als Mode-Reporter vor Ort – es war gerade Fashion Week in New York .

Der Stil von Helmut Fricke

Kurzum: Helmut Fricke hat schon alles gesehen. Das schärft den Blick für die stillen Momente. Seine Fotografien sind deswegen so bemerkenswert, weil sie nicht immer die Perfektion zeigen. Heutzutage wird jedes Foto streng kontrolliert wird. Designer, Manager, Models und Stylisten gestatten fast ausschließlich Bildmaterial, das sie nach ihrem eigenen (Traum)-Bild zeigt: mächtig, unverwundbar, makellos. Helmut Fricke schafft es, die Zwischentöne einzufangen. Oder wie es ein Leser bei F.A.Z. Online so treffend kommentierte:

„Dem Auslöser hinter der Kamera gelingt es, den dicken Staub von der Puderfassade zu wischen und uns an dem teilhaben zu lassen, was sich dahinter verbirgt: Das menschliche Antlitz, in das man als Fotograf nur schauen darf, wenn man, oft unter dem Druck von Sekunden, aus ehrlichem Interesse heraus dazu imstande ist, eine positive Beziehung aufzubauen.“

Helmut ist nicht nur ein exzellenter Fotograf, sondern auch ein warmherziger, aufmerksamer und uneitler Mensch. Ein Gentleman der alten Schule, der mit der linken Hand das tonnenschwere Foto-Equipment schultert und mit der Rechten in den Mantel hilft. Der bei drückender Hitze zu Fuß durch New York wandert und selbst als wir feststellen, dass wir vor lauter Plauderei auf dem Weg zur Show West und East verwechselt haben, lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn es doch mal knapp wirkt, parkt er eben direkt vor der Show-Location – zur Pariser Modewoche fährt er nämlich mit dem Auto.

Deswegen freut es mich ganz besonders, dass wir eine Auswahl seiner Mode-Portraits zeigen dürfen, die im Januar zur Fashion Week Berlin im Rahmen des Modeempfangs der F.A.Z. ausgestellt wurden.

Andere erholen sich nach der anstrengenden Schau in den Tuilerien. Suzy Menkes, hier noch in Diensten der „Herald Tribune“, legt vor der Tür erst richtig los.
Olivier Theyskens, der Wunderjunge der Mode (hier im Oktober 2011), verzauberte erst Rochas. Dann kümmerte er sich in New York um sich selbst, also „Theyskens Theory“.
Eigentlich soll Model Karolina Kurkova im September 2011 bei Macy´s am Herald Square für gute Verkaufsstimmung sorgen. Aber auch ein Supermodel muss sich mal ausruhen. Und die meisten Kunden trauen sich gar nicht, sie anzusprechen.
Jennifer Lynn Lopez eine US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin bei Dolce & Gabbana im Februar 2006
André Leon Talley interpretiert die Formen stets locker. Warum nicht im Anzug mit Gamsbarthut backstage bei Prada rumhocken?
Paco Rabanne wird schon seit langem von Weltuntergangsphantasien geplagt. Wer in dieses Gesicht schaut, der ist davor auch nicht sicher.
Eleanor Lambert, die Gründerin der New Yorker Modewoche, auf unserem Bild aus dem Jahr 1999 schon 96 Jahre alt, empfing zu Beginn jeder Fashion Week einige Modekenner. Ihr hörte auch Suzy Menkes andächtig zu.
Kein Wunder, dass auch Andy Warhol sie verewigt hat: Diane von Fürstenberg, hier in ihrem Büro im Meatpacking District, kann sich fürs Foto malerisch auf den Hocker drapieren.
Ein deutscher Mode-Emigrant: René Storck aus Frankfurt präsentiert sich am liebsten in Paris, wo er auch seinen Zweitwohnsitz hat.
Mit Markenzeichen kennt er sich aus. Deshalb trägt Godfrey Deeny, der Chefkritiker des „Figaro“, ein Einstecktuch – und deshalb ragt er mit diesem Hut heraus.
Die meisten verharren in höflicher Distanz zum Mode-Guru Yohji Yamamoto. Er selbst hält sich die Fans, wie hier im September 2012 nach der Y-3-Schau in New York, durch ein Lächeln vom Leib.
Dieser Mann, hier nach einer Céline-Schau in Paris, schaut meistens so skeptisch. Vielleicht muss ein Fotograf wie Juergen Teller einfach diesen Blick haben.
Bleibt alles in der Familie: Modemacher Kostas Murkudis (links) und Modehändler Andreas Murkudis arbeiten gut zusammen.
„Mein Leben ist leer seit dem Tod von Yves“: Trotzdem wurde der Nachlassverwalter Pierre Bergé, hier wenige Monate nach dem Tod Yves Saint Laurents im Jahr 2008, zum Nachlassverkäufer.
Auch wenn Stefano Gabbana (rechts) nicht so ganz glücklich zu sein scheint: Zum 20-Jahr-Jubiläum von Dolce & Gabbana im September 2005 gibt es nach der Schau wirklich etwas zu feiern, zumindest für Domenico Dolce (vorne).
Seit mehr als 25 Jahren ist Franca Sozzani die Chefredakteurin der italienischen „Vogue“. Aber fotografieren lässt sie sich noch immer ungern. Auf diesem Foto bemerkt man es nicht.
Dieser Mann lässt sich wirklich ungern fotografieren. Im Jahr 2003 macht Dries van Noten eine Ausnahme. So richtig wohl scheint er sich dabei nicht zu fühlen.
„War ein Foto abgemacht?“ Das nicht, Delphine Arnault. Denn hätten wir gefragt, hätten wir bestimmt nicht die Erlaubnis bekommen. „Na, dann.“
Normalerweise entgeht Bill Cunningham nichts. Hier hat der Fotograf, der 1929 geboren wurde und noch immer zu den Schauen fährt, aber übersehen, dass Helmut Fricke manchmal auch mit langer Linse arbeitet.

