Chanels Lehrstück in Sachen Lingerie

Schaut man auf die Laufstege für den Sommer 2017 – und das habe ich in den letzten Wochen exzessiv betrieben – so sieht man dort entweder BHs, Slips, Miederhöschen oder gleich nackte Busen. Der Lingerie-, bzw. Transparenz-Trend hat nach einigen zaghafteren Saisons nun voll durchgeschlagen. Man fragt sich: Warum? Denn die transparente Mode hat sich schon in den letzten Jahren als Ladenhüter entpuppt. Selbst mit Reduzierungen bekamen die Händler das Zeug kaum los. Fast hege ich den Verdacht, dass die Marken nach Parfums, Brillen und Handtaschen nun in Wäsche expandieren wollen. Dieses neue Geschäftsfeld mag angesichts unserer Mode-Übersättigung Sinn ergeben. Und damit wäre auch ein triftiger Grund für die ganze Transparenz auf den Laufstegen gefunden.

Wie stylt man die transparenten Kleider?

Was tun mit so viel Transparenz? Klar, kann man sich bei diesem Lingerie-Trend mit Layerings behelfen. Dann zieht man eben zwei transparente Tops, Blusen oder Röcke übereinander. Das ist heute ja schon lange kein Bad-Taste-Look mehr, sondern cool.  Aber nicht immer gelingt damit das Styling. Die Einzelteile müssen einerseits zusammenpassen und andererseits auch unterschiedliche Größen haben, damit es funktioniert. Das ist nicht immer einfach. Bleibt das alte Problem: Wenige von uns haben den Mut (und die Figur), so auf die Straße zu gehen.

Das Paradebeispiel Chanel

Sollte man also den Lingerie-Trend einfach links liegen lassen? Nein, denn es gibt einige Beispiele, wie dieser Trend gut umgesetzt werden kann.
Chanel zeigt uns, wie der Lingerie-Look gelingt.
Allen voran zeigt uns Karl Lagerfeld, wie es geht. Bei ihm dreht sich die ganze Sommerkollektion 2017 um das Thema und trotzdem sehe ich bei ihm keine einzige Brustwarze, kein einziges Höschen, keine einzige Popo-Falte. Der Beweis:
Karl Lagerfeld sagt in diesem kurzem Interview (ab 0.36 sek.) alles, was man zu diesem Thema wissen muss:
Genau. Es geht nicht um laute Erotik oder platte Sexiness, sondern um Poesie und einen Hauch Romantik in der Alltagsmode. Lingerie kann dezent eingesetzt werden, das Tüpfelchen auf dem "i" eines Looks sein. Die Unterröcke, Hemdchen, Negligés undUnterkleider sind hauchzart, aber dennoch deckend. Sie verbreiten eine elegante Erotik, die keine Busenschau braucht. Da und dort blitzt Spitze aus dem Rocksaum hervor, hier wird ein Hemdchen zum feinsten Spitzentop, dort ein blickdichter Unterrock zum Ausgehrock mit zarter Borte.

Damit gelingt der Chanel-Look

In unserer Shoppinggalerie findet Ihr Lingerie-Tops und Unterkleider, mit denen man ganz einfach den Chanel Look aus dem Sommer schon jetzt nachstylen kann:

So ginge es zur Not auch

Aber es gab auch noch ein paar andere gute und halb-gute Beispiele von den aktuellen Laufstegen, die uns Stylings zeigen, wie wir Lingerie alltagstauglich tragen können.
Photos by: Catwalkpictures

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