Chanel Ground Control: Modische Analyse

Wie Ihr schon auf unserem Facebook-Account vor ein paar Tagen sehen konntet, schoss Chanel mal wieder den Vogel, also diesmal eine Rakete ab, bei der Pariser Modewoche. Dass Karl Lagerfeld zum Thema „Ground Control“ eine 37 Meter hohe Rakete ins Grand Palais einbauen ließ, hatte kaum jemanden erstaunt. Aber!

Modepilot-Chanel-Winter 2017-Ground-Control

Chanel Ground Control: Wahnsinns-Setting mit 37 m hoher Rakete.

Dass Lagerfeld am Ende der Show zusammen mit seinem Patenkind auf den Auflöser drückt und sich dann das weiße Chanel-Monstrum tatsächlich auch bewegt, hat selbst die anwesenden Gäste sprachlos zurückgelassen. Wir saßen alle nur noch mit offenen Mündern da und staunten. Es war einmal mehr eine Chanel-Schau der Superlative.

Wahnsinn. Aber Vorsicht! Über so viel Spektakel vergisst man gerne mal die Mode, die vorher über den Laufsteg marschierte. Und um die geht es schließlich. Deshalb hier unsere Analyse.

 

Die Mode

Nun mag diese auf den ersten Blick aussehen wie immer. Chanel halt. Mit viel Tweed, Hals-fernen Krägen, viel Eleganz, etcetera. Aber bei Lagerfelds Kollektionen stecken sein Genie und das Thema der Kollektion meist im Detail. Idee war diesmal eine Reise durch die Gestirne auf den Spuren des Astronauten Thomas Pesquet, der im November 2016 in den Weltraum geflogen ist. Wie setzt man diese Reise um? Da hätten wir als erstes Mal die glitzernden, spacigen Schuhe. Vorsicht: Stiefel in dieser Art gab es auch bei Saint Laurent. Und wenn zwei große Namen der Mode so etwas über den Laufsteg schicken, werden die Trendanalysten neugierig. Und die Kopisten auch. Wer wettet mit mir, dass wir bald Glitzer-Stiefel bei Zara entdecken werden?

Dann hat Lagerfeld wieder einmal die klassische Chanel-Jacke überarbeitet: Eine Weste liegt über der Jacke und erzeugt einen Trompe-l’oeil-Effekt. Man sieht es kaum und muss schon ganz genau hinsehen. Seht Ihr es?

Schön und trendig ist das neue Trendthema Volumen umgesetzt. Die Dosierung à la Chanel: sehr dezent und elegant.

Meine Lieblingsmodelle sind die midi-langen Röcke, die – ganz dem Space-Thema gerecht – auch ein gutes Shining haben.

Die Accessoires

Die fingerlosen Handschuhe, in Frankreich „mitaines“ genannt, hat Lagerfeld lange nicht mehr benutzt. Nun sind sie wieder da und geben den Looks einen Touch Modernität und Négligence.

Mir gefallen auch die gestrickten und gesteppten Taschen, die einerseits wie Handwärmer direkt am Bauch getragen werden oder eben als Clutch unter dem Arm. Große Taschen sind nun eh „in“. Lagerfeld hat sie in verschiedenen Größen und Formen.

Die neue Tasche Gabrielle (hatten wir bereits auf unserem Instagram Account vorgestellt), zeigt Lagerfeld auch dem Laufsteg in vielerlei Form und Material– aus Metallic-Leder entspricht sie ganz dem Weltraumthema. Wie man sieht,  steht sie auch den Männern gut. Und dem Patenkind.

Wer hat genau hingeschaut? Genau: Diese Tasche hat zwei (!!) lange Henkel, einen in Leder und einen in typischer Chanel-Metall-Manier. Wie man diese stylt, zeigen die Chanel-Herren.

Tja und dann darf man bei Chanel nie den Schmuck und die Nebenprodukte vergessen, wie z.B. die Space-Decken oder Stirnbänder. Hier sehen wir den Sternenhimmel, Sternenhimmel, oh ho…

 

Photo By: PR Chanel, Catwalkpictures, Video: Barbara Markert für Modepilot

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