Kim Kardashian verfolgt mich

Kim ist überall. Nein, nicht nur auf und jedem Mode- und People-Magazin. Sie ist wahrhaftig überall: in der Metro, bei meinem Bäcker, an der Supermarktkasse und im Nagelstudio. Natürlich spreche ich nicht von der echten Kim Kardashian. Nein, nein, die ist nicht mit Mann und Kids nach Paris gezogen, sie hat hier nur massenhaft Doppelgänger. Kim-Klone nenne ich sie.

Erst vor einer Woche bin ich eine Kim-Klonen-Wolke hineingelaufen. Ich spazierte gemütlich mit meiner Familie und den Nachbarn durch den Parc de Bagatelle, als ich plötzlich von lauter Kims umzingelt war. Rechts und links und vorne und hinten standen sie und glotzten mich an – und ich sie. Was war passiert? Ich bin durch Zufall in eine Hochzeit hineingelaufen. Die Gäste: lauter zwanzigjährige, hübsche, dunkelhaarige Mädchen mit Mandel-Augen, angeklebten Wimpern, Contouring-Make-Up und sexy Outfits auf Monster-High-Heels. Wow!

Das neue Schönheitsideal

Die modernen Göttinnen, die uns Trendforscher Vincent Grégoire in unserem Interview —> prophezeite, gibt es also bereits. Die KKs, die Kim-Klone, sind gerade dabei, unsere Kultur auf ein gigantisches Beauty-Tutorial zu reduzieren. Und wir  – ich nehme  mich da gar nicht aus – sind bereits infiziert. Zum ersten Mal denke ich ernsthaft darüber nach, mir ein Gesichts-Kontur-Youtube-Video anzugucken UND es selbst auszuprobieren. (Bis dato habe ich nach einer halben Minute das Video kopfschüttelnd weg geklickt.) Isa schrieb letzte Woche von den perfekten Sommerbeinen. Selten kam ich mir ungepflegter vor, als nach der Lektüre dieses Artikels. Hier gehts zu Isas Tipps –>. Und zu meinem eigenen schlechten Gewissen.

Kim Kardashian Lookalikes

Was nun? Muss ich künftig das Wohnzimmer ins Badezimmer verlegen, um mich ganz und gar meiner Schönheit widmen zu können? Oder kann ich weiter in der Pyjama-Hose auf dem Sofa rumlungern und mir neue amerikanische und britische TV-Serien reinpfeifen (Ich empfehle gerade „The Five“ vom Bestseller-Autor Harlan Coben)? Gesetzt den Fall, dass ich tatsächlich eine dieser neuen Göttinnen werden will, muss ich dann exakt so aussehen wie Kim? Oder ginge auch  – sagen wir mal – Cate Blanchett als Vorbild?

Die jungen hübschen Mädchen scheinen sich solche Gedanken über Alternativen gar nicht zu machen. Die Kardashians sind das Nonplusultra, sie setzen die Messlatte. Aber vielleicht bin ich auch einfach wieder viel zu naiv und habe es nicht kapiert. Wer weiß, so ein Kim-Klon zu sein, zahlt sich vielleicht aus. Eventuell bringt das Geld, Ruhm, einen reichen Mann, einen Charts-Erfolg, einen Job im Marketing…  Irgendwas muss da dran sein, wie diese drei Damen beweisen. Sie sind auf alle Fälle vor allem dank ihrer Kim-Ähnlichkeit zu Youtube- und Instagram-Stars geworden.

Beispiel 1: Der französische Youtube-Star Sananas

 

Beispiel 2: Der britische Instagram-Star und Make-Up-Artist Sonia Ali, die zusammen Schwester Fyza Ali diese Instagram-Seite füllt

 

Beispiel 3: Noch ein Instagram-Star Kamilla Osman

brōws by Kami O. Lol / #tb follōw my znap KamĪĪ.KK

Ein von Kamilla B. Osman (@kamiosman) gepostetes Foto am

 

Wer übrigens glaubt, dass man auf der Modewoche vor den Kim-Doubles sicher ist und nur die echte und einzig wahre Miss Kanye West zu Gesicht bekommt, irrt! Auch hier weiß man gar nicht mehr, wen man vor sich hat.

 

Ok, ok. Ich glaube, ich laufe mal los und kaufe mir ein Dutzend Make-Up-Bürsten sowie Puder und Make-Up in zehn verschiedenen Hauttönen. Oder doch nicht? Naja, das kann ja auch noch bis morgen warten und bis dahin sehe ich mir heute abend im Pyjama zwei weitere Folgen von The Five an. Ha, da freue ich mich schon drauf!

Photo By: Catwalkpictures (3), Instagram, Youtube, Barbara Markert (2)
2 Kommentare zu
“Kim Kardashian verfolgt mich”
  • Sehr treffend! Ich habe herzlich gelacht! Liebe Frau Markert, bleiben Sie bitte so wie sie jetzt sind und schreiben Sie weiterhin so pointierte Artikel. (Mir gehen diese Schmollmund-Weibsn nämlich kräftig auf die Nerven.) 🙂

  • Danke für diesen Vorschlag! Jetzt weiß ich womit ich die nächsten 45 Minuten verbringen werde. The Five natürlich, nicht 27 Braun- und Beige Töne. Ist doch schrecklich, landet ja eh alles nur im Handtuch!

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