5 Regeln für den perfekten Street Style Look

Der Fashionweek-Reigen ist rum. Zeit, Resumée zu ziehen – auch zu den neuen Street Looks. Was tragen die Fashionistas? Was können wir uns von ihnen abgucken? Doch irgendwie wird es immer schwieriger aus der Masse der Street Style-Bilder die Streu vom Weizen zu trennen. Zu viele der Looks sind zu bemüht, zu auffällig und somit kaum alltagstauglich. Natürlich werden die Fashion Week Looks extra etwas „overdone“ gestylt, damit sie gut auf den Bildern aussehen, aber inspirierend ist das nicht mehr.

Street Style heute: oft zuviel des Guten

Gab es früher die komplett verrückten Clown-Outfits (Ihr wisst schon, die Männer in Miniröcken und die Frauen mit den selbst gebastelten Hüten), mit denen manche um Aufmerksamkeit heischten, so sind die Looks heute nicht mehr aus Omas Mottenkiste zusammengestellt, sondern es handelt sich um sündhaft teuere Designer-Looks, bei denen oft viel zu viele Statement-Teile zusammen gemixt werden. Ob diese nun gekauft, geliehen oder gegen Geld gesponsert sind, lassen wir mal dahin gestellt.

Genau dieses Zuviel-des-Guten hat letzte Woche einen Zickenkrieg ausgelöst, der während der Modewochen zwischen den Printredakteurinnen aus den USA und den Bloggern, bzw. Instagramern entbrannte. Die NZZ fasste den Sturm im Social-Media-Getummel unter dem Titel „Vogue verliert die Contenance“ zusammen.  Ich zitiere mal kurz aus den dort zusammengefassten Anklagen:

«Hinweis an alle Blogger, die vor jeder Schau ihr Outfit wechseln und sich für das Tragen dieser Looks bezahlen lassen: Bitte sofort aufhören, sucht euch einen anderen Job, ihr seid der Tod des Stils», lästert etwa Sally Singer, Creative Digital Director von «Vogue.com». Ihre Kollegin, Chefkritikerin Sarah Mower, stösst (etwas subtiler) ins gleiche Horn und fragt: «Wie pathetisch sind all diese Mädchen, die vor den Schauen ständig auf und ab gehen und sogar einen Verkehrsunfall riskieren, um endlich von den Fotografen geknipst zu werden?» – «Es ist traurig, diese Frauen in den geliehenen Kleidern zu sehen, und es ist ernüchternd, wie viele Marken das Spiel mitmachen», stimmt Nicole Phelps in das Gejammer ein. Am schärfsten schiesst die «Vogue»-News-Chefin Alessandra Condina: «Was die Bloggerinnen zeigen, ist nicht Stil, sondern Lächerlichkeit und Peinlichkeit. Es ist, wie wenn man in einem Strip-Club nach Romantik suchen würde.»

Mehr braucht man zu dem Thema nicht zu wissen. Warum sich aufregen? Niemand muss die Looks der Blogger abbilden, wenn er diese doof findet. Oder? Es kostet einfach nur mehr Arbeit, sich DIE Outfits zusammen zu suchen, die zur Leserschaft passen. Bei der Analyse der Looks für Modepilot stellte ich dann fest:  Es gibt goldene Regeln, mit denen ein Street Look gelingt, und die für alle Saisons wie auch viele Jahre gelten. Einige davon haben wir hier schon genannt, manche sind neu. Hier kommt unser Styleguide für den perfekten Street Style Look.

