Plädoyer für den Kimono

Adventszeit ist die Zeit der Weihnachtsfeiern, Bürofeiern, Abendveranstaltungen, Salonabende... Isa hat bereits sehr gute Tipps gegeben, wie man diese Anlass-Termine am besten modisch meistert. Hier geht's zum Artikel >>> Ich möchte hier noch einen Schritt weiter gehen und behaupte: Ihr braucht nur ein EINZIGES Teil, nämlich einen Kimono.

Ein Teil für alle Anlässe

Seitdem ich meinen Kimono habe, bin ich viel entspannter, wenn ich mal kurzfristig zu einem Parfumlaunch oder einem Presse-Diner einer Luxusmarke eingeladen bin. Einfach irgendein schlichtes und angenehmes Outfit anziehen, den Kimono überwerfen, High-Heels an die Füße  – fertig. Mit diesem Look sieht man in Nullkommanix cool, modisch und elegant aus.  Dass ich mich mit dieser Meinung in bester Gesellschaft befinde, zeigte sich beim schicken Produktlaunch des letzten Hermès-Parfums im Palais Chaillot in Paris: Neben mir saß die Beauty-Chefin der Vogue Deutschland – im Kimono, im Saal traf ich auf die Marketing-Direktorin der Beauty-Sparte bei Hermès  – im Kimono – und dann entdeckte ich noch ein paar französische Journalistinnen, die ebenfalls im Kimono blendend aussahen und sich in ihrem Outfit sichtlich wohlfühlten.

Kimono – ein Trend für Mutige?

Bereits im September 2015 befragten wir zwei Trendforscherinnen nach den Trends für die kommenden Saisons und beim Stichwort Kimono ging bei beiden Damen der Daumen nach oben. Hier gehts zum Artikel >>> Doch so ganz hat es der „modische" Kimono, der sich an das japanische Traditionsgewand anleht, dann doch noch nicht in unsere Kleiderschränke geschafft. Obwohl Gucci, Etro und Forte Forte das Thema schon vor einigen Saisons anstießen...
Modepilot-Trend-Piece-Kimono
Etro Sommer 2016
... und die Haute Couture (allen voran Valentino) eifrig nachlegte. Siehe unser Trendbericht über massentaugliche Trends der Haute Couture.
 
Hier auch Modelle aus der aktuellen Winterkollektion 2016/2017 von Valentino, Etro etc. und dem neuen aufstrebenden Label Attico, das dem Kimono / Morgenmantel eine ganze Kollektion widmete:
 
Natürlich sind bei vielen Modellen die Grenzen zum Strickmantel oder zum Pyjama-Morgenrock fließend. Keine Frage. Ein Kimono ist – laut Alfons Hofers Textil- und Modelexikon – ein „mantelartiges, vorne übereinander genommenes Kleidungsstück japanischen Ursprungs mit breiten angeschnittenen oder eingesetzten Ärmeln, in der Taille oft durch einen  breiten Gürtel („Obi") zusammengehalten". Zitat Ende. Was nun wirklich ein modischer Kimono ist und was ein locker fallender Mantel, liegt wohl im Auge des Betrachters.

Wie trägt man den Kimono?

Dazu muss man nur auf die Streetstyles in unserer Galerie schauen. Denn der Kimono ist seit Jahren ein beliebter Styling-Eyecatcher, um Streetstyle-Fotografen auf sich aufmerksam zu machen. Gute Styles findet man auch bei den Anbietern von Kimonos wie Zara, Asos und Konsorten. Sie zeigen, wie man den Kimono als Ergänzung eines Outfits oder als Einzelstück tragen kann.
 

Meine Tipps zum Kimono

Als ich mich dem Thema erstmalig widmete und auf die Kimono-Suche ging, stellte ich sehr schnell fest, dass bei diesem Mode-Trendteil die Qualitätsunterschiede kaum größer sein könnten.
Material: Kimonos aus Polyester und in einem dünnen Stoff schauen genauso billig aus, wie man sie sich vorstellt. Sie mögen als Einsteig eine Lösung sein, aber auf lange Sicht sind sie nicht empfehlenswert. Aus Seide ist ein Kimono definitiv am schönsten. Eine glatte Baumwolle, weicher Samt oder sogar aus feinem Strick können durchaus gute Alternativen sein.
Länge: Auch die Länge ist entscheidend. Man sollte sich fragen: Zu welchem Outfit will ich den Kimono vor allem kombinieren? Zu Hosen, Röcke oder als Oberteil zu T-Shirts? Ich war mir sicher, dass ich ihn vor allem zu Hosen anziehen werde und entschied mich für die lange Version bis zum Knie, denn diese kaschiert und schmeichelt. Kurze Versionen sehen gut aus zu weiten Marlenehosen oder Röcken, sollten dann aber gegürtet werden.
Fransen – ja oder nein? Ich empfehle Fransen, weil sie ein weiterer Eyecatcher sind und dem Kimono noch mal einen Touch Eleganz und Wow-Effekt verleihen.
Gürtel – ja oder nein?  Wenn einer dabei ist, umso besser. Aber es muss nicht sein. Meistens trägt man den Kimono offen und wenn man ihn geschlossen tragen will, tut es zur Not auch ein dünner Ledergürtel oder eine schöne Kordel.
Farbig oder Uni: Wer noch unschlüssig, greift erstmal zum Uni (dann mit Fransen). Aber schnell wird man sich einen mit farbigen Mustern wünschen, denn der "macht einfach mehr her".  Zum Einstieg empfehle ich ganz persönlich dunkle Farben: Aubergine, Braun, Grau, Petrol, Kobaltblau. Meiner ist Aubergine mit Braun, aber mein nächster Kimono wird ganz bunt. Das ist jetzt schon sicher.

Das Trendpiece Kimono

Es gibt Kimonos von 10 bis 7000 Euro. Wie oben beschrieben, sollte man schon auf Qualität achten. Aber für den Einstieg kann aus Preisgründen ein Polyester-Kimono seinen Zweck erfüllen. Wer sich bereits mit diesem Modethema angefreundet hat, darf gerne mehr ausgeben. Denn: Ein schöner Kimono kann uns ein ganzes Leben lang begleiten. Warum? Weil er nicht auf Figur geschnitten ist. Er passt immer.  Besonders wertvolle Modelle können sogar zu Erbstücken werden. In der Galerie findet Ihr alle Preislagen zur Auswahl:
Photo Credit: Catwalkpictures, Barbara Markert für Modepilot

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