Schon wieder: Designerwechsel bei Sonia Rykiel

Gerade eben in mein Mailpostfach geflattert und in keinster Weise eine Überraschung: Das Modehaus Sonia Rykiel wechselt erneut den Designer aus. Das haben die Damen (Mutter und Tochter Nathalie) in den letzten Jahren mehrmals gemacht, auch schon der Übernahme durch die chinesische First Heritage Brands Gruppe. Nach ziemlichen vielen No-Names scheinen sie aber nun endlich mal ein bessere Entscheidung getroffen zu haben. Sie engagierten Julie de Libran. Wer? Die schöne Julie, auch gerne mal als "übertstylische" Julie bezeichnet ist eine dieser typischen Französinnen, die den Stil im Blut haben. Jahrelang arbeitete sie als die recte Hand von Marc Jacobs bei Louis Vuitton. Sie hatte dort am Ende die Position der Studiodirektorin des Prêt-à-Porter Femme unter sich und verantwortete dort die Prè-Collections (Was das ist erklärt unser aktuelles Spezial Zwischenkollektionen). Die fand ich eh fast immer besser als die Hauptkollektionen.
Modepilot-Julie de Libran-2
Sie kam 2008 nach Stationen bei Prada (10 Jahre), Castelbaljac, Versace und Ferré zu Marc Jacobs und verließ zusammen mit ihm das Haus, als Nicolas Ghesquière dort das Zepter übernahm. Sie wurde kurze Zeit sogar als Nachfolgerin von Marc Jacobs gehandelt, was wie wir alle wissen dann eben doch nicht eintraf.
Witzigerweise kommt auch ihr Vorgänger bei Rykiel, der Kanadier Geraldo da Conceicao, der mit  kurzem Dank in der Pressemitteilung erwähnt wird, auch von Marc Jacobs. Die Rykiels haben also nicht so weit ihre Fühler ausgestreckt bei dieser Personalie, sondern dort rekrutiert, wo sie es schon mal und leider nicht unbedingt mit großen Erfolg versuchten.
Nur drei Saisons durfte Geraldo ran, nun wird er bereits für den Sommer 2015, also für die Modeschau im September in Paris, abgelöst. Und wie immer bei Rykiel kommt so ein Personalwechsel knapp bevor die neue Saison los geht. Kennen wir schon.
Nun kenne ich Julie de Libran nicht, aber ich haben irgendwie im Gefühl, dass das nun endlich mal passen könnte oder das Ganze Personalexperiment mit einer Explosion endet. Die Rykiels sind beide starke Charaktere und waschechte Pariserinnen. Gegen dieses Genre Frau kann man nur eine ebenfalls waschechte Pariserin auffahren, um zu überleben. Da werden auf beiden Seiten die Ellenbogen ausgefahren und die Münder gewetzt und los geht's. Doch genau aus dieser Spannung kann Neues entstehen.
Julie de Libran sagt ĂĽber ihre neue Position, dass sie dem Modehaus Rykiel mit Stolz und Respekt beitritt. "I value the confident, chic and smart woman that Madame Rykiel has always referred to, with her radical and yet verry easy way."
Unter uns: Ich bin gespannt und werde mich das erste Mal seit Jahren wieder um eine Rykiel-Karte bemĂĽhen, die ich dann eh wieder nicht bekomme.
Foto: PR Rykiel
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