Kurznachrichten aus der Mode

Chanel hebt die Preise
Ladys, haltet eure Chanel-Taschen gut fest. Sie werden künftig noch begehrenswerter. Offiziell plant Chanel eine weltweite "Anpassung" der Preise ab dem 8.April. Konkret bedeutet das aber: In Asien werden die Verkaufspreise sinken, in Europa steigen. Die neue 11.12 Bag aus Lammleder mit Fischgratsteppmuster kostet beispielsweise aktuell um 3.500 Euro und wird laut WWD bald 4.260 Euro kosten, die Boy Bag wird von rund 3.100 Euro auf 3.720 Euro angehoben. Insgesamt sollen die geographischen Preisunterschiede weniger als 10 % Schwankungen aufweisen, denn die Preissunterschiede in verschiedenen Märkten führen laut Chanel CEO Bruno Pavlovsky zu Unsicherheit über die Echtheit der Produkte. Ziel sei die "Vorbereitung der Marke auf die nächsten 5 bis 15 Jahre". Na, dürfen wir jetzt mit einem Online-Shop rechnen?
Chanel 11.12
Branchenzeitung WWD erscheint statt täglich nur noch wöchentlich
Seit dem Jahre 1910 erschien die Branchenbibel Women's wear daily täglich als gedruckte Zeitung. Damit ist jetzt Schluss. Ab 29. April erscheint die Pflichlektüre aller Modemenschen nur noch wöchentlich, das Blatt verlegt den Focus auf die Website. Gleichzeitig investiert die Brancheninstitution in Korrespondenz-Büros in China und Brasilien - zwei enorm wichtige Wachtumsmärkte. Zwei Standpunkte werden in der Hausmeldung deutlich:
"Get the story first. Be right. Be fair. And if an eccentric personality or two make things interesting along the way, so be it." Und: "Der Leser" steht an erster Stelle.
Und der ist mittlerweile eben im Web unterwegs.
Reed Krakoff zieht die Notbremse
Das New Yorker Label verkündete Design und Produktion bis auf Weiteres einzustellen. Der Store an der Madison Avenue wird ebenfalls geschlossen. Weitere Shops bleiben zunächst erhalten, ebenso wie der Online-Shop.
Mytheresa und Colette führen Reed Krakoff schon nicht mehr im Sortiment. Wenig überraschend, die Taschen lagen leider wie Blei in den Regalen und verkauften sich selbst im Sale kaum. Bei Net-a-Porter gibt es das günstigste Taschenmodell aktuell für 1.090 Euro - teuer, für ein Label mit erst fünf Jahren Geschichte und ohne wirkliches Alleinstellungsmerkmal.
Geplant ist nun eine Neuausrichtung der Strategie mit Fokus auf "Accessoires im mittleren Preissegment". Da hat Designer Reed Krakoff auch seinen Ursprung, zuvor war er nämlich als Executive Creative Director für Coach tätig. Ein Ende der Marke wäre schade, am Design gibt es nämlich nichts zu meckern.
Reed Krakoff bag
Die Mode ist auf Wanderschaft
Besonders fließige Moderedakteure sollten sich jetzt ein Around-the-world Ticket zulegen.
Im Januar veröffentlichte ich einen Artikel über das Ende von Paris als Modehaupstadt. Nicht jeder stimmte mir zu. "Paris ist und bleibt das Zentrum", entgegneten mir geschätze Kollegen.
Chanel Resort Dubai
Eine kurzer Abriss über die Wanderschaft: Valentino zeigte im Dezember eine Haute Couture-Show in New York, im Januar zeigte das Haus in Paris und im Juli in Rom (statt in Paris). Galliano zeigte sein Margiela-Debüt in London (statt in Paris).Tom Ford zeigte seine Prêt-à-porter-Kollektion im Februar in Los Angeles (statt in London). Gucci präsentiert die nächste Cruise Collection in New York (statt in Italien). Chanel folgt im Mai in Seoul, Dior wird in Los Angeles präsentiert und Max Mara am 20.Mai in London. Karl Lagerfeld (Chanel) und Raf Simons (Dior) zeigen die Zwischenkollektionen schon seit Jahren rund um den Globus, von Dubai über Monaco bis Salzburg.
Geographische Grenzen sind so passé' wie eine Tageszeitung, die sich ausschließlich mit der schnelllebigen Modebranche befasst.
Mehr zum Thema lest ihr im Zwischenkollektionen-Spezial.
 Fotos: Catwalkpictures, Chanel.com, PR 
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Kommentare

  • Eva sagt:

    Dass Taschen von Chanel teurer werden, stört mich nicht. Da gibt es Schöneres für den Preis (Dior, zum Beispiel), wenn es nach mir geht.
    Dass Du Reed Krakoff als Label ohne Alleinstellungsmerkmal bezeichnest, wundert mich etwas. Ich besitze drei der Taschen und die habe ich gekauft, weil sie sehr schön und wertig sind, nicht nach It-Bag aussehen und überdies viel geschmackvollere Farben haben, als einige der Taschen von Celine und Valentino. Aber wer z. B. auf den Rockstud-, etc. Kram steht, der weiß mit Reed Krakoff klarerweise nichts anzufangen. Sprich: Der Taschenbereich von Mytheresa leidet etwas unter Geschmacksverirrung, wenn da nicht zwischendurch (nur. z.B.) eine Tasche von The Row oder Alaia aufblitzt ...
  • Isabelle Braun sagt:

    Liebe Eva,

    Du hast ja absolut Recht, ich finde die Taschen auch sehr gelungen, formschön etc


    Aber der Kunde greift halt eher zu Balenciaga statt zu R.Krakoff - ich wähle den Vergleich, weil die Marken ein sehr ähnliches Preisniveau haben.
  • Eva sagt:

    Ahso, aus der Sicht der Kunden betrachtet meinst Du das. Dann stimmt das sicherlich. Man sieht im Straßenbild leider so wenig richtig schöne Taschen, wie es Frauen mit gutem Geschmack gib. Irgendwie lächerlich, dass überall dieser Goldtrash an Taschen für viel Geld drangepappt wird. Vorwiegend oder gerne auch an solche, die dann als Plagiat schon für wenig Geld zu haben sind. Nun aber gut, ich verstehe Dich 🙂
  • Cherry Picks #12 - amazed sagt:

    […] Nebenbei ist trotzdem allerhand in der Mode-Internetwelt passiert – wie beispielsweise, dass Chanel mal wieder seine Preise anhebt. Eine saftige Preissteigerung erwartet uns laut Modepilot im April. Chanel-Traum, adé sage ich. […]