Modepilot testet: Produkte gegen Haarausfall

Immer im Frühjahr und manchmal auch im Herbst bekomme ich Haarausfall. Gerade geht mein Haarausfall sogar in der Sommer-Saison weiter. Das liegt sicherlich am noch immer frühlingshaften Regenwetter in Paris. Der Sommer lässt noch auf sich warten und auch das Ende meines Haarausfalls.

Woran erkenne ich, dass ich Haarausfall habe? Normalerweise verliert der Mensch 60 Haare pro Tag. Bei mir sind das gerade wesentlich mehr. Beim Haarewaschen muss ich (kurzes bis mittellanges Haar) mehrmals das Sieb, das ich vorsorgehalber auf den Abfluss gelegt habe, leeren. Die Folge dieser „Mauser“ ist jedes Mal, dass mein ohnehin sehr dünnes Haar noch mehr ausgedünnt ist. Man nennt diesen Phänomen den saisonalen Haarausfall. Es sei etwas ganz Natürliches, sagen die Wissenschaftler. Mag sein, aber hinnehmen will ich den Haarausfall zweimal pro Jahr deshalb noch lange nicht.

Welche Ursachen hat saisonaler Haarausfall?

Wissenschaftler behaupten, dass dieser saisonale Haarausfall mit der Tageslicht-Einstrahlung zu tun hätte. Im Sommer sind die Haare länger dem Licht ausgesetzt, deshalb würden im Herbst mehr Haare von der Wachstumsphase (Anagenphase) in die Ruhephase (Telogenphase) überwechseln. Zudem wirke die Änderung des Tageslänge (kurze Tage im Winter, lange im Sommer) auf den Hormonhaushalt. Hormonelle Schwankungen wiederum können zu vermehrtem Haarausfall führen. Das wäre dann bei mir im Frühling der Grund für den Haarausfall. Oder bin ich schon in der Pre-Menopause?

Die gute Nachricht ist: Bei saisonalen Haarverlust wachsen die Haare wieder nach, weil die Haarwurzel nicht zerstört ist. Nicht so bei einem krankheitsbedingten Haarausfall, bei dem man unbedingt den Arzt aufsuchen sollte.  Das hatte ich auch schon und das ist viel schwieriger zu bekämpfen, weil die Ursache erforscht werden muss.

Wie auch immer: Jedes Haar weniger ist ein Verlust. Deswegen rücke ich dem saisonalen Haarausfall, sobald er einsetzt, zu Leibe, bzw. zu Haare. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Anti-Haarausfall-Mittel. Hier stelle ich drei Produkte vor, die ich in den letzten Jahren getestet habe.  Beim Haarausfall im Frühjahr 2015 habe ich die „Anti-Chute“-Kur von Carita probiert, im Herbst letzten Jahres dann „Phytocyane“ von Phyto Paris und aktuell in diesem Frühjahr habe ich aus Spargründen „Force Ultime“ von Fructis Garnier aufgetragen. Hier mein Testergebnis:

 

Carita: „Anti-Chute“

 

Modepilot-Haarausfall-Text

Kur „Anti-Chute“ von Carita Paris

Inhalt und Anwendung:
Intensiv-Kur von fünf Wochen. In der Packung befinden sich zehn Ampullen. Zweimal pro Woche sollte das flüssige Serum (entspricht einer Ampulle) nach dem Haarewaschen ins handtuchtrockene Haar und direkt auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Nach einer kurzen Pause einmassieren, nicht ausspülen, danach wie gewohnt frisieren.

Versprochene Wirkung:
Der Haarausfall soll reduziert, das Haar gestärkt, der Wachstumsprozess unterstützt  und der Alterungsprozess des Haares verlangsamt werden. Auch sollen die Haare an sich glänzender und weniger brüchig werden. Dank essenzieller Pfeffer- und Rosmarin-Öle, Vitamin B5 plus einem Komplex Anti-Haarausfall würden 137 Haare pro Tag „gerettet“ werden und 154 neue dazu kommen.

Testergebnis:
Für mich eine Wunderwaffe. Nach nur einer Woche (2 bis 3 Anwendungen) war mein Haarausfall gestoppt. Die Kur habe ich gerne bis zum Schluss durchgezogen, denn nach dem schnellen Erfolgserlebnis machte es mir richtig Spaß, das „Anti-Chute“ auf meine Kopfhaut einzumassieren. Es riecht gut und macht das Haar nicht fettig. Die Anwendung ist mit den kleinen, gut geformten Dosen ganz einfach.

