Wieder zurück in der Mode: Manoush

Es gibt Marken, die super starten, aber denen auf dem Weg nach oben die Puste ausgeht. Kurze Zeit später verschwinden sie in der Versenkung oder vom Radar der Mode, weil sie mit ihrem Stil nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Ändert sich dieser und die Marke hat überlebt, ist das Label plötzlich wieder ganz oben. Genau so verhält es sich gerade beim Pariser Label Manoush. Die aktuelle und die beiden letzten Kollektionen sind echte Bringer und haben mich nach vielen Jahren, in denen ich mich fragte, wer eigentlich noch Manoush trägt, völlig überzeugt.
Seht selbst:

Manoush Lieblingsstücke in den Online-Stores:

Ich habe mir dieses Kleid im letzten Sommer gekauft und bin noch immer hoch zufrieden damit: super dicker Strick, der trotzdem angenehm kühl ist, schmeichelnder Schnitt. Das Material hat mich so überzeugt, dass ich auch noch ein Mini-Rock davon in meinem Schrank hängen habe. Der ist zwar "sold out", aber das Kleid gibt es noch, falls jemand meinen Beispiel folgen will:
Modepilot-Manoush-Trend-Label
Sommerkleid von Manoush aus SS 2015. Ein Glückskauf, den ich ständig trage und der mit flachen und hohen Sandalen gut aussieht. Gibt es aktuell noch bei Yoox. Einfach aufs Bild klicken und shoppen.

Wer steckt hinter Manoush?

Das Label wurde 2002 von der Stylistin Frédérique Trou-Roy gegründet, die seit Kindheit an den Spitznamen Manoush hatte. Die junge Französin hatte eine Zeit in Marrakesch verbracht und verarbeitete ihre Eindrücke in bunten Accessoires. Nach weiteren Trips nach Indien, Afrika und dem Mittleren Osten war der Manoush-Stil komplett und die Marke begann, wirklich Gestalt anzunehmen. Nach einer kleinen Strickkollektion für die Wintersaison 2004/2005 im Ethno-Chic, startete Trou-Roy mit Konfektion. Die Designerin, die vorher bei Morgan gearbeitet hatte, suchte sich als Geschäftspartner den Finanzexperten Julien Kouhana und als Vertriebsbeauftragte Priscilla Pariente (vorher bei Naf Naf). Das Trio  schaffte es, die Marke in wenigen Saisons ganz nach oben zu bringen. Und als 2006 das (damalige) it-Girl Paris Hilton in Manoush gesichtet worden war, ging die Marke im wahrsten Sinne des Wortes ab wie eine Rakete.
Man muss dazu sagen, dass Manoush zu dieser Zeit preislich günstiger war als heute. Mit dem Erfolg wurde die Kollektion immer aufwendiger produziert: Die schon immer sehr bunte, blumige, fast kitschige Kollektion war plötzlich übersät mit Stickereien, Applikationen, angenähtem Schmuck und viel zu vielen Häkeleien. Genau dieses Zuviel-des-Ganzen wurde Manoush weniger Jahre später zum Verhängnis. Die Sachen sahen einfach "démodé" aus im Vergleich zur neuen Mode.
Mit der Rückkehr des Gypset und einem Revival der Boho- und Ethno-Mode, ist Manoush jedoch wieder da. Vor allem auch, weil die Marke stilistisch abgespeckt hat, nüchterner und weniger bunt wurde.
 
Die Kollektion heute mag ein bisschen wie Gucci aussehen, aber so sah Manoush schon aus, bevor Alessandro Michele bei Gucci das Ruder übernahm. Einziger Wehrmutstropfen: Manoush ist mit den Jahren wirklich immer teuerer geworden. Daher empfehle ich, bei Yoox die Kollektionen aus der letzten Saisons zu kaufen oder im baldigen Sales zuzuschlagen.
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Photo Credit: PR, Screenshots website

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