Klimagipfel: Shoppen und dabei Bäume pflanzen

Tue Gutes und rede drüber. Das ist ein Bonmot, um gute Public Relations zu umschreiben. Jedoch ist es so, dass heutzutage Firmen wirklich etwas Gutes tun sollten. Man spricht neuerdings von sogenannten B Corporations. Damit werden Unternehmen bezeichnet, die von der amerikanischen Non-Profit-Organisation B-Lab auf ihr soziales und ökologisches Engagement geprüft und zertifiziert wurden. B-Lab ist dabei als eine weiter gefasste Alternative zu den, in der Modebranche bereits etablierten Gütesiegeln wie GOTS oder BSCI, zu sehen. Gutes zu tun, auch für die Umwelt, wird cool. Damit passt es auch wieder perfekt in unsere Mini-Reihe zur aktuellen internationalen Klimakonferenz COP21 in Paris.
Ich habe drei Unternehmen rausgesucht, die als gute Aktion Bäume pflanzen, um für unser Weltklima etwas zu tun.
Bäume absorbieren CO2. Man spricht davon, dass pro Jahr 1000 Bäume 10 Tonnen C02 ausgleichen können. Das ist so viel, wie jeder einzelne in Europa pro Jahr im Durschnitt verpestet. Nicht schlecht, oder? Diese Firmen haben den Spaten in der Hand:
 

Faguo

Faguo ist das chinesisches Wort für „Land der Gesetz und Manieren“ und der Name einer Schuhmarke, die sich ganz ökologischen Gesichtspunkten verschrieben hat. Das Label wurde 2009 von Frédéric Mugnier und Nicolas Rohr gegründet, die sich als Studenten bei einem Auslandssemester in China kennen gelernt hatten. Die ersten Schritte der Firma wurden durch ein privates Crowdfunding finanziert. Faguo bietet bequeme Schuhe für Männer, Frauen und Kinder im schlichten Design sowie eine kleine Linien an Taschen und T-Shirts sowie Sweatern an. Babyoffice hatte vor ein paar Jahren die Winterstiefel und die waren top!
Geachtet wird auf eine umwelt- und sozialverträgliche Produktion unter Berücksichtigung der Öko-Bilanz, die ganz den Nerv der Zeit trifft. Faguo lässt in China und Vietnam herstellen, der Transport geht aber über den Seeweg. Vom Erlös eines jeden Paar Schuhe, einer Tasche oder Sweater werden in Frankreich und Belgien je ein Baum gepflanzt. In den ersten vier Jahren wurden 280.000 Bäume auf 60 Plantagen gepflanzt.  Im Augenblick steht die Bilanz bei 380.000 Bäumen.
Ach, übrigens den Sweater gibt es übrigens nur direkt bei Faguo. Er ermuntert auch zum Klima-Schonen. Fahrt Fahrrad!! Kein CO2-Austoß, hält jung und macht Spaß!
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Yves Rocher

Das Kosmetikunternehmen aus Frankreich ist seit Anbeginn der Firma recht engagiert für die Umwelt. Das Unternehmen unterhält auch auch eigene Bio-Felder in der Bretagne. Bereits seit einigen Jahren fungiert Yves Rocher als Partner der deutschen NGO Plant for the Planet. Für jedes gekaufte Produkt (Tagescreme, Körpermilch etc.) wird ein Baum gepflanzt. Das selbst gesetzte Ziel 50 Mio. Bäume zu pflanzen hat Yves Rocher bereits erreicht. Im Augenblick steht die Baumpflanzbilanz bei 58.407.000 Bäumen. Beeindruckend!
Wie es weiterwächst und alle Details zum Projekt, erfährt man auf dieser Unterseite der Firmen-Website.

