Cicé – Anti-Aging-Start-Up aus Hamburg

Fünf Frauen mit acht Kindern und eine wirksame (von Modepilot getestete und für sehr gut befundene) Antiaging-Linie, die komplett ohne Silikone und Parabene auskommt – so könnte man in wenigen Schlagworten das deutsche Start-Up-Unternehmen Cicé zusammenfassen. Doch hinter der Five-Women-Initiative gegen Falten, Zellulitis und Augenringe, gelegen im trendigen Hambuger Schanzen- und Schlachthof-Viertel, steckt viel mehr: Es ist die Geschichte einer Frauen-Freundschaft. Und auch die Geschichte eines mutigen Jobwechsels. Aber vor allem ist es ein Paradebeispiel, dass es durchaus in Deutschland möglich ist, Kinder und Beruf unter einen Hut zu kriegen.
Modepilot-Cice-Beauty-Startup
Das Team (v.l.): Catharina von Rogister, Hanneke Gosseling, Johanna Voigt, Bernadette Brysch, Annika Schulze

Die Geburt von Cicé

„Möchtest Du mit mir zusammen eine Wohnung teilen?“ Mit dieser Frage begann die Freundschaft zwischen Bernadette Brysch und Catharina von Rogister. Beide sind gebürtig aus Niedersachsen und besuchten im holländischen Groningen die International Business School. Sie hatten sich gleich am ersten Tag kennen gelernt, die eine fragte, die andere nickte und so zogen sie zusammen. Nach dem Abschluss trennten sich nicht privat, aber beruflich ihre Wege: Bernadette ging ins Kulturmanagement und Catharina in die PR. Als wenige Jahre später Bernadettes Vater seiner Tochter anbot, eine Kosmetikmarke zusammen mit einer Klinikkette zu lancieren, klingelte Bernadette bei ihrer Freundin durch. "Willst Du mitmachen?" Die eine fragte, die andere nickte und beide kündigten ihre Jobs, um in der Beauty neu zu beginnen.
Erfahrung in der Branche hatte damals keine von beiden. Rund neun Jahre und vier eigene Kinder später erzählen die beiden mit strahlenden Augen von neuen Wirkstoffen und welche Cremes für welche Hautprobleme geeignet ist. Das Wissen haben sie sich in den Jahren selbst angeeignet und aus der Two-Women-Show wurde ein Miniunternehmen mit fünf Frauen und acht Kindern.

Produkte mit wissenschaftlichen Background

Cicé (ausgesprochen Sisee) wurde am Anfang zusammen mit Fachärzten für ästhetische Chirurgie der bundesweit agierenden Klinikgruppe "Clinic im Centrum" entwickelt. Die Kliniken gaben der Marke den Namen, aber sind heute nicht mehr mit dem Unternehmen verbunden. Jedoch benutzen einige der Ärzte dort noch immer die Cicé-Produkte, weil in der Vor- und Nachbehandlung ästhetischer Eingriffe die Haut optimal damit vorbereitet und nachversorgt werden kann.
"Unser Meinung nach sieht gesunde Haut am schönsten aus. Deshalb ist unser Dogma, auf alles zu verzichten, was nachweislich schwierig für die Haut oder schädlich ist", erklärt Bernadette. Mineralöle, Paraffine, Silikonöle, Formaldehydabspalter oder Collagen sind bei Cicé daher tabu. "Allerdings können wir nicht auf Parfums verzichten, weil natürliche Öle arg muffig riechen."
Derzeit gibt es zehn Produkte im Angebot: Tages- und Nachtpflege, Körperlifting mit nachweislichen Ergebnisse gegen Zellulitis, Tiefenlifting gegen Mimikfalten und für mehr Hautelastizität, Hydromaske für Feuchtigkeit und Hautberuhigung, Augenpflege,  Sofortlifting für die Augen, Reinigungsschaum, Körperpflege zur Festigung des Bindegewebes und eine Körperbutter. Alle Pflegeprodukte können online bestellt werden. Im Handel ist Cicé kaum bis gar nicht zu finden. Warum? "Unsere Produkte sind in der Herstellung zu teuer, um die Kampfpreise der großen Parfümerien bedienen zu können. Alle Cicé Produkte werden zu 100% in Deutschland hergestellt. Bei den Wirkstoffen haben wir noch nie aufs Geld geschaut: Bei allen Antiaging-Wirkstoffen verwenden wir nur die besten und damit auch teuersten Inhaltsstoffe. Auf günstige Ersatzwirkstoffe verzichten wir. Dazu kommt ein spezieller Spender, der dank eines Airless-Systems garantiert, dass unsere Produkte nicht mit der Luft in Kontakt kommen und damit verunreinigt werden. Damit sind unsere Wirkstoffe besonders stabil und unsere Produkte länger haltbar." Der Aufwand lohnt: 50% der Kunden sind treue Stammkäufer.

