Die wichtigsten Öko-Labels im Überblick

Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir uns hier auf dem Blog Gedanken zum Preis von Kleidung gemacht. Das Thema ist so aktuell wie damals, denn gerade konferieren die internationalen Mächte in Paris auf der COP21 wieder über die Umwelt und den Klimawandel. Für uns als Konsumenten stellt sich die Frage: Wie kann man umweltgerecht Mode konsumieren? Auf was muss man achten? Welche Gütesiegel sind in Ordnung?
Damals bei unserer Diskussion nannte eine Leserin auf Facebook die deutsche Assoziation Rank a Brand. Die kannte ich damals noch nicht. Jedoch wurde ich etwas stutzig, dass dort G-Star ein Urteil B bekommt und Hermès ein E. Bei beiden Firmen kenne ich sehr gut die Produktionsmethoden und leider hat G-Star beim Wasserverbrauch seiner Jeans echten ökologischen Nachholbedarf und bei Hermès kenne ich – wie gesagt – sehr viele Fabriken von innen, sprich ich weiß aus eigener Quelle was dort in Sachen Umwelt und Sozialleistungen garantiert wird. Weil es so viele selbst ernannter Labelings und Ranking gibt und der Konsument gar nicht mehr weiß, auf was er achten soll und wen er vertrauen kann, stelle ich hier die wichtigsten internationalen Labels vor. Dank einheitlicher Standards und unabhängigen Kontrollsystemen gelten diese Umwelt-Siegel als glaubwürdig.
Greenpeace Demo vor Chanel im März 2013
Greenpeace Demo vor Chanel im März 2013
GOTS
GOTS (Gobal Organic Textile Standard): Das Nachhaltigkeits-Label wurde 2006 eingeführt und gilt dank seiner anspruchsvollen Kriterien als weltweit führender Standard für Textilien und Bekleidung aus biologisch erzeugten Naturfasern. In der deutschen Politik diskutiert man, es als staatliches Siegel anzuerkennen. GOTS berücksichtigt nicht nur umwelttechnische, sondern auch soziale Aspekte und hat das Ziel, eine nachhaltige Herstellung zu gewährleisten. Über 3000 Firmen sind derzeit zertifiziert und können in der öffentlich zugänglichen Datenbank auf der Homepage abgerufen werden.
BSCI
BSCI (Business Social Compliance Initiative): Dieses Sozial-Label wurde 2003 unter der Schirmherrschaft der Foreign Trade Association gegründet. Die Non-Profit-Organisation zählt derzeit rund nach eigenen Aussagen 1000 Mitgliedsunternehmen. Alle Mitglieder verpflichten sich zur Einhaltung eines Verhaltenskodex, der auf internationalen Konventionen, wie z.B. der Menschenrechtserklärung der UN, aufbaut. BSCI gilt heute als wichtigstes europäisches Überwachungssystem für Sozial- und Umweltstandards.
Modepilot-Oeko-Labels
Honest by... Bruno Pieter4s Kampagne AW2015-16
Öko-Tex
Öko-Tex Standard 100 und STeP: Das Gesundheits-Label Öko-Tex 100 mit seinem Logo „Textiles Vertrauen“ ist die weltweit bekannteste und weit verbreiteste Zertifizierung für schadstoffgeprüfte Textilien. Das Siegel, zu Beginn der 1990er Jahre ins Leben gerufen, überprüft ein Produkt auf den Einsatz von gesundheitsgefährdenden, bzw. gesetzlich verbotenen Schadstoffen. Dies ist insbesondere bei Baby- und Kindermode sowie Bekleidung mit direktem Hautkontakt wichtig.
Da Öko-Tex 100 nur Gesundheitsaspekte berücksichtigt, wurde als Ergänzung die weiterführende Zertifizierung Öko-Text STeP (Sustainable Textile Production) eingeführt, die Produktionsbetriebe mit umweltfreundlichen und sozialverträglichen Herstellungsbedingungen auszeichnet. Bei diesem neuen Siegel kommen erstmals auch Parameter wie Energie- und Wasser-Verbrauch wie auch Luftemissionen auf den Prüfstand.
Modepilot-Oeko-Labels
Honest by... Bruno Pieter4s Kampagne AW2015-16
Fair Wear
Fair Wear Foundation: Die Nonprofit-Organisation mit Sitz in den Niederlanden, die 1999 ins Leben gerufen wurde,  hat zur Aufgabe, die Arbeitsbedingungen  in der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie zu verbessern. Derzeit hat die Stiftung 80 Mitglieder und vertritt 120, meist europäische Marken. Die Stiftung arbeitet mit NGOs und Verbänden zusammen und hat einen Arbeitskodex aufgestellt, basierend auf die internationale Arbeitsorganisation und die UN-Menschenrechtscharta. Geregelt und regelmäßig überprüft werden Arbeitsbedingungen auf z.B. Diskriminierung, Kinderarbeit, Versammlungsfreiheit.
Anmerkung: Es gab damals auch viele Kommentare, die uns vorwarfen, beim Post über die Preispolitik nur gewisse Punkte und nicht alle Aspekte berücksichtigt zu haben. Das stimmt, denn Modepilot gibt es nun schon seit acht Jahren und wir haben in dieser Zeit mehr als 10000 Artikel geschrieben. Daher habe ich ein paar unserer alten Artikel in die "Related Posts" gesteckt, wo wir z.B. den Baumwollanbau oder die Problematik der Umweltberücksichtigung bei der Luxusindustrie thematisieren.
Photo Credit: Feature COP21 Presseunterlagen

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