Anine Bing: erster Laden in Deutschland

Anine Bing hat vor wenigen Tagen ihren ersten deutschen Flagship Store direkt im Herzen Berlins eröffnet. Für uns Anlass genug, sich das Label einmal etwas genauer anzusehen: Wir baten Anine Bing zu einem Business-Interview.

Modepilot-Anine_Bing-Interview

Anine Bing in Berlin

 

Wer ist Anine Bing?

Als die gebürtige Dänin Anine Bing 2012 zusammen mit ihrem Mann in Los Angeles ihr gleichnamiges Label gründete, hatte sie bereits zwei Karrieren hinter sich: als Mannequin und Bloggerin. Ihr Blog Anine’s World war Teil der skandinavischen Modeplattform The You Way, die sich die 33-Jährige mit zwei anderen skandinavischen Social Media Stars teilte: der Dänin Pernille Teisbaek und der Schwedin Sofi Fahrman.

Nun ist es nichts Neues, dass erfolgreiche Digital Influencer irgendwann ihre eigene Kollektion entwerfen (siehe Chiara Ferragni, Jeanne Dumas oder Alexa Chung). Doch bei sehr vielen verläuft der Ausflug in die Mode wenig später im Sande. Nicht so bei Anine Bing: Nach den ersten Kreationen à la „meine Lieblingsstücke aus dem Kleiderschrank“, bestehend aus T-Shirts, Jeans und Lederjacken, baute sie peu à peu ihre Kollektion weiter aus und beliefert heute nicht nur weltweit Multibrand Stores, sondern eröffnet seit einem Jahr auch eifrig eigene Flagships in den großen Metropolen. Nach einer ersten Boutique in der Wahlheimat Los Angeles, kamen 2015 New York dazu (in der coolen Bleeker Street, bei Marc Jacobs um die Ecke), dann Antwerpen, Madrid, Paris, Brüssel und Barcelona. Die letzten drei wurden erst im Frühjahr 2016 eröffnet. In Bings Ladenoffensive war nun Berlin dran.

 

Blick in den Store

Bei den Stores setzt Anine Bing auf ein einheitliches Ladendesign. Es gibt im Interior kaum Unterschiede zwischen den einzelnen Läden in den verschiedenen Metropolen. Kennt man einen, kennt man alle. Adresse des Berliner Stores: Er  liegt in Mitte, konkret Rosa-Luxemburg-Straße 9.

 

Das Interview

Modepilot-Anine_Bing-Interview

Anine Bing und ich im Flagship-Store in Paris

Ich traf Anine Bing bereits vorher in Paris zu einem Businessgespräch:

Modepilot:  Sie eröffnen gerade massiv Läden in Europa, leben aber selbst in den USA. Wie wichtig ist Europa für die Marke Anine Bing?

Anine Bing: Auch wenn der amerikanische Markt der größte ist, waren die europäischen Länder immer sehr wichtig für mich. Meine Ästhetik spiegelt die europäische Frau wieder und die Läden in Antwerpen und Madrid laufen richtig gut.

Ihre Brand ist wahnsinnig schnell gewachsen und groß geworden. Wie kommt’s?

Ich hatte eine starke Vision von Anfang an: Ich wollte eine Marke aufbauen, die zu Frauen spricht, die sich gerne ohne großen Aufwand kleiden, aber dennoch edgy sind. Diesen Zielen bin ich treu geblieben. Und ich habe nicht zu sehr auf das Gerede anderer geachtet, sondern bin meinen Weg gegangen.

Was ist heute wichtig, wenn man eine Marke gründet?

Eine klare Markenaussage. Ich folge keinen Trends, nur weil es Trends sind. Und natürlich ist auch die Produktion sehr wichtig: Qualität und Schnitte müssen genau so stimmen wie das Design.

Sie haben ein ziemlich ausgeklügeltes Liefersystem, das jede Woche neue Ware in die Läden liefert – ähnlich wie bei den großen Vertikalen, z.B. Zara oder H&M. Damit setzen sie das um, wovon derzeit die ganze Branche spricht: See now, buy now.

Die Social Media Kanäle haben eine neue Art des Konsums von Mode aufgebracht und ich wollte bei dieser Entwicklung ganz vorne mit dabei sein. Deshalb habe ich die wöchentliche Lieferung neuer Ware forciert. Saison-unabhängige Mode zu machen, war auch von Anfang meine Idee und ist heute die DNA der Marke. Das kommt bei den Kunden super an.

Was ist wichtig, wenn man eine Kollektion so fragmentiert?

Ich wollte eine sich weiter entwickelnde Kollektion schaffen, die sich jede Woche verändert, aber aufeinander aufbaut. Viele Stücke sind im Design ziemlich klassisch, so dass sie gut mit den trendigeren Sachen funktionieren. Eine Lederjacke kann man so einmal schicker, einmal weniger schick stylen. Die Idee ist, dass jedes Stück in vielen verschiedenen Arten mit anderen Sachen aus meiner Kollektion kombiniert werden kann.

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Sie sind ein Langzeitblogger, kennen die Social Media Kanäle alle in- und auswendig. Wie hat diese Erfahrung Ihnen beim Aufbau der Marke geholfen?

Die Social Media Kanäle bieten eine ideale Möglichkeit, schnell und direkt mit den Kundinnen zu kommunizieren. Ich nutze meine Social Media Angebote als eine Art Schaufenster, um meine Produkte zu zeigen, aber auch mein Leben als Designerin und Mutter.

Modepilot-Anine_Bing-Interview

Anine Bing im Gespräch

Sie sind dabei Ihr eigenes Rolemodel…

Genau. Ich produziere nur Sachen, die ich auch selbst tragen würde. Mein Name steht auf der Marke und ist mit ihr unmittelbar verbunden. Das schafft eine gewisse Verantwortung, die ich gerne eingehe.

Danke für das Gespräch.

Photo By: PR, Barbara Markert

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