Wirkstoffe, Dosierungen und Kundentreue

Die Cicé-Produktformeln erarbeitet Bernadettes Onkel in seinem Bio-Tech-Labor. Er ist der einzige – wenn auch ausgelagerte – Mann der Hamburger Firma. Bernadette: "Bei neuen Wirkstoffen arbeiten wir viel mit internationalen, außereuropäischen Wissenschaftlern zusammen. Beim Inhaltsstoff Kerafirm waren wir deshalb auch die Ersten, die es eingesetzt hatten." Für den Wirkstoff des Körperliftings (gegen Zellulitis) plus das im Tiefenlifting enthaltende Extralga (ein hocheffektiver Extrakt pazifischer Mikroalgen) hatte Cicé sogar zunächst die exklusiven Rechte in Europa.
Zwischen Idee und fertigem Produkt vergeht rund ein Jahr, danach durchlaufen die Cicé-Produkte die staatlich vorgeschrieben Tests plus viele freiwillige Überprüfungen. Auch Laborversuche zur Wirksamkeit lassen die Hamburgerinnen regelmäßig durchführen. "Bei der Dosierung der Wirkstoffe machen wir es uns selbst schwer: Obwohl es schwierig ist, hohe Wirkstoffdosen in stabile Formeln umzusetzen, nehmen wir die maximal mögliche Prozentzahl." Meist sind sieben bis 20 Prozent Wirkstoffe in den Cremes enthalten, in der Tagespflege sogar 25 Prozent. Zum Vergleich: In Cremes großer Kosmetikfirmen stecken in der Regel drei bis fünf Prozent.

Eine Working-Mum-Personalpolitik

"Wir arbeiten nur mit Leuten zusammen, die wir gerne mögen", so umschreibt Bernadette ihre Personalpolitik. Als Cicé groß genug war, um Mitarbeiter einzustellen, wurde deshalb im Freundeskreis und in der Nachbarschaft akquiriert. Johanna Voigt (Presse und Kundenbetreuung, 2 Kinder) ist eine Freundin seit vielen Jahren, Hanneke Gosseling (Buchhaltung und Einkauf, 2 Kinder) eine frühere Nachbarin und das Küken im Team, Annika Schulze (Azubi für Groß- und Außenhandel, noch keine Kinder), die noch immer amtierende Babysitterin. Gearbeitet wird in der Regel bis KITA- oder Schulschluss, die ganz Kleinen sind bei einer Tagesmutter. Ist ein Kind krank, wird es mit ins Büro gebracht. "Annika freut sich, auf die Kleinen aufzupassen. Und die Väter übernehmen auch ihren Teil."
Im Büroalltag wird Flexibilität groß geschrieben. Das Team funktioniert von alleine und organisiert sich von selbst. "Ist mal eine verhindert, kommt sie auch mal am Wochenende oder feiertags rein, bzw. macht es abends zuhause fertig. Es bleibt nie was liegen. Wir erwarten allerdings von unseren Mitarbeiterinnen nicht, dass abends noch Mails beantwortet werden."
Modepilot-Cice-Beauty-Startup
Gruppenbild mit Kindern: Die fünf Cicé Damen umringt von ihren acht Kindern.
Cicé ist natürlich gewachsen und schreibt seit Kurzem schwarze Zahlen. "Vielleicht wären wir schneller gewachsen, wenn wir auch Männer an Bord hätten, weil Männer risikofreudiger sind. Aber vielleicht wären wir dann auch schneller gescheitert. Im Augenblick denken wir jedenfalls nicht darüber nach, welche einzustellen." Warum auch: "Wir stellen untereinander keine Anspüche, aber es kommt sehr viel zurück. Wir gehen alle jeden Morgen mit großer Freude ins Büro und können unsere Arbeit mit unseren Kindern kombinieren."
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Photos by: Barbara Markert für Modepilot, PR Bilder Cicé

Kommentare

  • Eva sagt:

    Klingt durchdacht und interessant und die Truppe wirkt sehr sympathisch (inklusive Kinder) ... aber für mich wäre es wie eine Mutprobe, was anderes als La Paraerie zu benutzen, das ich am liebsten schon als Zwanzigjährige verwendet hätte ... (das hat was ersatzreligiöses bei mir).
    Viel Glück und Erfolg dem Unternehmen und seinen Akteurinnen!