Menswear Fashionweek Paris: Best of Locations

Seitdem die Pariser Modekammer vor einigen Jahren den Schauenstandort am Louvre aufgegeben hat, zeigen die Marken ihre Kollektionen in alten Autogaragen, Parkplätzen, ehemaligen Eisenbahn-Hallen und leerstehenden Sportstätten. Als Besucher ist man es inzwischen gewohnt, in zugigen und schmutzigen Locations wertvolle Luxus-Mode zu begutachten. Doch diese Saison war alles anders: Die Designer der Männermode-Woche in Paris schienen sich untereinander abgesprochen zu haben. Als Schauenstandort standen diesmal frisch renovierte Schulen und Universitäten ganz oben auf der Prioritätenliste. Daneben wurden Museen gerne gebucht. Wer es sich leisten konnte, baute extra ein Zelt auf, so wie Louis Vuitton, die im Palais Royal zeigten. Nicht schlecht, aber es ging noch besser. Diese drei Marken hatten mit ihren spektakulären Locations ganz unseren Geschmack getroffen – und überzeugten zudem noch mit ihrer Mode.

Best-of Schauen-Locations der Menswear Fashionweek in Paris

1. Platz: Paul & Joe

Sophie Albou, Gründerin und Eigentümerin von Paul & Joe, wollte endlich mal wieder eine Menswear-Show zeigen. Nach vielen Jahren der Präsentationen, wollte die blonde Pariserin Eindruck machen. Der Ort sollte schon etwas besonders sein. Sie wählte das Peniche-Restaurant Flow am Rive-gauche, Quai des Invalides.
Warum so besonders? Eine Modenschau auf der Seine, auf einem Boot, ist schon cool. Auch die zahlreichen Zaungäste, die sich am Seine-Ufer zum Apéro trafen, konnten mitgucken: Die Models liefen erst am Quai entlang, der voller Leute war. Auch von den Touristen-Booten, Les Bateaux Mouches, konnte man die Schau verfolgen. Außerdem war danach der Sonnenuntergang über der Zar Alexander III Brücke einfach atemberaubend.
Die modische Anmerkung: Sophie Albou macht kommerzielle Mode, aber diese Saison war sie weniger geblümt wie sonst und lieferte eine gute, moderne Kollektion ab.

2. Platz: Balenciaga

Demna Gvasalia, Art Director von Balenciaga, wählte für seine erste Herrenschau und der ersten Balenciaga-Menswear-Show überhaupt (bisher gab es nur Präsentationen) das Dach-Atrium des Gymnasiums Saint-Louis-de-Gonzague.
Warum so besonders? Wegen der Architektur der Glaskuppel und den spektakulären Blick auf den Eiffelturm.
Die modische Anmerkung: Mal abgesehen von der super geilen Location: Das war auch ein Glanzstück an Design. super Kollektion.

3. Platz: Issey Miyake

Yusuke Takahashi, der Art Direktor der Menswear-Linie von Issey Miyake, hatte hoch gepokert. Er setzte auf eine Location, die man bei Regen nicht überdachen kann. Er hatte Glück. Die Sonne schien ausnahmsweise über Paris, als die Show im größten Innenhof der frisch renovierten Uni, UPCM Université Pierre et Marie Curie, im 5. Arrondissement (die technische Fakultät der Sorbonne) über die Bühne ging.
Warum so besonders? Weil die nüchterne Architektur des Ortes mit der Kollektion harmonierte. Weil man im laufenden Unibetrieb sonst kaum einen solchen Hof für sich reservieren kann und weil Takahashi bei der Wahl angesichts des ewigen Regen-Wetters auf volles Risiko ging.
Die modische Anmerkung: Eine seiner besten Kollektionen seit Langem. Die Live-Musik ist bei Issey Miyake immer ein Erlebnis.
Photo Credit: Barbara Markert für Modepilot, Videos: Modepilot (2), Fatalefashion (1)

Kommentare