Umfrage: Kitsch oder cool? Jeff Koons′ Taschen für Louis Vuitton

„Masters – eine Kollaboration mit Jeff Koons.“ So betitelt Louis Vuitton seine aktuelle Kooperation (das ist das schönere Wort, denn Kollaboration ist bei uns aus der Nazizeit noch immer ein bisschen negativ besetzt in der deutschen Sprache) mit dem US-Künstler Jeff Koons. Der Amerikaner nahm Meisterwerke der klassischen Kunst, konkret gesprochen bekannte Werke von Rubens, Tizian, Da Vinci, Fragonard und Van Gogh und übertrug diese als Drucke auf Louis Vuitton-Taschen-Klassiker, wie die Speedy oder die Neverfull, Rucksäcke, Schals und Portemonnaies.

Masters-Kollektion: Ist das Kunst?

Die Taschen im Preis von 1200 bis 3000 Euro sind komplett mit den Motiven der Gemälde „verkleidet“, das LV-Logo ist in die Gemälde integriert, der Name des Malers der Meisterwerke prangt in goldenem oder silbernen Metall-Buchstaben mittig auf der Oberfläche – wie auch die Initialen von Louis Vuitton und Jeff Koons. Alle Taschen tragen zudem einen kleinen Anhänger in Form des berühmten Jeff Koons Rabbits (ein Werk des Künstlers aus dem Jahr 1986).

In diesem Video wird die Idee sehr schön dargestellt.

So, nach dieser poppigen Einstimmung kommt nun die Erklärung, was sich Jeff Koons dabei gedacht hat:

 

Der Aspekt Kommerz

Koons, der als der teuerste lebende Künstler der Welt gilt, ist bekannt dafür, dass er auf einem schmalen Grat zwischen Kitsch, Kunst und Kommerz wandelt. Das ist diesmal nicht anders. Auch wenn sich der Amerikaner wünscht, dass diese Taschen-gewordene Zurschaustellung der (z.B.) Mona Lisa wie Kunst behandelt wird, so klingeln bei dieser Kollaboration (hier benutze ich dieses Wort nun ganz bewusst) die Kassen. Und zwar bei gleich mehreren reichen Leuten.

Gehen wir mal davon aus, dass Louis Vuitton die Taschen ganz gut verkauft und Jeff Koons reichlich belohnt hat für diese Idee. Dann verdienen schon mal diese beiden. Aber: La Joconde, wie die Mona Lisa in der Kunstszene genannt wird, hängt im Louvre, dem das Werk gehört. Das Recht zu Reproduktion des Bildes allerdings besitzt – wie die Zeit in diesem Artikel genau erklärt – die Bildagentur Corbis und die wiederum gehört Bill Gates. Alle hier Genannten bekommen ihren Anteil.

Fairerweise möchte ich auch erwähnen, dass Louis Vuitton genau diese Kollektion am Bauzaun des Louvre bewirbt und somit die Renovierungsarbeiten des Museums unterstützt. Auch wenn der Pariser Traditionstäschner nichts aus reiner Freundlichkeit tut, so wird mit dieser Masters-Kollektion dennoch  – über Umwegen – auch die Kunstszene unterstützt. Die Ewig-Baustelle Louvre kann auf alle Fälle nach dem Hochwasser in 2016 jede Finanzspritze gut gebrauchen, um die Archive im Keller zu renovieren.

Modepilot-Mona-Lisa-master-Louis-Vuitton

Werbung der Masters Kollektion am Bauzaun des Pariser Louvre

Damit hätten wir den Kommerz an dieser Koop geklärt. Kommen wir nun zum Aspekt „Kitsch“.

Der Aspekt Kitsch

Hier fackele ich gar nicht lange rum und lasse Euch entscheiden. Wie findet Ihr die Masters-Kollektion? Würdet Ihr sie kaufen? Zeigt man mit dem Tragen der Tasche Kunstverständnis oder eine Kunstlieberhaberei? Fragen über Fragen, die ich zusammenfasse zur Umfrage mit den Schlagworten:

Masters – Jeff Koons x Louis Vuitton: Kitsch oder cool?

