NY Fashionweek: Die Mode der Stars (Kanye, Kendall & Konsorten)

Sie heißen Kanye West, Rihanna sowie Kendall und Kylie Jenner. Sie sind berühmt. Weltberühmt. Sie vereinen Millionen von Fans auf ihren Instagram Accounts. Und sie machen in Mode, auch wenn sie das eigentlich gar nicht gelernt haben. Die Stars unter den Designer-Autodidakten gehören längst zu den Highlights der New York Fashionweek. Dass Rihanna ihre Kollektion Fenty x Puma nicht auf dem Laufsteg zeigen wollte, sondern lieber in Luxusläden (wir berichteten), bekam viel Medienecho. Warum? Die Antwort: Promi-Kollektionen sind Publikums-Knüller, kurbeln die Presse- und Blog-Berichterstattung einer jeden Modewoche an. Aber bringen sie auch die Mode weiter? "Kann Kanye Mode?",  fragte unsere Autorin Lisa Riehl vor einem Jahr bei seiner Debut-Kollektion (hier geht's zum Artikel >>>). Ihre Antwort war damals: Von einem modischen Genie kann nicht die Rede sein. Ok, und nun? Hat Kanye inzwischen die Mode gelernt? Hat ihn die Muse geküsst? Könnte ja sein.
Wir erinnern uns an Victoria Beckham, die auch mal klein anfing. Anfangs kopierte sie vor allem ihren Lieblingsdesigner Roland Mouret, aber heute ist sie längst eine wichtige Größe im Modezirkus und bringt Kollektionen heraus, von denen selbst altgediente Designer noch etwas lernen können. Daher will ich nichts vorab verdammen. Wir fangen alle mal klein an und jeder muss sich erst in seine Rolle (als Modedesigner) hineinfinden. Auch dann, wenn er in einer anderen Branche (z.B. Musik) schon eine Größe ist.

Yeezy by Kanye West

 
Bei Kanye Wests Debutkollektion vor einem Jahr dachte ich nur: "Um Himmels willen! Was ist das?" Daher bin ich nun positiv überrascht, dass es nicht mehr so hässlich ist wie damals. Im Gegenteil: Das kann man durchaus anziehen und die dicken Kapuzenjacken sind sogar super schön. Klar ist das jetzt auch noch kein Geniestreich. Außerdem schaut alles so aus als sei es für die Gattin Kim designed worden. Die dicken Jacken trägt Kanye in seinen Videos selbst, aber beim Warehouse Sale von Barney's und Mytheresa.com gehen die alten Modelle auch mit einem zusätzlichen Nachlass von 40 Prozent nicht weg. Wie gesagt, das mit dem Designen will gelernt sein.
Welche Bedeutung diese Kollektion für die Mode hat, ist irgendwie egal. Bei Yeezy geht es auch ums Image einer Person. Kanyes Fans werden kaufen und fragen auch gar nicht nach dem Preis. Dass sie nun endlich auch  den Nachwuchs mit den Yeezy-Sachen ausstatten können (North und Saint, die Kinder von Kim und Kanye, sei Dank), stimmt sie froh. So ein Fan-Dasein muss früh gelernt werden. Deshalb gibt es die Yeezy Boots sogar schon für die ganz Kleinen. Der dreijährige Sohn meiner Freundin hat sie schon. Ob seine Kindergarten-Kameraden kapieren, was er da trägt? Fraglich.

Kendall und Kylie

Muss man hier noch erkären, wer Kendall und Kylie sind? Sogar super Promi-Banausen wie ich haben inzwischen den Kardashian Klan auf dem Plan, auch wenn ich noch nie eine ihrer Reality-Soaps gesehen habe. Muss man? Habe ich was verpasst? Die Presse hat ihre neuen Königinnen und an denen kommt man nicht mehr vorbei. Auch modisch nicht? Mal sehen:
 
Die Lifestyle-Kollektion von Kendall und Kylie Jenner, lanciert vor einer Saison, schaut aus wie ein Best-of ihrer Kleiderschränke (Das hatte Kate Moss auch nicht anders gemacht.) und wirkt auf den ersten Blick elegant und sehr feminin. Die Inszenierung im Garten und vor dem schicken Anwesen mag ich. Lustig ist auch, dass das Model aussieht wie Kendall selbst. Die vielen Hemden und Hemdblusenkleider sind derzeit in Mode. Da liegen die Damen nicht falsch. Das gewickelte Top mit der freien Schulter ist sogar ziemlich innovativ. In dieser Linie steckt in meinen Augen mehr überlegte Designarbeit (von wem auch immer) als bei den Kollektionen der beiden Musikstars (oben und unten).

Rihannas Kollektion Fenty X Puma

Wie eingangs erwähnt: Es gab keine Show, aber eine Präsentation im Kaufhaus Bergdorf Goodman in der 6. Etage:
Ein von Fenty X Puma (@fentyxpuma) gepostetes Foto am
Kurz und in wenigen Worten könnte man die Kollektion so zusammenfassen: Schwarz/Weiß, sportlich, sexy. Viele Lookbook-Bilder gibt es nicht zur Kollektion. Bei Puma im Onlineshop sieht man mehr. So einiges, wie die Creepers, sind schon ausverkauft.
Im Klartext gesprochen: So schlecht ist das nicht. Wenn man Rihannas Stil mag. Für eine Sport-Musikstar-Kooperation ist es sogar durchaus gelungen. Da haben wir schon Schlimmeres gesehen. Vor allem schafft es Puma, durch diese Kooperation wieder aus dem Imageloch zu kommen. Und darüber freue ich mich. So gesehen: Alles richtig gemacht, Rihanna und Puma. Den Laufsteg hätte es für die Sachen eh nicht gebraucht. Im schicken Kaufhaus eine Präsentation, viele Modelle schon ausverkauft  – so geht "See now, buy now".
Photo Credit: Catwalkpictures, Instagram

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