Clarins

Die Eigentümer der Luxus-Kosmetikfirma Clarins sind echte Naturliebhaber. Ich hatte das Vergnügen vor ein paar Jahren Firmenchef Christian Courtins-Clarins zu interviewen, der mit leuchtenden Augen von seinen Pflanzen in Madagaskar berichtet und der eine halbe Stunde von der Kraft einer Pflanze, die in der Wüste überlebt, erzählen kann. Firmenchef Christian steht sogar extra um 4 Uhr morgens auf, um zu überwachen, dass sein Firmen-Müll richtig eingesammelt wird. Als er merkte, dass die Pariser Müllentsorgung sorgsam sortierten Recycling-Müll in eine Tonne mit Restmüll warf, entsorgt er seinen Abfall nun selbst. So einer ist das und so einer pflanzt auch Bäume:  2007 wurden in Madgaskar 10.000 Bäume gepflanzt, 2009 dann 12000 in Burkina Faso, 2011 entstand der Wald Mugler (genau Thierry Mugler) in Peru und dann schützt die Firma noch jede Menge  anderer Pflanzen. Was genau getan wird, steht in einem detaillierten Umweltbericht, der aber leider nur auf Französisch zu lesen ist. Mehr Informationen gibt es aber auch hier.
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Ein wichtiger Nachtrag:

Plant for the Planet – Der Baum-Bub

Plant for the Planet ist einer meine Lieblings-NGO. Warum? Weil sie von einem oberbayerischen Schüler, den alle nur den "Baum-Bub" nannten, gegründet wurde. Aus der Schülerinitiative wurde eine weltweit tätige Organisation. Toll, toll, toll!
Plant-for-the-Planet-Logo
Hier ein paar Keyfacts aus Wikipedia: Die Initiative Plant-for-the-Planet wurde 2007 von dem damals neunjährigen Schüler Felix Finkbeiner aus Pähl (Landkreis Weilheim / Schongau) ins Leben gerufen. Den ausschlaggebenden Impuls für die Idee von Plant-for-the-Planet erhielt Felix, als er sich für ein Referat zum Thema Klimawandel vorbereitete. Als Felix vor den Vereinten Nationen sprach, traf er die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, die mit ihrer Bewegung „The Green Belt Movement“ in 30 Jahren ca. 30 Millionen Bäume in Afrika pflanzte. Am Ende seines Referats entwarf Felix die Vision, dass Kinder in jedem Land 1 Million Bäume pflanzen könnten. Zum Start der Initiative wurde der erste Baum am 28. März 2007 an Felix' Schule gepflanzt. Schüler in Bayern und in ganz Deutschland griffen die Idee auf und im April folgten weitere Pflanzungen. Nach einem Jahr waren 150.000 Bäume gepflanzt. 2008 wurde Felix bei der internationalen UNEP-TUNZA-Kinderkonferenz in den UNEP-Kindervorstand gewählt.
Plant-for-the-Planet-Logo
Die Idee der Organisation entwickelte sich zu einer weltweiten Bewegung. In vielen Städten (u. a. Hamburg, Stuttgart) und Gemeinden schlossen sich Kinder zusammen und erklärten, sie würden 100.000 Bäume in ihrer Gemeinde oder eine Million Bäume in ihrem Land pflanzen wollen. Indem die Kinder jeden Baum zu einem Symbol für Klimagerechtigkeit erklären, verbinden sie Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit miteinander. Über 100 Kinder aus 53 Ländern versicherten der Organisation ihre Unterstützung und verkündeten ebenfalls Bäume in ihrem Land pflanzen zu wollen. Mittlerweile beteiligen sich bereits Kinder aus 93 Ländern.
Eine neue Dimension erhielt die Bewegung am 7. Dezember 2011. Im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Durban übertrug das UN-Umweltprogramm UNEP die Verantwortung für die "UN Billion Tree Campaign“ an Plant-for-the-Planet.  Das Ziel ist wie erwähnt weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen, wovon bis jetzt bereits über 14 Milliarden Bäume gepflanzt worden und 13,8 Milliarden Bäume versprochen sind (Stand: September 2015).
Die Bild hatte gerade ein Riesenportrait über Felix, der gerade volljährig geworden ist, veröffentlicht. Hier zu lesen.
Photo Credit: Screenshots Plant for the Planet und Faguo, Barbara Markert für Modepilot

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