Beste Show-Inszenierung: Kenzo

Die Paris Fashionweek liegt gerade erst ein paar Tage zurück und ich verarbeite noch immer die Eindrücke. Sicherlich die tollste Show (noch schöner als die Brasserie Gabrielle) war in meinen Augen das Kenzo Defilée. Eine moderne und beeindruckende Inszenierung, die in allen Punkten zur Kollektion und zum Haus passt.  Seht selbst:

 

 

Die beiden Kenzo-Designer Humberto Leon und Carol Lim wollten in dieser Saison das „Kollektiv feiern“. Es geht in ihrer Kollektion um „Kameradschaft, Zeremonie und Schutz“, sagen die beiden Kalifornier, die oft mit all‘ ihren Freunden und deren Familien auf Urlaub gehen, wo dann gerne mal 30 Leute zusammen in den Flieger nach Thailand steigen.

In einem Exklusiv-Interview mit mir haben die beiden Kenzo-Designer ganz gut ihre Arbeitsweise beschrieben. Sie wollen sich nicht auf den Lorbeeren des Tiger-Sweater ausruhen. Dass die Marke nicht mehr ganz so gehypt wird, wie noch vor einigen Saisons ist den beiden auch egal. Sie haben eine sehr bodenständige, wie zeitgemäße Vorstellung von Mode und was sie mit Kenzo vor haben:

Humberto Leon:

„Wir wollen jede Saison eine neue Story erzählen. Für uns ist wichtig, dass wir uns weiter entwicklen. Wenn wir es nicht tun, stecken wir fest. Ich möchte nicht auf alte Erfolge setzen und darauf bauen. Wichtig ist, dass wir uns entwicklen.“

Carol Lim: „Als wir bei Kenzo anfingen, schauten wir ins Archiv und  entdeckten die Energie, die Kenzo Takada in die Mode gebracht hat. Kenzo war damals roh, er brahcte Neues in die Mode. Diesen Spirit der Marke der ersten fünf Jahre wollen wir wieder aufeleben lassen.  Wir haben zwar immer die Geschichte der Marke berücksichtigt, vielleicht mal einen Print aus dem Archiv genommen, aber im Grunde haben wir immer unsere eigene Interpretation der Marke weiter entwickelt. Jeder Kollektion, die wir machen ist ganz neu, ohne dabei die Geschichte des Hauses zu vergessen. Wir wollen die Marke zelebrieren, mit Bezug auf die Historie.  Es geht darum, immer wieder eine neue Story der Brand erzählen. Aber eben durch unsere Augen.“

 

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Die Looks bespielen Ideen rund um die Schlagworte „Wärme, Drapierungen und Volumen“.  Es gibt Capes und Decken und viele Drucke aus Blumen und Pflanzenmotiven. Es wird geschichtet und gewickelt, es gibt zahlreiche Mäntel gehen kaltes und nasses Wetter, vieles wirkt inspiriert durch die schöne Männerkollektion aus dem Januar.  Die typische Kenzo-Handschrift ist klar sichtbar in Farbgebung und Motivwahl.

 

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Wie so häufig, ist man bei einem solchen Spektakel mit wundersam sich bewegenden Säulen gerne mal  abgelenkt, aber dieses geblümte Kleid ist mir sofort in die Augen gestochen.

 

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Hier  noch die anderen Looks:

 

Fotos: Catwalkpictures

Video: Barbara Markert für Modepilot

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