DarĂŒber spricht man bei der Haute Couture

Die News von der Haute Couture Woche

Giles Deacon macht bald in Haute Couture

Eine gute Nachricht fĂŒr die hohe Kunst der Schneiderei. Giles Deacon gibt seine Show in London und damit wohl auch die Ready-to-Wear auf, um kĂŒnftig seine Mode auf der Haute Couture Woche in Paris zu zeigen. Damit kommt neuer und frischer Wind nach Paris und auch in die Haute Couture. Seine erste Show zeigt er im Juli. Deacon wollte schon immer seine Kreationen seinen Kundinnen sofort zu VerfĂŒgung stellen. In der PrĂȘt-Ă -Porter liegen aber oft sechs Monate zwischen einer Show und dem Eintreffen der Mode in den Handel. In der Haute Couture wird maßgefertigt und man kann nach drei Anproben die Robe in der Regel mit nach Hause nehmen.
Irgendwie denke ich, dass Deacons Idee gar nicht mal so von der Hand zu weisen ist. Statt zu resignieren, weil man in der Masse der Ready-to-Wear-Kollektionen untergeht und in Zeiten der Krise nichts mehr verkaufen kann, konzentriert sich Deacon auf die Klientel, bei der Geld keine Rolle spielt. Und von denen gibt es mehr als man denkt.

Giles Deacon Ready-to-wear Spring/Summer 2016

 

Schiaparellis Kultideen in klein und tragbar

Wer designt gleich noch mal bei Schiaparelli? Ich musste selbst erst nachlesen: Bertrand Guyon. Er kam im April 2015. Wir berichteten ---->>> Davor gab es ein wildes BĂ€umchen-Wechsle-Dich beim Traditionshaus, das man auch bei uns und zwar hier nachlesen kann. Aber schauen wir nicht zurĂŒck, sondern nach vorne, denn diesem Haus wĂŒnschen wir doch alle ein fulminantes Revival. Die begabte Konkurrentin und Erzfeindin von Coco Chanel hĂ€tte eine Wiedergeburt verdient. Doch das große Revival blieb bis dato aus, auch wenn "the new Schiaparelli" mehr und mehr auf den roten Teppichen zu sehen ist.

Schiaparelli Haute Couture Spring/Summer 2016

 
Nun also neues Spiel. Und mein erster Gedanke ist: Geht doch! Aber vielleicht liegt es auch nur an den verrĂŒckten Frisuren, weshalb es mir auf den ersten Blick gefĂ€llt. Aber es sind nicht nur die Fisuren, es sind auch einige Modelle dabei, die durchaus eine neue Richtung aufzeigen. Thema der Kollektion ist: Feiern, gutes Essen, leckere KĂŒche, schönes Geschirr. Das alles wurde mittels Pailletten oder Stickereien auf die Roben gebannt. Teegeschirr aus dem 19. Jahrhundert, FrĂŒchte, GemĂŒse und Porzellanteller. Schiaparellis berĂŒhmter Hummer durfte auch nicht fehlen. Zur Erinnerung: Elsa Schiaparelli zeigte den Hummer einst in ĂŒberdimensionaler GrĂ¶ĂŸe ĂŒber ein ganzes Kleid ragend. Die Idee war damals sehr mutig und avantgardistisch. Man braucht sie aber nicht immer wieder neu zu kopieren! Daher finde ich die aktuell gezeigte Mini-Hommage angepasster als der x-te Hummer-Print auf einem Kleid. Gleiches gilt fĂŒr Elsas berĂŒhmtes Shocking Pink. Tja, kann man machen, muss man aber nicht unbedingt auf den Laufsteg bringen. Das schockiert ja niemand mehr in unserer Zeit.
Fazit: Guyon hat eine sehr ordentliche Arbeit abgeliefert, aber schafft auch nicht den Sprung ins Avantgarde-Niveau der FirmengrĂŒnderin. Vielleicht wĂ€re er gut beraten darin, die Archive einfach mal sein zu lassen und etwas ganz Neues auszuprobieren. Innovativ, frech, anders! Eine Teekanne auf einem Abendkleid ist nicht mutig genug. Andere, wie Ilja, Viktor & Rolf oder Yiqing Yin, bringen textile Innovationen und gelten – meiner Meinung nach – eher als Erben der genialen Elsa Schiaparelli. Aber vielleicht traut sich Betrand Guyon nĂ€chste Saison noch mehr und dann ist er da, wo wir die Marke haben wollen.

Post-Raf-Ära bei Dior

Nun ist er weg. But the show must go on. Das Designteam hat ĂŒbernommen und die Signatur des Ex-Designers ist weiterhin klar erkennbar. In der Saison nach dem Weggang eines großen Kreativdirektors tut das Team immer gut daran, den Stil weiter zu fĂŒhren. Indem man Best-ofs einfach noch mal weiterdreht oder farblich anders dekliniert, schafft man BrĂŒcken bis zur Ernennung eines neuen Chefs. Dior hatte bekannt gegeben, dass Raf Simons Posten nicht sofort wieder besetzt werden wĂŒrde und man sich mit der Suche Zeit lassen wolle. Die Namen der beiden Designer, die sich am Ende auf dem Laufsteg verbeugten, wurden in der Pressemitteilung nicht genannt. Statt dessen erfĂ€hrt man die Namen aller anderen: Betak fĂŒr die Produktion, Guido Palau fĂŒr die Haare, Peter Philipps fĂŒrs Make-Up, Michel Gaubert fĂŒr die Musik. Die ĂŒblichen Stars der Fashionweeks eben. Die, die immer dabei sind, Glamour verbreiten und die auch mithelfen, BrĂŒcken zu schlagen.
Doch wer kreierte die Mode auf dem Laufsteg? Die gut informierte französische Presse, konkret L'Express, wusste es: Serge Ruffieux und Lucie Meier heißen die beiden, die am Ende salutierten. Die Schweizer waren vorher bei Louis Vuitton und Balenciaga und sind noch zur Ära John Galliano bei Dior aufgeschlagen. All diese Infos habe ich vom L'Express. Dass uns Dior das bewusst verschweigt, sagt viel aus. Die Message ist: Serge und Lucie sind NICHT die neuen Designer. Nein, bei Dior rutscht nicht, wie bei Gucci, die zweite Reihe nach vorn. Und bis dahin will man Details auch gar nicht groß kommunizieren. The show must go on und als Thema "la Parisienne d’aujourd’hui", die "Pariserin von heute" zu wĂ€hlen, ist eine sichere Angelegenheit.
Die Pariserin als "femme libre" wird umgesetzt mit frei gelegten Schultern, frei schwingenden Volumen und neuen Couture-Konstruktionen. Die DNA des Hauses wird durch die Jacke Bar oder gestickten Maiglöckchen fortgefĂŒhrt, Christian Diors bekannter Aberglaube ist in Form von Charms und GlĂŒcksbringern umgesetzt, die an Colliers hĂ€ngen.

Dior Haute Couture Spring/Summer 2016

 
Photo Credit: Catwalkpictures

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Kommentare

  • Chael sagt:

    Not telling the names of the designers? Nothing else but disrespect