Andere erholen sich nach der anstrengenden Schau in den Tuilerien. Suzy Menkes, hier noch in Diensten der „Herald Tribune“, legt vor der Tür erst richtig los.

Olivier Theyskens, der Wunderjunge der Mode (hier im Oktober 2011), verzauberte erst Rochas. Dann kümmerte er sich in New York um sich selbst, also „Theyskens Theory“.

Eigentlich soll Model Karolina Kurkova im September 2011 bei Macy´s am Herald Square für gute Verkaufsstimmung sorgen. Aber auch ein Supermodel muss sich mal ausruhen. Und die meisten Kunden trauen sich gar nicht, sie anzusprechen.

Jennifer Lynn Lopez eine US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin bei Dolce & Gabbana im Februar 2006

André Leon Talley interpretiert die Formen stets locker. Warum nicht im Anzug mit Gamsbarthut backstage bei Prada rumhocken?

Paco Rabanne wird schon seit langem von Weltuntergangsphantasien geplagt. Wer in dieses Gesicht schaut, der ist davor auch nicht sicher.

Eleanor Lambert, die Gründerin der New Yorker Modewoche, auf unserem Bild aus dem Jahr 1999 schon 96 Jahre alt, empfing zu Beginn jeder Fashion Week einige Modekenner. Ihr hörte auch Suzy Menkes andächtig zu.

Kein Wunder, dass auch Andy Warhol sie verewigt hat: Diane von Fürstenberg, hier in ihrem Büro im Meatpacking District, kann sich fürs Foto malerisch auf den Hocker drapieren.

Ein deutscher Mode-Emigrant: René Storck aus Frankfurt präsentiert sich am liebsten in Paris, wo er auch seinen Zweitwohnsitz hat.

Mit Markenzeichen kennt er sich aus. Deshalb trägt Godfrey Deeny, der Chefkritiker des „Figaro“, ein Einstecktuch – und deshalb ragt er mit diesem Hut heraus.

Die meisten verharren in höflicher Distanz zum Mode-Guru Yohji Yamamoto. Er selbst hält sich die Fans, wie hier im September 2012 nach der Y-3-Schau in New York, durch ein Lächeln vom Leib.

Dieser Mann, hier nach einer Céline-Schau in Paris, schaut meistens so skeptisch. Vielleicht muss ein Fotograf wie Juergen Teller einfach diesen Blick haben.

Bleibt alles in der Familie: Modemacher Kostas Murkudis (links) und Modehändler Andreas Murkudis arbeiten gut zusammen.

„Mein Leben ist leer seit dem Tod von Yves“: Trotzdem wurde der Nachlassverwalter Pierre Bergé, hier wenige Monate nach dem Tod Yves Saint Laurents im Jahr 2008, zum Nachlassverkäufer.

Auch wenn Stefano Gabbana (rechts) nicht so ganz glücklich zu sein scheint: Zum 20-Jahr-Jubiläum von Dolce & Gabbana im September 2005 gibt es nach der Schau wirklich etwas zu feiern, zumindest für Domenico Dolce (vorne).

Seit mehr als 25 Jahren ist Franca Sozzani die Chefredakteurin der italienischen „Vogue“. Aber fotografieren lässt sie sich noch immer ungern. Auf diesem Foto bemerkt man es nicht.

Photo By: Helmut Fricke, Bildunterschriften: Dr.Alfons Kaiser
2 Kommentare zu
“Menschen in der Mode”

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