Besondere Bemerkungen: 
Als Öko-Tussi störte mich natürlich der viele Plastikabfall. Aber dazu bekam ich eine Saison später plötzlich eine andere Meinung. (Siehe Testbericht zu Phyto). Zweiter Nachteil: Der Preis bei Carita ist leider nicht ohne und das Produkt ist schwer zu bekommen, weil extrem selektiv distribuiert.

Preis: um 80 Euro, erhältlich online bei z.B. Perfect Hair in der Schweiz

 

Phyto: „Phytocyane“

Modepilot-Anti-Haarausfall-Test

„Phytocyane“ wurde speziell für saisonalen Haarausfall bei Frauen entwickelt. Es gibt ein anderes Produkt speziell für Männer.

Inhalt und Anwendung:
Die Kur mit zwölf Ampullen in Glasfläschchen reicht für einen Monat und ist gedacht als Intensivbehandlung von temporären Haarausfall. Dreimal pro Woche eine Ampulle nach der Haarwäsche auf das handtuch-trockene Haar, bzw. scheitelweise auf die Kopfhaut auftragen. Danach das Serum mit den Fingerspitzen einmassieren.

Versprochene Wirkung:
Phytocyane wurde speziell zur Bekämpfung von Haarausfall bei Frauen entwickelt. Es gibt ein zweites Produkt auch für Herren. Mit einem Wirkstoffmix aus Gingo Biloba, Schneeballrinde (Was es alles gibt?!), Trauben-Procyanidinem Vitamin B, Seidenproteine und Tyrosinderivat (einer Aminosäure, A.d.R.) soll der Haarausfall durch die Aktivierung der Keratinproduktion reduziert werden. Angeblich wird das Haar auch gekräftigt, das Auftreten grauer Haare verlangsamt und das Volumen der Haare erhöht. In den Studien (Test an 31 Frauen, also statistisch gesehen nicht aussagekräftig) bestätigten 85 Prozent der Probanten eine Reduktion des Haarausfalls. 94 Prozent stellten mehr Volumen fast und alle fanden, dass die Haare mehr glänzten.

Testergebnis:
Zuerst hatte das Produkt bei mir kaum eine Wirkung erzielt. Aber nach drei  Wochen (innerhalb einer vier Wochen-Kur) war der Haarausfall gestoppt. Da ich eine Doppelpackung gekauft hatte, setzte ich die Kur weitere vier Wochen fort. Nach acht Wochen war mein Haar tatsächlich gestärkt und der Haarausfall völlig vergessen. Das Produkt ist dank eines kleinen Aufsatz-Spenders ganz einfach zu verwenden und hat einen angenehm diskreten Geruch. Phytocyane fettet das Haar nicht nach. Das Haar kann normal frisiert werden.

Modepilot-Anti-Haarausfall-Test

„Phytocyane“-Ampullen im Glas. Umweltgerechter, aber leider zerbrechlich.

Besondere Bemerkungen: 
Da die Ampullen aus Glas sind, können sie einfach im Altglas entsorgt werden. Jedoch ist mir die Packung einmal runtergefallen: Zwei der teueren Ampullen platzten. Der ökologische Vorteil war dadurch ein bisschen geschmälert.

Preis: um 44 Euro, erhältlich bei Amazon

 

Fructis Garnier: „Kraft Zuwachs“

Modepilot-Anti-Haarausfall-Test

„Fructis Kraft Zuwachs“, ein Serum für mehr und fülligere Haare – für Sie und Ihn

Inhalt und Anwendung:
Serum (Inhalt 84 ml) für eine Behandlung von zwei Wochen. Das Serum wird täglich (morgens oder abends) auf die Kopfhaut aufgetragen und leicht einmassiert. Es wird nicht ausgewaschen.  Ansonsten wie gewohnt frisieren. Um die gewünschte Wirkung (1000 Haare mehr) zu erzielen, wird empfohlen, die Behandlung über 90 Tage fortzuführen. Das entspricht sechs Flaschen à 84 ml. Das Serum ist Teil eines umfangreichen Pflegeprogramms, das auch Shampoo, Spülung und eine Creme-Kur beinhaltet. Es ist für Männer wie Frauen geeignet.

Versprochene Wirkung:
Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Produkten wird „Fructis Kraft Zuwachs“ nicht explizit als Anti-Haarausfall-Produkt ausgewiesen. Es wird empfohlen für Haare, die sich „ausdünnen“. Dieser Begriff wird gerne auch für Männer-Shampoos benützt, wobei es sich nicht um saisonalen, sondern altersbedingten Haarausfall handelt. Im Fokus des Produktes steht der Wirkstoff Stemoxydine, der die Haarwuchsel revitalisiert und den natürlichen Haar-Erneuerungsprozess stimuliert. Zudem enthält „Fructis Kraft Zuwachs“ stärkende Ceramide und Aktiv-Frucht-Konzentrate, die zusammen die Haar-Faser nähren und revitalisieren. Versprochenes Ergebnis: Das Haar würde stärker, fülliger und bekomme eine verbesserte Haarqualität .

