Raf Simons' Dior Haute Couture

Nach 3 Tagen Haute Couture kann ich bald keine Abendroben mehr sehen. Uff! Daher bekommt Raf Simons von mir ein Lob. Sein Ansatz, Haute Couture auch fĂŒr den Tag zu machen, mit dem man auch sagen wir mal bei einer Business-Konferenz gut aussieht, ist ganz nach meinen Geschmack. Der treue Leser weiß, wie beurteilen Kleider gerne nach dem Cost Per Wear, kurz CPW und da schneiden erfahrungsgemĂ€ĂŸ Abendroben immer schlecht ab. Tagesmode aber hat Chancen auf einen hohen CPW.
Doch gehen wir ins Detail: Gleich vorweg muss ich schicken, dass Simons auf Perforierung steht. Der rote Faden dieser Kollektion ist Luft. Oder konkret Löcher. Was selbst der Laie auf den allerersten Blick erkennt. Simons sprach von einem "komplexen Spiel der Transparenz, von einem zeitgenössischen Ansatz der Stickerei und Ausschnitte. Das Versteckte und Intime werde auf ebenso lustvolle wie poetische Weise geezeigt. Ja, das stimmt auch alles irgendwie.
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Mein kleiner Kritikpunkt an der Kollektion betrifft allerdings die Asymmetrie. Die mag Simons gerne und ich gar nicht. Einseitige Schulterpartien, einseitige Dekoration am Rock, schrĂ€g verlaufende RocksĂ€ume sind fĂŒr mich Argumente, etwas NICHT zu kaufen. Da ich es nicht mag, habe ich die dazugehörigen Bilder außer dem oben auch alle weg gelassen. Freunde des Schiefen mögen bitte woanders gucken.
Doch ansonsten: Wunderbare Stoffe aus Seide und Wolle, gefÀlluge Farben, interessante Dekoration ...
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Kommen wir zu den unabdingbaren Abendroben. Die gehören nun mal zur Haute Couture wie Butter zum Butterbrot: Was soll ich sagen, die sind einfach alle gelungen. Weniger konstruiert und gewollt modern wie die Sachen oben, aber dafĂŒr einfach schön und schmĂŒckend.
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Und zum Schluss muss ich noch erzĂ€hlen, dass ich zwar wie immer keine Karte zur Show hatte, aber ganz viele Studenten von angesehenen Modeschulen. Insgesamt zeigte Dior drei Shows, zwei am Nachmittag und eine Abends fĂŒr die eingeladenen ModeschĂŒler, die hier die Chance hatten, mal hinter die Kulissen blicken zu dĂŒrfen. Übrigens eine deutsche Schule war nicht vertreten, womit wir wieder beim alten Problem wĂ€ren, dass durch den deustschen Förderalismus es zwar an alle Ecken welche gibt, aber nicht eine Schule als Kaderschmiede bezeichnet werden kann.  Auf alle FĂ€lle liebe ich diese Idee, Studenten zur haute Couture zu laden. Vielleicht hat Simons nĂ€chstes Jahr ja eine Schau parat fĂŒr Blogger, die sich nicht selbst zeigen, sondern die Mode. ;-)
Fotos: Catwalkpictures
Photo Credit: false

Kommentare

  • Rena sagt:

    Asymmetrie geht fĂŒr mich auch gar nicht, aber in dem dunkelblauen Anzug mit der Lochjacke wĂŒrde ich wirklich glatt zu einem Meeting gehen 🙂
    http://www.dressedwithsoul.blogspot.de
  • c sagt:

    ich seh jennifer lawrence schon in dem letzten kleid bei den oscars