5 Regeln für den perfekten Street Style Look

Regel Nummer 1:  EIN Statement-Teil genügt

Ein Hingucker reißt eine ganzes Outfit raus: sei es eine  besondere Bluse, ein besonderer Rock, auffällige Schuhe, ein Statement-Mantel oder ein stark gemustertes oder dekoriertes Kleid. Mit diesem einem Teil ist die modische Message gesagt. Nun muss alles drumherum schweigen, bzw. sich dezent im Hintergrund aufhalten. Deshalb kombiniert man Statement-Teile am besten mit einfachen Klassikern: schwarze Schuhe, grauer, schwarzer, weißer oder blauer Pulli, einfache Lederjacke oder einfarbige Accessoires…

Regel Nummer 2: Bei Jeans-Looks cool bleiben oder mit Eleganz punkten

Jeans sind an sich ein cooles und lässiges Kleidungsstück. Mit einem ebenso lässigen T-Shirt oder einem schlichten Top wird der Laissez-faire-Charakter unterstrichen. Mit einem schicken und eleganten Oberteil wird der Casual-Look gebrochen und bekommt einen neuen Dreh. Beides sieht sehr gut aus und entspricht einem urbanen und alltagstauglichen Style, der für alle Tage geht und nicht verkleidet aussieht, wie z.B. eine Kombination aus drei total hippen Jeansteilen.

Regel Nummer 3: Mit starken Farben punkten – aber in Maßen

Starke Farben, wie die aktuell von Kathrin in ihrem Sommerfarben-Trendartikel >>> vorgestellt, sind ein Hingucker, machen gute Laune, einen frischen Teint und beweisen modische Aktualität. Also her damit! Meist reicht pro Saison ein einziges farbiges Teil, das man auf verschiedene Weise mit dem Rest des Kleiderschranks kombiniert. So bekommen die Lieblingsstücke einen aktuellen Trend-Bezug. Aber Vorsicht! Meist reicht eine starke Farbe aus. Zwei gehen auch noch, wenn sie gut zusammenpassen. Bei mehr ist die Grenze zum zu sehr bemühten Schaut-her-Look nicht mehr weit entfernt.

Regel Nummer 4: Uni-Looks und Outfit in einer Farbfamilie kommen immer gut

Diesen Tipp habe ich schon in meinem letzten Survival-Guide zur Fashion Week genannt >>> und er bewahrheitet sich jede Saison aufs Neue. Wer sich in einer Farbe stylt, kann sich an die tollsten Schnitt- und Einzelteil-Kombinationen wagen. Wer ungern wagt, der geht den klassischen und ebenso modischen Weg des Hosenanzugs. Isa hatte das schon ausgiebig erklärt. Hosenanzüge sind das neue Must-Have im Schrank. Hier geht’s zum Artikel >>>. Und hier geht’s zu den Looks, die diese These unterstreichen.

Regel Nummer 5: Bei Mustern kommt es auf die richtige Dosierung an

Muster sind gerade das Salz in der Suppe der Mode. Gucci sei Dank. Aber wir wollen ja nicht wie Abziehbilder der Gucci-Laufsteglooks herumlaufen, sondern unseren eigenen Dreh mit wilden Mustern und Streifen finden. Dass Streifen zu Blumen durchaus passen, haben wir in diesem Artikel geklärt >>>. Hier findet Ihr weitere gute Inspirationen, die zeigen, dass Muster in Maßen und wohl überlegt kombiniert, super aussehen. Mit solchen Looks aus der alltäglichen Kleider-Monotonie ausbrechen!

 

Photo By: Catwalkpictures, Barbara Markert für Modepilot,
2 Kommentare zu
“5 Regeln für den perfekten Street Style Look”
  • Sehr guter Artikel, sehr schöne Bilder. Vielen Dank, liebe Barbara!
    PS: Ich finde, die Amerikanerinnen haben recht. Mich nervt dieser Blogger-Hype schon lange. Sollen die sich doch bitte alle mal richtige Jobs suchen.

    • @StephKat: Danke für die Blumen. Zu den Bloggern (schon witzig, damit meint man heute nur noch Styleblogger): Ach, ich bin für Toleranz walten lassen. Die Firmen fahren auf diese hübschen Mädchen derzeit ab. Warum? Sie bekommen für wenig bis gar kein Geld ein Monster-Werbung und eine tolle Reichweite. Der Tausend-Kontakt-Preis war niemals besser. Die Marken wären doof, wenn sie es nicht ausnutzen sollten. Der Zwist beruht meiner Meinung nach genau darauf: Es geht ums Geld. Konkret um Werbegelder. Wer bekommt sie und in welcher Höhe?

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