Testergebnis:
Ich habe die Behandlung abgebrochen, weil ich keine Zeit habe, mir jeden Morgen das Serum in die Haare zu massieren. Außerdem wird das Haar danach ein bisschen fettiger. Der entscheidende Grund, das Produkt nicht weiter zu verwenden, war jedoch der süßliche Geruch. Ich bin sehr geruchsempfindlich und wollte nicht jeden Tag riechen, wie diese rosa Bubblegum-Kaugummis aus den frühen 80er Jahren (Kennt die noch einer?).  Außerdem hatte ich das Produkt gekauft, um Geld zu sparen und musste nach genauer Lektüre der Beschreibung feststellen, dass die Behandlung für die gesamten (empfohlenen) 90 Tage am Ende teuerer ist als das Serum von Phyto. Leider habe ich auch keinerlei Wirkung in der ersten Woche festgestellt, wo ich noch brav einmal täglich Fructis in meine Kopfhaut einmassiert hatte. Schade.

Besondere Bemerkungen: 
Sechs Flaschen sind ziemlich viel Plastikmüll. Warum Garnier das nicht in größere Verpackungen gefüllt hat, ist mir ein Rätsel.

Preis: Einzelpreis um 8 Euro. Preis für die ganze Kur: 48 Euro, erhältlich bei Amazon.

 

Fazit:

Ich hätte ja gerne vermeldet, dass das billigste Produkt das beste ist. Bei diesem Test gewann aber mit weitem Abstand das teuerste Produkt von Carita. Die Phyto-Kur gab es kürzlich im Angebot und die habe ich gerade für 32 Euro nachgekauft. Fructis ist bei mir leider durchgefallen.

Nächsten Herbst teste ich dann ein neues Produkt. Es gibt einiges Neues am Markt. Mal sehen. Fortsetzung dieses Hausausfall-Produkttests folgt.

Photo By: Screenshots Website der Produkthersteller, Aufmacherbild Catwalkpictures
4 Kommentare zu
“Modepilot testet: Produkte gegen Haarausfall”
  • Danke für diesen fabelhaften Produkttest-Bericht… der kam genau zur rechten Zeit. Die Phyto-Kur hab ich direkt bestellt und hoffe auf ein ähnlich großartiges Ergebnis.

  • Vielen Dank für deinen Testberichte. Ich teste gerade die komplette ProduktePalette von Phyto und bin gespannt. Liebe Grüße

  • Wie oben schon erwähnt wurde gibt es verschiedene Mittel gegen Haarausfall, die einen wirken gut, die anderen wieder weniger gut. Haarausfall kann viele Ursachen haben, es ist erst einmal sehr wichtig zu wissen welche Art von Haarausfall man hat, und man sollte wenn möglich auch dessen Ursache kennen.Dann kann man mit den passenden Mitteln gezielt den Haarausfall an der Wurzel bekämpfen.

    Also eine gesunde Ernährung ist wirklich sehr wichtig, und kann aufjedenfall ein Grund für Haarausfall sein. Ich würde darauf achten das alle wichtigen Nährstoffe gedeckt sind, dies kann man durch eine ausgewogene Ernährung erreichen, oder durch Nahrungsergänzungsmitteln.

    Wenn es in der Familie schon bekannte Fälle von Haarausfall gibt, und man schon kleine Geheimratsecken bekommt, und das Haar am Hinterkopf auch lichter wird könnten das Anzeichen für einen androgenetischen Haarausfall (erblich bedingt) sein?

    Wenn sich kreisrunde kahle Stellen am Kopf bilden, könnten dass Zeichen von Kreisrunden Haarausfall sein. Dieser wird durch eine Autoimmunerkrankung hervorgerufen.

    Wenn die Haare am gesamten Kopf ausfallen, dann ist es ein diffuser Haarausfall. Dieser kann durch Stress und/oder eine schlechte Ernährung hervorgerufen werden.

    • Liebe Robin, danke für diesen sehr wichtigen Kommentar, denn eine gesunde Ernährung ist das A und O. Wie aber im Text beschrieben, wollen wir uns hier nur mit dem saisonalen Haarausfall befassen, weil dieser meist Ursachen hat, die mit dem Wetterwechsel und den veränderten Lichtverhältnissen zu tun haben. Für echten Haarausfall lohnt es sich auf alle Fälle tiefer nach Ursachen zu forschen, bzw. einen Arzt aufzusuchen.

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