Anna Dello Russo's bizarrste Fashionweek-Outfits

Anna Dello Russo ist und bleibt die Queen des Trottoir-Runways. Ihr Auftritt bringt Streetstyle-Fotografen-Herzen in Wallung und lässt sie hektisch auf den Auflöser drücken. In den vergangenen Jahren hat sich die Italienerin auf diese Weise von einer unbekannten Moderedakteurin und Editor-at-large bei Vogue Nippon zu eine Stil-Ikone entwickelt, die lukrative Kooperationen mit großen Firmen wie Yoox oder H&M an Land ziehen konnte.
Ich mag sie, weil sie ihre Leidenschaft für Mode zu 100% auslebt. Helmut Newton bezeichnete die Wahl-Mailänderin als "Fashion Maniac" und genau das ist sie. Die 52-Jährige besitzt nach eigenen  Angaben über 4000 Paar Schuhe und reist mit 100 Outfits zu den Fashionweeks. Sie braucht zwei Hotel-Zimmer, eines für sich und eines für ihre Kleider. Das ist so strange, dass es schon wieder gut ist. Auch dass ist sie ihre stete Bräune (Sie stammt aus Bari in Süditalien.) behende pflegt, obwohl dies seit Jahren total "out" ist, macht sie mir sympathisch. Mal davon abgesehen, dass ich persönlich niemals wie ein Grill-Hendl aussehen möchte und meine natürliche Blässe einfach so hinnehme. Anna hat ihren Stil und ihre recht eigenen Beauty-Vorstellungen, die sich gegen den Mainstream und gegen jegliche Vernunft verfolgt. Genau so eine Einstellung ist in meinen Augen ehrenswert. Nichts ist schlimmer als Leute, die ihr Fähnchen immer in den Wind hängen.
Aber –  es musste ein "aber" kommen –  obwohl ich Anna und ihren crazy Fashionstil schätze, hat sie es in dieser Saison etwas mit den Outfits übertrieben.
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Ihr Tick ist, sich immer in den Outfits der Show zu zeigen, in die sie geht. Das ist lobenswert.  Aber muss man sich dennoch in ein Baustellen-Verkehrschild verwandeln? Ja, es ist Junya Watanabe. Und? Ja, wir wissen, dass außer Anna und ein paar Highflys sonst eh keiner eine Karte zu dieser Show hat. Das macht das Outfit nicht besser. Das Argument, dass irgendjemand das Zeugs ja anziehen muss, gilt nicht.  Anna riskiert ihr Leben, weil sie vom nächsten Baustellen-Bagger in ihrem Verkehrsschild-Outfit verwechselt und nach Beendigung der Straßenarbeiten einfach abtransportiert werden könnte.
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Aber Anna ist unbeirrbar. Hier trägt sie schon wieder Junya Watanabe und schaut diesmal aus, wie eine wandelnde Kunstinstallation. Im Park macht sie sich damit bestens als Skulptur für Contemporary Art. Bitte nach dem Fotoshoot nicht bewegen. Vielleicht sollten wir aber ein Hinweisschild anbringen: Vorsicht: Klettern auf der Installation verboten. Eltern haften für Ihre Kinder! In dieser Watanabe Kollektion gibt es sicherlich auch noch ein Outfit, das wie ein Hinweisschild aussieht. Wer meldet sich freillig, zieht das an und stellt sich schützend neben die Anna?
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Kommen wir zur Annas Beinen. Bombe! Dank eines täglichen Sportprogramms (6.30 Uhr Schwimmen, 7.30 Gymnastik und Joggen, siehe ihr Instagram Account), hat sich die über 50-Jährige die Figur einer 20-Jährigen erhalten. Wow!!! Aber was sagt die verehrte Kollegin Roitfeld: "Alle fünf Jahre muss der Kleiderschrank auf die Rocklängen überprüft werden." Carine könnte es sich figurlich auch leisten, in Hot Pants durch die Gegend  zu laufen. Tut sie aber nicht. Warum? Naja, seht Euch die Bilder an. Es schaut aus wie beim Kostümball  – trotz der super Beine.
Miniröcke sind ja schön und gut, aber Girlie-Outfits für 50-Jährige? Nein, das muss nicht sein:
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Auch das hier ist mir zu mädchen-haft für ihr Alter und die Reife der Gesichtshaut.
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Dabei kann Anna so gut aussehen.  Hätte sie untenim Bild  nicht dem Sesamstraße- Krümelmonster die Tasche entwendet, wäre das mal ein Top-Outfit.
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Oder hier: Auch wenn dieser Fendi-Mantel aus Pelzflecken nicht mein Stil ist, aber sie schaut elegant darin aus.
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Liebe Anna, mehr davon bitte.
Manchmal möchte man ihr auch sagen: Guck mal, wie es andere machen. Franca Sozzani von der Vogue Italia hält jedem einen Spiegel vor, wie man modisch elegant altert und dabei immer wie eine Dame, ach was wie eine ziemlich coole Dame, aussieht.
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Fotos: Catwalkpictures, Screenshot Website Anna dello Ruso (1)
Photo Credit:

Kommentare

  • Patricia sagt:

    Ich fürchte, Anna geht es nur ums Auffallen - das wissen wir alle. Und koste es, was es wolle. Es lohnt sich für sie, als Baustellenschild rumzulaufen. Dem Vergleich mit Iris Apfel häls sie nicht stand.
  • Horst sagt:

    ADR wirkt ehrlich gesagt sehr tragisch und im Gegensatz zu anderen Frauen mit einem exzentrischen Modegeschmack (Apfel, Piaggi) verkleidet.