Bread & Butter – das Ende ?

Es liegen stürmische Wochen hinter der berühmten Berliner Messe Bread & Butter. Nach einer Wackelpartie, ob die Messe diesmal in Berlin zeigen wird oder nicht, wurde sie letzte Woche endgültig abgesagt. Gestern wurde Insovlenz angemeldet. Bedeutet dies das Ende der berühmten Messe?
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Nein, glaubt man den Worten des charismatischen Chefs Karl-Heinz Müller, der am 9. Dezember die baldige Rückkehr auf der Website der Messe verspricht:
"Not least due to self-inflicted turbulences, we have not been able to motivate a sufficient number of exhibitors to participate this season. I am convinced of the fact that our success concept cannot be continued by repeating the past. Maybe something great has to end so that something new can arise. Our whole fashion industry is at a point of radical change. This is why challenges of the future have to be met with new solutions. For now, I would like to express my gratitude to all those who have supported and accompanied us in the last 14 years, above all to my numerous long-term employees and business partners. I owe special thanks to those in charge in the cities of Berlin and Barcelona.
This is not the end. We will return."
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Zur Insolvenz hat das Fachblatt TextilWirtschaft am meisten Informationen: Zum Insolvenzberater wurde der Potsdamer Anwalt Christian Graf Brockdorff berufen. Die Shops 14 oz. werden weitergeführt und wie auch der Online-Shop. Das Thema Guerilla Messe unter dem Schlagwort "Bread&Butter - back to the Street"  ist noch keineswegs vom Tisch und was mit der geplanten Veranstaltung im September 2015 in Seul passiert, ist noch nicht klar. Man versuche, das Business am Laufen zu halten, so die Message.
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Als ob die Konkurrenzmesse Who's next geahnt hätte, was in Berlin passieren wird, hat auch sie ihren frühen Juli-Termin vor wenigen Wochen aufgegeben und kehrt auf den alten September-Termin zurück. Das geht nun ohne Gefahr, da die Bread& Butter keine Budgets mehr vorher abgreifen kann. Der härteste Konkurrent ist weg. Noch ein anderer lacht sich in Fäustchen: Die Pitti Uomo in Florenz freut sich auch, einen Mitbewerber weniger zu haben und damit aufgewertet zu werden.
Eine weitere Frage ist, ob solche Messen noch zeitgemäß sind. Es gibt inzwischen sehr gute Online-Messe-Angebote wie The new Black oder E-Pitti.  Für mich ist das die Zukunft. Nur um eine Party zu feiern, muss niemand mehr nach Berlin. Schon gar nicht in den aktuell angespannten Wirtschaftszeiten.
Was aber bedeutet es für Berlin?
Wir haben das hier schon einmal diskutiert. Die anderen Berliner Messen und auch die Modewoche sind nun freier in der Entscheidung, wann der nächste Termin stattfindet. Schlau wäre es, künftig nicht mehr in Konkurrenz zur Pariser Modewoche zu agieren. Es könnte eine Chance sein, Berlin aus der Nische zu holen und aus der Modewoche einen bedeutenden Fashiontermin der zweiten Reihe zu machen, wie es der Copenhagen Fashionweek gelungen ist. Es kann aber auch das Ende der zarten Pflänzchens des Berliner Modestandorts bedeuten. Nun liegt es in den Händen der Veranstalter das Beste daraus zu machen und völlig frei vom einstiegen Riesen Bread&Butter die Weichen zu stellen. Wollen wir mal sehe, was die Berliner daraus machen.
Fotos: Screeshots der Website Bread& Butter
Photo Credit: false

Kommentare

  • Isabelle Braun sagt:

    Sie haben offenbar schon gelernt: Die MBFWB im Januar findet eine Woche VOR der Couture statt und nicht wieder parallel
  • Barbara Markert sagt:

    Isa, das war letztes Jahr auch schon so. Aber es gibt weiter die Überschneidung mit den Herrenmodewochen in Mailand und Paris. Heute machen viele Redakteure wie Einkäufer Frauen- UND Herrenmode. Besser wäre es im Anschluss zu zeigen, aber den Termin haben sich die schlauen Dänen schon geschnappt.