News bei Repossi, Sergio Rossi, Roger Vivier

2015 war das Jahr der spektakulären Designer-Abgänge. Aber auch im Management, bzw. den Eigentümern der Marken gab es einige Veränderungen. Diese drei Business-Deals wurden alle zum Jahreswechsel 2015/2016 eingetütet.

 

Tod’s kauft Roger Vivier

Die Pariser Schuhmarke Roger Vivier, bestens verteten durch seine Botschafterin mit Händchen fürs Marketing, Inès de la Fressange, ist seit Jahren eng mit Tod’s verbunden. Die Italiener halten die Lizenz an der Brand und kümmern sich um die Vermarktung. Diese Lizenz wäre 2016 ausgelaufen. Nun hat Tod’s die Pariser Schuhmarke, die mit ihren Schnallenschuhen weltweit berühmt wurde, für ganze 415 Mio. Euro gekauft. Das ist ein stolzer Preis, aber das war es Tod’s wohl wert. Der Deal, der Mitte Januar unter Dach und Fach gebracht wurde, ist sehr speziell, denn er schiebt die Marke Roger Vivier von einem Unternehmen (Gousson) der Della-Valle-Gruppe zu einem anderen (Tod’s). Es ist sozusagen ein Verkauf innerhalb der Gruppe.

 

Modepilot-Roger Vivier-Tods

Zu Roger Vivier: Der 1998 verstorbene Schuhdesigner Roger Vivier gilt als Erfinder des Pfennigabsatzes und wurde während seiner Hochphase in den Fünfzigern und Sechzigern als „Fabergé der Schuhe“ bezeichnet. Nach seinem Tod geriet die Firma in Vergessenheit. Um 2003 wurde sie wiederbelebt – dank Inès de la Fressange und dem sehr begabten Schuhdesigner Bruno Frisoni. Der Umsatz war, laut französischen Wirtschaftsblättern, in den letzten Jahren um rund 20 Prozent gestiegen und beträgt derzeit mehr als 110 Mio. Euro.

 

 

LVMH steigt beim Juwelier Repossi ein

Die Berbère-Ringe und Ear-Cuffs von Gaia Repossi wollen alle Frauen haben. Die junge Frau aus Monaco, die mit nur 21 Jahren das Juwelierhaus Repossi von ihrem Vater Alberto übernahm, hat mit ihren minimalistischen wie avantgardistischen Entwürfen die Firma nach vorne gebracht. Nun war die 29-Jährige an einem Punkt angelangt, an dem sie Verstärkung im Management brauchte. Gaia Repossi (im Bild), eng befreundet mit LVMH-Erbin Delphine Arnault, verkaufte deshalb dem Pariser Luxuskonzern eine Minderheitsbeteiligung an ihrem Juwelierhaus. Der Deal ging Ende November an die Öffentlichkeit. Mit dem Einstieg des Riesen in die kleine italienische Pretiosenfirma (angeblich 15 Mio. Euro Umsatz), die ihr Atelier am berühmten Place Vendôme hat, soll vor allem die Distribution ausgebaut werden.

 

Modepilot-Repossi-LVMH

Der neue Miteigentümer LVMH kennt sich im Juweliergeschäft bestens aus: Der Luxuskonzern ist bei De Beers, Chaumet, Bulgari und Fred beteiligt. Der Tageszeitung Le Figaro erklärte die Schmuckdesignerin, dass sie in Anbetracht der steigenden Konkurrenz den Eintritt von LVMH in ihr Unternehmen begrüßt, um die Firma weiter auszubauen.

 

 

Kering verkauft Sergio Rossi

Vor rund zwei Wochen wurde der Verkauf von Sergio Rossi besiegelt. Der französische Luxuskonzern Kering (ehemals PPR) hat die Schuhmarke an InvestIndustrial verkauft. Sergio Rossi hatte ein schwieriges Jahr hinter sich mit Verlusten und dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden Christophe Melard. Der Verkauf wurde in der Branche von den Analysten begrüßt. Der neue Eigentümer InvestIndustrial will die Marke wieder auf die Wachstumsspur bringen. Die Investmentgruppe hält auch Anteile an der Automarke Aston Martin und den Möbelfirmen Flos sowie B&B Italia.

 

Modepilot-Sergio Rossi-Kering

Sergio Rossi wurde 1968 gegründet und stellte in den Siebzigern die Runway-Schuhe für Gianni Versace her. Später auch für Dolce & Gabbana und Azzedine Alaïa. Die Firma wurde 1999 von der Gucci Gruppe übernommen, die wiederum Teil des Luxuskonzerns Kering ist.

 

 

Photo By: Screenshots Website Repossi, Roger Vivier, Sergio Rossi Archiv, Feature: Barbara Markert Shoot of Roger Vivier Film SS 2016

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