Haute Couture: Die neuen Hoffnungsträger

Ich bin immer wieder glücklich, wenn ich neue Namen auf dem Haute Couture Kalender entdecke. Das gibt Hoffnung, dass dieses Genre weiter bestehen bleibt und junges Blut mit jungen kreativen Ideen die Szene aufmischt. Dass in dieser Saison die beiden, sehr künstlerisch angehauchten Jung-Designerinnen Iris van Herpen und auch Yiqing Yin fehlten, war nämlich ein echter Verlust für die Pariser Haute Couture Woche. Beide Designerinnen sind dabei, ihre Prêt-à-Porter-Kollektionen weiter auszubauen und pausierten diesmal. Dazu kam dass Iris van Herpen in diesem Jahr auch den ANDAM Preis gewonnen hat und den gibt es für die Ready-ro-Wear. Daher denke ich, dass der Druck, hier etwas ganz Tolles abzuliefern, gestiegen ist und sie sich voll und ganz diesem Thema widmet.
ABER dafür waren ja andere neue da. Echte Neueinsteiger und auch ein par Rückkehrer.
1. Dice Kayek: Die junge Türkin Dice Kayek ist nicht wirklich ein Rückkehrer, aber irgendwie auch doch. Sie zeigte jahrelang auf den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen und verschwand dann einige Zeit vom offiziellen Kalender. Nun ist sie wieder da, aber mit einer Haute Couture Kollektion. Wie immer bei ihr geht es um Volumen und starke Farben.
Das Ganze fand in einem Keller des Palais de Tokyo statt und der kleine Saal war zum Bersten voll, so viele Leute wollten ihr Comeback sehen. Sie hat diesen Wiedereinstig mit Bravour gemeistert, wie man sehen kann:
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Hier der Abschlusslauf:
2. Rad Hourani: Schon in der letzten Saison gehörte der Kanadier mit jordanischen Wurzeln und seine Unisex-Haute Couture zu meinen Favoriten.  Leider bekam ich aber diesmal keine Karte für die Show, die im Freien auf einem kleinen versteckten Gartengelände stattfand. Wie immer ist die Kollektion rein Schwarz und offenbart ihre Genialität nur dem, der genauer hinschaut und die vielen Kniffe und wahnsinnig elaborierten Raffungen und Schnitte entdeckt. Eine sehr würdige Forstsetzung der letzte Saison.
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3. Delphine Manivet. Diese Dame war mir absolut unbekannt. Scheinbar hat sie mit Brautkleidern angefangen und schaut nun nach neuen Ufern. Ein paar französische Schauspielerinnen tragen bereits ihre Sachen.  Ihre Mode ist sehr romantisch und auch sehr klassisch angehaucht, aber die Französib schafft es dennoch einen modernen Twist reinzubringen durch Stoffwahl und interessante Schnittführungen. Diese Dame werde ich mir nächste Saison noch genauer ansehen.
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4. Schiaparelli: Warum die hier stehen? Ja, weil ich denke, dass nach einer ziemlichen Rumeierei nun das Label auf dem richtigen Weg ist, die ideenreiche Mode der Gründerin fortzuführen. Marco Zanini, Ex-Rochas, ist schon im Januar eine sehr gute Revival-Kollektion gelungen, aber nun ist klar in der Spur. Das hat Schiaparelli Niveau und transferiert ihre genialisten Ideen gut in die Neuzeit. Gliech als erstes seht ihr das famöse Shocking Pink, für das Elsa so berühmt war. Eichhörnchen auf dem Kleid, auch das passt und auch das eingestrickte Herz mit dem Pfeil an dem PLatz, wo das Herz schlägt. Ja, das ist Elsas Stil, wie wir es lieben. Bravo, Marco Zanini!
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5. Loris Azzaro: Die Marke, die ihre Hochzeit in den 60er / 70ern hatte, lief im Off-Kalender. Die Marke ist nicht neu, aber die Designer, die in den Fußstapfen des berühmten französischen Designers und Parfümeurs wandeln: Alvaro Castejón und Arnaud Maillard.  Die beiden lernten sich bei Lagerfeld Gallery kennen und planen seitdem ihre Projekte gemeinsam. Sie haben auch ein eigenes Label namens Alvarno.  Für Loris Azzaro haben sie ich auf eine körperbetonte und sexy Haute Couture entschieden, die gut dem Stil des Hauses folgt, das früher Sophie Loren und Raquel Welch eingekleidet hat. Unter uns: Versace muss sich warm anziehen. Im Bereich der sexy Haute Couture bahnt sich hier erstmal eine Konkurrenz an, die anders als Vauthier nicht mit Haut sondern mit den Formen spielt.
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Fotos: Catwalkpictures
Videos: Barbara Markert
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