Weiße Nische

Liebe Nachwuchsdesigner, bevor Ihr euch ins Modebusiness stürzt, macht Euch doch mal ein paar Gedanken dazu, was der Markt wirklich braucht. Und anstatt dann die 1000fachste Ausgabe irgendwelcher untragbaren Jersey- oder Grobstrickkreationen zu verzapfen, entwerft doch mal etwas Nützliches wie Brautkleider. Ja, schon richtig gelesen: BRAUTKLEIDER! Denn was der heiratswilligen, modebewussten Frau da so angeboten wird, ist entweder unbezahlbar oder komplett geschmacklos oder, im schlimmsten Fall, beides zusammen.
Das bestätigen meine Recherchen:
Wer beispielsweise hier in Mailand einen der Designertempel, sei es Versace oder Valentino betritt, um nach Brautmode Ausschau zu halten, und bei der Frage nach der Preiskategorie "maximal 5.000 Euro" antwortet, wird vom Sicherheitsdienst gleich mal wieder zum Ausgang eskortiert.
Bei günstigeren Varianten oder dem Gang ins Brautmodefachgeschäft bekommt man solche Scheußlichkeiten verpasst, dass sich jeder weitere Kommentar erübrigt:
Und selbst unser aller Hoffnungsträger Alber Elbaz hat mit seiner ersten Brautmodekollektion für Lanvin irgendwie auch keinen großen Wurf gelandet (außer die Braut will die Hochzeitstorte allein essen und braucht im Bauchbereich ein bisschen Spielraum):
Also, es besteht Handlungsbedarf – denn bei dem bestehenden Angebot kann ich vom Heiraten nur abraten.
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Kommentare

  • modejournalistin sagt:

    Richtig! Es würde ja ausreichen zu wissen, welcher Jungdesigner sein Handwerk so beherrscht, dass er Maßanfertigungen aus endlos fließender Seide meistern kann - die "Jersey- oder Grobstrickkreationen" sind kein Beweis für perfektionierte Schneiderkunst. Kreativität in allen Ehren, aber Modedesign fordert nun mal Fleißarbeit.

    Ein Hochzeitskleid sollte eine Einzelanfertigung vom Profi sein!


  • milanoffice sagt:

    ... schön wär's. Aber Du hast nichts verpasst - eine Kollegin heiratet und da musste ich einfach mal recherchieren, wie es um die Brautmode bestellt ist ...