Dior Cruise im Palais Bulles

Wir kommen zur dritten und vorerst letzen Folge aus der Serie: „Pauschalreisen an die Kult-Locations dieser Welt“, gesponsert und organsiert vom Reiseveranstalter „Fashion de Luxe“ in Paris. In dieser Folge begleiten wir die Mode-Urlauber, die bei Christian Dior gebucht hatten, nach Südfrankreich. Konkret nach Théoule-sur-Mer ins Palais Bulles, das genau so heißt, wie es aussieht. Siehe Bild. Bulles kann man übersetzen mit Blasen, also Luftblasen, Seifenblasen, Champagnerblasen etc. Klar?

 

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Die Location

 

Bevor ich in die Mode-ias Res gehe, spiele ich den Reiseführer und erkläre mal kurz, wo wir hier sind. Also, Sonnenschirm in die Höhe gestreckt, alle bitte sammeln! Hier spricht der Tourismusguide: Le Palais Bulles ist architektonisches Utopien-Projekt, das Himmel, Erde und das Meer umspannen will. Die organischen Formen der Bulles, also der Blasen hat sich der Habitologe (Was für eine super Berufsbezeichnung! Was das ist, versucht die NZZ zu erklären. ) Antti Lovag von den Inuit abgeschaut. Sprich, er dachte an Iglus.

Naja vielleicht hat er sich auch inspirieren lassen von den Barbapapas, die in genau so einem Haus wohnen (Siehe das Buch „Ein Haus für Barbapapa„, wo ziemlich genau auch die (bau-)planlose Konstruktionsmethode Lovags vorweg genommen wird). Die Barbapapas bauten schon in den 1960ern, während das Palais Bulles erst 1979 seinen Spatenstich hatte. Der ungarische Architekt erschuf dieses kultige, wie avantgardistische Haus für Pierre Bernard, der dort bis zu seinem Tode Anfag der Neunziger wohnte. Da war das Haus noch immer nicht 100%ig fertig. Der neue Eigentümer Pierre Cardin (dem ein stattlicher Teil der Provence gehört) beendete schließlich die Arbeiten. Es wurde nach 14 Jahren Baustelle ja auch mal Zeit!

Cardin war, bevor er mit futuristischer Mode Geld verdiente, auch mal Atelierdirektor bei Dior gewesen. Und so schließt sich der Kreis. Raf Simons ist seit Jahren fasziniert vom Blasen-Haus: „Das Palais ist mehr dem Menschen angepasst als der Vernunft, individuell und verspielt.“ Sag ich doch! Alle diese Attribute gehören zur Lebensphilosophie der Barbapapas, die übrigens überzeugte Umweltschützer sind. Aber das nur so nebenbei.

 

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Die Kollektion

 

 

Die Cruise-Kollektion badet in der Idee Südfrankreichs. Farben, Texturen und das berühmte Licht des Südens wollte Designer Raf Simons einfangen, wie auch den typischen Kleidungsstil der Einheimischen.

 

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„Ich wollte eine Idee von Freiheit, Verspieltheit und Individualität, aber mit Blick auf die Dior Archive. Es ist kein schweres Konzept, sondern leicht und jung. Es ist ein sprichwörtliches Leuchten in den Kleidern, die ihnen Frische verleihen.“ Das Schnittdesign komme von Dior Mänteln, aber eben umgesetzt ohne deren schweren Stoffe. Traditionelle Eleganz kontrastiere mit ganz normaler Alltags- und Berufskleidung, wie z.B. Kittel. Die Verschiedenartigkeit des Südens sei in Layerings, gehäckelten, wie gesmokten Texturen und auch Patchworking eingeflossen.

 

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Es stimmt: Es ist eine Kollektion, die für junge Dior-Kundinnen gemacht. Unbeschwert, den Körper umschmeichelnd ohne sexy zu sein. Die Mini-Kleider und Mini-Röcke kombiniert Simons mit Stiefeletten, so wie sich eben it-Girls heute gerne anziehen. Es gibt einige Layering-Elemente von gehäckelten Röcken, über denen lange Sommerpullis gezogen werden, die wiederum einem Mesh-Einsatz am Bundende habe. Aus diesen Einzelteilen lassen sich viele neue Styling-Variationen ableiten. Mal wieder Kleinkariertes zu bringen, ist auch nie verkehrt. Das kommt immer wieder und irgendwie auch nie richtig aus der Mode. Trägertops sind vielseitig einsetzbar und einfach zu kombinieren, weil sie zu fast allem passen. Kurzum: Das bekommt alles meinen Segen.

Simons ist zudem Profi genug, um zusätzlich zu den kurzen Sachen auch Modelle für die Stammzielgruppe (um die 30 Jahre) anbieten zu können. Die Kollektion liefert sehr viele tragbare Sachen, die man genau so ins Büro anziehen könnte. Das ist wichtig, denn die meisten Zwischenkollektionen eignen sich perfekt für die Business-Mode und sind genau deshalb echte Umsatzbringer. Siehe diese Modelle:

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Die schönsten Looks seht Ihr in der Galerie:

 

 

Fazit: Mir gefällt diese Kollektion aus den bereits vorgestellten Cruise-Kollektions-Trio (bestehend aus Chanel, Louis Vuitton und Dior) am besten. Warum? Sie greift wirklich die Idee einer Cruise Kollektion auf.  Also einer Kleidung, die Lust auf den Frühling macht. Sie wird der Historie gerecht, Mode für die Kreuzfahrtreise, bzw. für einen Urlaub im Süden zu sein. Sie ist außerdem eine echte Zwischenkollektion im Sinne der Verkauftsstrategie: Alles ist tragbar, gemäßigt, es sind Kleider, die auch eine Reise im Koffer nicht übel nehmen, die man zu verschiedenen Gelegenheiten tragen kann. Ich mag die weiten Ärmel und die Volumen, die nicht immer dort sind, wo man sie vermutet hätte.  Die Schuhe haben genau die  Absatzhöhe, auf denen alle Frauen gut laufen können. Die Kollektion ist innovativ, ohne verrückt zu sein. Sie wird sich bestens verkaufen, prophezeie ich jetzt mal ganz frech.

 

 

Fotos, Video: Dior PR

2 Kommentare zu
“Dior Cruise im Palais Bulles”
  • Ach, Barbara. C’est l’amour: „Bevor ich in die Mode-ias Res gehe, spiele ich den Reiseführer und erkläre mal kurz, wo wir hier sind. Also, Sonnenschirm in die Höhe gestreckt, alle bitte sammeln! Hier spricht der Tourismusguide: Le Palais Bulles ist architektonisches Utopien-Projekt, das Himmel, Erde und das Meer umspannen will.“

  • Bericht und Kollektion sind ganz nach meinem Geschmack. Endlich was für moderne Frauen, die das teure Zeugs schließlich öfter mal zu den Anlässen tragen wollen, die tatsächlich real existieren. Also alles abseits von Frontrows, und Red Carpets. Große Klasse! Ich freue mich für Dior und Raf Simons.

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