Modepilot-Video-Post zur Pariser Modewoche: Part 2

Weiter geht es mit vielen Filmen aus der abgelaufenen Modewoche. Ich steige ein mit Saint Laurent. Obwohl nach wenigen Sekunden meine Batterie am Handy leer war und der Film auf halber Strecke abbricht. Dennoch will ich diese schöne Installation mal zeigen. Hedi Slimane schlĂ€gt leisere Töne an, auch bei der Musik. Sein Spleen fĂŒr technische Spielereien (Rahmen, die sich senken, Karrusells an Lautsprechern, etc.) ist nach wenigen Schauen bereits ein Stilmittel der YSL-Schauen geworden. Daher heben sich hier als idealer Einstieg in den Fashionweek-Video-Post nun die YSL Schranken:
A propos: Die WWD beklagte sich bitterlich, dass nach der Schau der Ausgang durch die Masse der Leute blockiert war, man so nicht mit seinen GĂ€sten umgehen könne und ĂŒberhaupt. Na, ich steckte auch fest, neben mir stand eine ganz entspannte Franca Sozzani, die mir erst einen vielsagenden Blick zuwarf, dann seufzte und die Augenbrauen hoch zog. Die Modemeute musste 5 Minuten warten. DRAMA! Der alte Runnuing Gag in Frankreich bewahrheitete sich mal wieder. Hier witzelt man gerne ĂŒber die Modemenschen und umschreibt ihre CharakterzĂŒge mit diesem Spruch: "Laissez moi passer, je travaille dans la mode." Übersetzt: Lassen Sie mich durch, ich arbeite in der Mode. Genauso benahmen sich dann auch alle. Nur wenn alle diese AllĂŒre haben, wo soll das hinfĂŒhren?
Um Euch mal einzunorden, von welcher Location wir ĂŒberhaupt sprechen: Hedi Slimane hatte sich wenige Tage nach der Wiedereröffnung das Carreau du Temple unter den Nagel gerissen. Er hat die Halle mit der Metallstruktur im Stil Eiffels gleich fĂŒr mehrere Saisons gebucht. Das Carreau du Temple ist eine, dieser alten Pariser Markthallen, die nach Aufgabe der lokalen MĂ€rkte verfiel. Anfang der 2000er Jahre fanden dort bereits Modenschauen statt. Man bibberte im Winter in der eiskalten Halle, die einen wunderbar abgerissenen Charme hatte. Als sie weiter verfiel und man selbst die Modeschauen nicht mehr dort abhalten konnte, wurde die Halle, die sich mitten im Marais befindet, endlich renoviert und in den vergangenen Jahren zu einem Kulturzentrum umgebaut. Mich freute es sehr, wieder mal dort zu sein. Und das bisschen Warten nach der letzten Schau des Tages, och mei, ist das wirklich schlimm? Nach Saint Laurent muss man eh immer mal ein bisschen das Gesehene sacken lassen. Da tut doch ein bisschen Warterei richtig gut.
So von dem Techniksetting geht es nun zur einer Schau, die ich liebe, weil sie immer wieder ĂŒberrascht, ach, sie verzaubert. Ich spreche von Issey Miyake. Untermalt sind die Shows immer durch Live-Musik und irgendein Gag steht immmer am Anfang der PrĂ€sentation. Seht selbst:
Dann kommt die Schau und das ist der Abschluss. Das Gekreische im Hintergrund kommt aus dem Mund einer SĂ€ngerin. Sehr beeindruckende Musik.
Manchmal sind auch ganz einfache PrĂ€sentationen kĂŒnstlerisch wertvoll. Hier sehen wir die sehr dekorativ gestaltete Mini-Show von Sonia by Sonia Rykiel. Eine schöne Idee mit den Stoffbahnen und das fĂŒr eine kommerzielle Kollektion im sehr bezahlbaren Preislagen. Wenig Aufwand, viel Effekt.
Und weil wir gerade beim Thema ROSA sind, ein wichtiges Modethema fĂŒr den kommenden Winter, bringe ich hier auch noch die wie immer witzige Show von Mansih Arora. Outfits fĂŒr den Skiurlaub, mit denen einen die Aufmerksamkeit garantiert wird.
Morgen kommt dann der Rest.
Videos: Barbara Markert
Photo Credit:
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner GrĂŒndung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhĂ€ngigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von MitgrĂŒnderin Kathrin Bierling gefĂŒhrt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunĂ€chst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschĂ€ftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

Kommentare

  • auchmilan sagt:

    “Laissez moi passer, je travaille dans la mode.” FAN-TA-STISCH 😀