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Wer will? Kunstvolle oder kitschige Produkte zum Shoppen

Wer nun oben für „cool“ gestimmt hat, weil er mit Modeaccessoires die Kunstszene unterstützen will, für den habe ich im Angebot des RMN (= Réunion des musées nationaux et du Grand Palais des Champs-Élysées, das ist die Dachorganisation für alle wichtigen Museen Frankreichs) im Online-Shop gestöbert. Warum hier? Frankreichs Museen sind Besitzer vieler, der oben von Jeff Koons verwendeten Kunstwerke. Auch außerhalb Frankreichs lohnt sich der Besuch in Museumsshops. (Ich empfehle den Shop vom Haus der Kunst in München vor allem wegen der Eigenkollektion. Auf meinen Shopper werde ich immer wieder angesprochen, dabei ist er ganz ohne jedes Gemäldemotiv.)

In der Galerie findet Ihr Objekte aus dem Online-Museumsshop der RMN, die im weiteren Sinne denen der Masters-Kollektion ähneln. Die Preise liegen bei 10 bis 25 Euro.

Shopper mit Da Vincis La Joconde
Schal mit Van Goghs Irisblumen
Clutch mit Johannes Vermeers „Die Spitzenklöpplerin“
Shopper mit Vermeers „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“
Sofa Kissen mit Picasso-Motiv
Tote Bag mit Van Goghs Sternennacht
Fächer mit Marc Chagalls Brautpaar
Auch Jeff Koons hat seine eigene Tasche: Shopper mit Koons Lobster
Mug mit Da Vincis La Joconde
Kosmetiktasche mit Detail einer YPE Maske
T-Shirt mit Napoleon Bonaparte, gemalt von Jacques-Louis David
Tasse mit Claude Monets Poppies
Clutch mit Sarah Bernhardt, Gemälde von Charles Jules Victor Clairin

Shopper mit Da Vincis La Joconde

Schal mit Van Goghs Irisblumen

Clutch mit Johannes Vermeers „Die Spitzenklöpplerin“

Shopper mit Vermeers „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“

Sofa Kissen mit Picasso-Motiv

Tote Bag mit Van Goghs Sternennacht

Fächer mit Marc Chagalls Brautpaar

Auch Jeff Koons hat seine eigene Tasche: Shopper mit Koons Lobster

Mug mit Da Vincis La Joconde

Kosmetiktasche mit Detail einer YPE Maske

T-Shirt mit Napoleon Bonaparte, gemalt von Jacques-Louis David

Mug mit Claude Monets Poppies

Clutch mit Sarah Bernhardt, Gemälde von Charles Jules Victor Clairi

 

Wer nun oben für „Kitsch“ gestimmt hat, der kann auch anderen Designerkitsch kaufen. An kindlichen oder schrägen Objekten mangelt es derzeit nicht in dieser Branche. Preise von 50 bis 3400 Euro.

 

Photo By: Videos: Youtube Louis Vuitton und Online-shop Louis Vuitton, Bilder: Screenshots RMN, Header / Louvre: Barbara Markert für Modepilot
3 Kommentare zu
“Umfrage: Kitsch oder cool? Jeff Koons′ Taschen für Louis Vuitton”
  • Überflüssig. Das wird genauso enden wie bei diesen Murakami-Taschen. Die wollte irgendwann auch keiner mehr sehen, unten Anderem weil es so gnadenlos schlechte Kopien gab.

  • Cool. Richtige Kunst kann nichts entstellen, erst recht nicht im Documenta-Jahr. Nur Mona Lisa ist zu abgedroschen, hat eher Kitsch-Status. Es wäre schön, wenn Koons da nicht so sehr das allgemeine Kunst-Verständnis bedient hätte. Aber Fragonard, Tizian mit sichtbarem Namen. Schwärm!

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