Designerwechsel bei Chloé

Im Vorweihnachtsstress war es etwas untergegangen: Clare Waight-Keller verlässt Chloé. WWD hatte bereits Mitte Dezember so etwas gemunkelt, Anfang Januar wurde es konkreter und heute (30.01.2017) offiziell: Clare Waight-Keller geht.

Die Gründe für den Weggang von Clare Waight-Keller

Angeblich wurde es der Mutter von drei Kindern zu viel. Die Familie war bereits letzten Sommer nach London zurückgekehrt und Clare pendelte seitdem zwischen der britischen Heimat und Paris. Deshalb habe sie ihren Vertrag, der im März ausläuft, nicht verlängert. Wie schade ist das denn! Chloé war unter ihrer Regie zu meinem absoluten Lieblingslabel geworden. Clare Waight-Keller hat einen BOMBEN-Job gemacht und ist für mich einer der begabtesten Designerinnen derzeit. Eine Frau, die versteht, was Frauen heute wünschen und wie sie sich anziehen wollen. Die Britin machte Mode für Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und dabei auch noch gut aussehen wollen. Ihr Händchen für den Zeitgeist hatte sich auch in den Umsätzen niedergeschlagen, die unter ihr stark angestiegen waren. Dass sie nun geht, stimmt mich sehr traurig.

Modepilot-Chloe-Designerwechsel

Clare Waight-Keller bei der Chloé Show für den Sommer 2017.

 

Die Neue bei Chloé

Es gibt auch schon einen neuen Namen für den nun frei werdenden Posten:  Natacha Ramsay-Levi wird die Position besetzen. Die Französin ist seit Jahren die rechte Hand von Nicolas Ghesquière und aktuell Design-Direktorin bei Louis Vuitton. Sie hatte allerdings bereits bei Balenciaga mit Ghesquière zusammengearbeitet. Angeblich vermittele sie die Ideen des Art Directors an das Studio und daher könnte ihr Ausscheiden eine große Lücke in die Kreativabteilung von Louis Vuitton reißen, so die einhellige Meinung der Presse.

Was dieser Wechsel bedeutet

Dass Natacha Ramsay-Levi zu Chloé (Update: am 10.März.2017 bestätigt) geht, wird von vielen Experten als klares Kennzeichen gesehen, dass auch Ghesquière bald Louis Vuitton verlassen könnte. Wie wir hier schon mehrmals geschrieben haben, hatte der Designer im franzöischen TV-Sender Canal Plus vermeldet, sein eigenes Label gründen zu wollen. Hier geht’s zum Artikel >>>. Das könnte nun bald Realität werden – also schon vor dem offiziellen Vertragsende in 2018. Mal sehen, ob das eintrifft. Bis dato gibt es seit dem sprachlichen Ausrutscher im Fernsehen keine weiteren Hinweise auf ein baldiges Ausscheiden Ghesquières.

Für Chloé könnte allerdings der Wechsel in der Kreativabteilung auch einen Dreh in eine neue modische Richtung bedeuten, denn Ramsay-Levi hat über Jahre für einen Stil gearbeitet, der eher kantig ist, und bei dem Leder eine zentrale Rolle spielt. Das Haus Chloé steht jedoch für einen romantischen Stil, den Clare Waight-Keller in fließenden und lässigen Silhouetten umgesetzt hat. Auch hier heißt es abwarten, was kommt. Dennoch wäre es schade, wenn dieser Stil verschwinden könnte. Wenigstens zeigt die Britin noch eine Kollektion im März. Das wird das Hot Ticket der kommenden Damen-Modewoche werden.

Es bewahrheitet sich einmal mehr: Designerwechsel werden immer häufiger. Warum, das hatten wir hier bereits analysiert >>>.  Aber dass just mein Beispiel von Clare Waight-Keller, die mir damals sagte, dass sie möglichst lange bei Chloé bleiben wollte, sich in Luft auflöst (trotz anhaltenden Erfolg), tut mir persönlich leid. Ich hoffe, dass diese tolle Frau bald bei einem anderen Haus in London wieder auftaucht.

 

Chloé by Clare-Waight-Keller in den Online-Stores

*Dieser Artikel wurde am 10.März. 2017 aktualisiert.

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Photo By: Catwalkpictures
1 Kommentar zu “Designerwechsel bei Chloé”
  • Oh das ist aber mega schade! Ich bin fast ein bisschen entsetzt. Ich liebe den aktuellen Stil von Chloé und das eben nicht, weil Chloé darauf steht, sondern weil der Stil so ist wie er ist.
    Dann wird jetzt wohl ein Run auf alle Chloé Sachen entsstehen nehme ich an, ich bin gewappnet!

    Liebe Grüße
    Claudine

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