Rodolfo Paglialunga verlässt Jil Sander

Es bewahrheitet sich mal wieder: An Gerüchten ist was dran. Im Januar, anlässlich des Designerwechsels bei Carven (hier geht’s zum Artikel>>>), munkelte die Branche, dass sich auch bei Jil Sander was Neues anbahnen könnte. Nun ist es eingetroffen.

Paglialunga verlässt Jil Sander

Gerade kommt die Pressemitteilung, dass Rodolfo Paglialunga das Haus nach drei Jahren verlässt.

Modepilot-Rodolfo Paglialunga-Jil Sander

Rodolfo Paglialunga

Drei Jahre? Das ist in der heutigen Zeit eine völlig normale Dauer für ein Designer-Arbeitsverhältnis. Wie wir bereits analysiert haben, ist es für Modehäuser durchaus vorteilhaft, häufiger mal die Kreativdirektion auszuwechseln (klick >>>). Also adé, Rodolfo. Die Abschiedsbekundungen sind knapp gehalten: Alessandra Bettari, CEO von Jil Sander, heute Teil der japanischen Gruppe OLG: „Wir haben beschlossen, die professionelle Reise mit Rodolfo Paglialunga in Absprache mit dem Designer zu beenden. Wir danken ihm für die gute Arbeit und den Respekt, dem er dem Hause gezollt hat.“ Im gleichen Tenor äußert sich der Designer.

Also ich mochte, was Paglialunga kreiert hatte. Es entsprach sehr der DNA des Hauses und gerade seine letzte Kollektion mag zwar die Mode nicht neu erfinden haben, aber ist herrlich schlicht und nüchtern im Gegensatz zu den vielen kunterbunten Fantasiekollektionen, die wir sonst in Mailand sahen.

Paglialungas letzte Kollektion:

 

Wer kommt nach? Die Meiers?

Blicken wir in die Zukunft. Wer folgt dem Italiener? Glauben wir den Gerüchten, dann wird Lucie Meier, einst Interims-Dior-Designerin das Ruder übernehmen.

Modepilot-Rodolfo Paglialunga-Jil Sander

Lucie Meier, zusammen mit Serge Ruffieux, bei ihrer letzten Dior-Kollektion im Oktober 2016

Sie machte zusammen mit Serge Ruffieux (nun bei Carven) einen ganz guten Job bei Dior. Siehe hier, ihre Winterkollektion 2016-17.

Wird sie alleine zu Jil Sander gehen? Oder zusammen mit ihrem Mann? Meier ist Schweizerin, ihr Mann Luke Meier startet gerade mit seinem Label OAMC durch. Der ehemalige Supreme-Designer steht im Ruf, die Streetwear neu zu erfinden. Und kann Männermode, was man bei Jil Sander auch gut gebrauchen kann.

Hier seine OAMC Kollektion für den Winter 2017-18.

Wenn die beiden zusammen bei Jil Sander antreten, dann könnte das Label auch wieder ins Rampenlicht zurückkehren. Denn dann könnte Purismus von Jil einen neuen streetwearigen Dreh bekommen. Und das wäre mal eine interessante Stilbelebung. Aber noch hat sich das Haus zur Nachfolge nicht geäußert. Also warten wir ab bis zur offiziellen Stellungnahme.

Photo By: Catwalkpictures

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