A.F. Vandevorst: Kunst-Installation oder Show ?

Schon bei der Anmeldung sagte mir die PR-Frau Noriko, dass es diesmal bei A.F. Vandevorst keine Sitzplätze geben werde. Nun, das ist nicht neu für die beiden Belgier. Doch heute bei der Show gab es nicht nur keine Sitzplätze, es gab auch keine Erklärung, was nun gleich passieren würde. Die Besucher wurden in die vollkommen mit Plastik ausgeschlagene Belgische Botschaft geladen, dann bekamen manche einen weißen Schutzanzug, Schuhhäubchen und Masken, andere nichts.

 

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Von dort irrte man durch die mit Folien verkleideten Räume und fragte sich, wo man sich nun am besten hinstellen sollte. Aus einem Raum klangen harte Klänge von Velvet Underground. Dieser Saal war aber schon so überfüllt, dass wir lieber in einen weiteren mit Folie verpackten Raum gingen, wo ebenfalls ein Podium und Mikrofone aufgestellt waren. Ein Fehler, wie sich später herausstellte, denn um das alles hier zu verstehen, musste man in Schutzkleidung in diesem Raum gewesen sein.

 

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In einem Flur standen Fernseher mit Live-Übertragung, dann gab es wieder Räume mit Podesten und viel Plastik.

 

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Die Zuschauer amüsierten sich anderweitig:

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Irgendwann kamen schwarz-gekleidete Models in langen, aufwendig gearbeiteten Kleidern. Die Inspiration, so erfuhren wir später, waren die Anden in Peru und die traditionellen Kleider der Bergvölkerung dort. Dicke, schwere, wunderschön gearbeitete Roben.

 

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Doch hatte man seinen Platz falsch gewählt, hatte man Pech. Einzelne Models dicht vor einem, standen nur rum und guckten über ihrem Mundschutz hervor, ohne sich auch nur einmal umzudrehen. Irgendwann wird jeder Blick auf einen Hintern langweilig. Um sie herum schwirrte ein kleines Kamera-Team, das hektisch von einem Raum zu anderen hetzte.

Die Verwirrung nahm zu. Gleichsam bei den Zuschauern wie bei den Models, so schien es. Also beschlossen wir zu gehen. Hier ist unser Fluchtvideo:

 

Beim Rausgehen traf ich dann wieder auf Noriko, die mir die Kollektionsbeschreibung in die Hand drückte und zu erläutern begann. Nun war alles klar. Im überfüllten Raum mit der experimentellen Musik besprühte der belgische Künstler Joris Van de Moortel die Models (aber auch nur manche) mit weißer Farbe. Diese kunstvollen Unikate sollten aber beim Künstler bleiben. Während die Kollektion im ürsprünglich geplanten Schwarz und Grau, ohne die weiße Farbe, in den Handel käme.

OK! Und warum brauche ich nun dieses Kunst Happening drum herum? Vor allem, wenn man den eigentlichen „Act“ gar nicht sehen kann? Hm. Manchmal ist eine 08/15-Show dann doch die bessere Wahl, fanden wir.

Unser Fotograf war natürlich viel schlauer als wir. Er war im richtigen Raum. Etienne hat auch alle Roben abgelichtet. Danke. Manche Fotografen hatten anschließend weiße Farbe auf ihren dunklen Hosen.

 

af_vandevorst_aw15_0447 Und hier mal die Kollektion:

Foto: Catwalkpictures, Barbara Markert für Modepilot

2 Kommentare zu
“A.F. Vandevorst: Kunst-Installation oder Show ?”
  • Dennoch aus der Ferne betrachtet ein schöner Einblick in eine interessante Präsentation. Danke! Als Journalist oder Einkäufer sähe ich das allerdings auch so wie Du/Ihr. Und das nicht erhältliche Kleid auf dem Kollektionsbild No. 5 und das Ensemble auf No. 10 sind genau meine.

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