Steigt Fendi in die Haute Couture ein?

Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera vermeldet in ihren Mode-News, dass das römische Modehaus Fendi eine Haute Couture Kollektion plant für die kommende Haute Couture Saison anlässlich des 50. Jubiläums von Karl Lagerfeld bei Fendi. Seit 1965 ist Lagerfeld dort unter Vertrag. Der deutsche Designer hasse es, so das Blatt, ein Jubiläum oder Geburtstage zu feiern, sondern er arbeitet lieber, wie es sich für einen echten Preußen gehört. Nicht dass Lagerfeld zu wenig zu tun hätte! eine Kollektion mehr? Was ist das schon? Er designt ja "nur" acht Kollektionen für Chanel und vier für Fendi. Inwieweit er bei seinem eigenen Label noch Hand anlegt, ist mir nicht ganz bekannt, aber die Über-Aufsicht hat er immer noch.
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Ok, eine Kollektion mehr, das schafft der über 80-Jährige mit links. Gezeigt wird sie angeblich in Paris im nächsten Juli und geht dann auf Tournee, heute sagt man dazu Trunk Show. Die Fendi Super-Luxuskollektion tourniert nach New York, Tokyo, London und Monaco. Für Fendi ist die Organisation keine große Sache, denn die Grundvorausstetzung eines guten Ateliers haben die Italiener: 40 begabte Hände nähen in Rom die Pretiosen (meistens aus Pelz) zusammen.
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Und im Leder kennt man sich bei Fendi auch bestens aus:
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Mit der neuen Kollektion will man die bereits schon elaborierte Technik erweitern und verfeinern. Ob es bei einem One-Shot bleibt oder das Ganze in Serie geht, ist noch nicht entschieden. Karl Lagerfeld, der Nordeutsche agiert ganz wie ein Bayer: "Schau'n wir mal, dann sehen wir schon."
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Falls ja, dann gesellt sich Fendi auf der Pariser Haute Couture Woche einer illustren italienischen Gesellschaft aus Valentino, Versace, Armani Privé und Giambattista Valli.  Der Schritt beweist wieder einmal, dass die Haute Couture noch lange nicht tot ist und sogar ein Revival erlebt. Ich bin sehr erfreut, dass auch Li Edelkoort dieser Meinung ist.
Fotos: Kollektion AW 2015-16 Catwalkpictures
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Kommentare

  • Kathrin Bierling sagt:

    Sehe ich genau so: Marken, wie Fendi, die eh schon aufwendig arbeiten, sollten in die Haute Couture. Mit dem Geschäft von Trends/Bekleidung beschäftigen sich die preisgünstigen Ketten uneinholbar. Masse für die Masse. Und die, die sich was Besonderes gönnen möchten, das lange hält, orientieren sich zum Designer im Hinterhof oder zum Haute Couture Designer – je nach finanziellen Möglichkeiten und Geschmack.