H&M will Preise erhöhen, um Arbeiter besser zu bezahlen

Am Montag hat der schwedische Vertikalist H&M verkündet, dass eventuell die Preise erhöhen wird, um in Zukunft seine Arbeiter in den ärmsten Länder besser zu bezahlen.
Hier die Meldung der Nachrichtenagentur AFP, die ich auf France 24 gefunden habe, denn im Presseportal ist noch keine offizielle Pressemitteilung raus:
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The Swedish fashion giant H&M said Monday that it could raise retail prices in the future in order to pay better wages to some of the world's poorest textile workers.
The announcement came at a meeting with pressure groups in Stockholm where H&M unveiled plans to improve pay rates for textile workers in countries such as Bangladesh where the minimum wage is less than $70 (50 euros) a month.
Helena Helmersson, head of sustainability at H&M, told AFP that higher retail prices "might be a possibility" in the long term but that customers should not expect any price hikes in the near future.
Some corporate watchdogs saw the acknowledgement as a significant breakthrough.
"It's the first time ever they have said they were willing to raise prices and that consumers were now ready for that," said Viveka Risberg from Swedwatch, which monitors Swedish multinational corporations.
"It's going to take years to get to a living wage in Bangladesh but I'm more hopeful now they have opened up to involving all the stakeholders -- the unions, the workers the suppliers and the government."
H&M first announced its Fair Living Wage policy in November and said in a statement that "all textile workers should be able to live on their wage" but that progress towards that was too slow in some countries where many workers still live below the poverty line.
Helmersson said the company would use its size and influence with suppliers to push for fairer wages, training for workers and recognition of the role of trade unions in pay negotiations.
She added that H&M was also lobbying governments to raise minimum wage levels, and introduce annual reviews, pointing to the recent hike to $67 per month introduced by the Bangladeshi government as one sign of improvement.
However, pay hikes alone may not be enough to raise some workers out of poverty.
"We can set goals to make sure the right pay structures are in place with our suppliers," said Helmersson.
"But when it comes to the result ... one of the challenges is that when you raise wages -- we've seen this in Bangladesh -- rents are also raised and food prices go up. So they have to find a way to continuously review wages."
The company has set a goal of raising the wages of 850,000 textile workers worldwide by 2018.
Tja, ich lasse das nun mal setzen. Wie oben zu lesen ist, haben die so Angst, Kunden zu verlieren, dass sie extra betonen, dass nun nicht gleich der Preisanstieg zu erwarten ist. Heute startete übrigens online bereits die Sales-Periode bei H&M.
Hey, was soll das? Man macht eine Ankündigung und schraubt dann zurück. Was nun? Ist das mal wieder eine ser PR-wirksame Ankündigung, der dann nichts folgt? Ja, bitte erhöht die Preise, das wäre der einzig vernünftige Schritt und zwar sofort. Das wäre konsequent.
Eine Umfrage unter unseren Lesern zu starten, wer bereit wäre, mehr zu zahlen, ist vergebliche Mühe. Wie ich immer wieder in den Kommentaren lesen kann, gibt es in unserer Leserschaft genügend H&M-Verweigerer. Aber dennoch würde mich Eure Meinung interessieren. Habt Ihr den Eindruck, dass H&M wirklich ernst macht mit diesem Vorstoß? Oder haltet Ihr das Ganze für ein PR-Blabla?
Foto: H&M Pressebilder
Photo Credit: false

Kommentare

  • StephKat sagt:

    Das ist doch zumindest mal ein erster Schritt.
    Offenbar ist doch der öffentliche Druck inzwischen so groß, dass sie reagieren mussten.. Wenn sie jetzt nichts tun, werden sie unglaubwürdig.
    Ich bin sehr gespannt, was daraus wird. Ich denke aber auch, dass doch die meisten Kunden eine Preiserhöhung von z.B. 10 auf 12 oder sogar 15 Euro akzeptieren würden, oder? Rennen die dann alle zu Primark?
  • Eva sagt:

    Ich sehe das wie @StephKat, da wird schon die Reissleine gezogen ... mal sehen, wie konsequent das tatsächlich durchgezogen wird.
  • Julia sagt:

    Ich denke, das Problem ist, dass H&M sehr viele Schüler unter seinen Kunden hat, die oft noch nicht an die Konsequenzen denken, sondern sich über die billigen Preise freuen. Die sich immer neue Styles wünschen, die sie sich aber anderswo oft nicht leisten können. So wie es momentan viele H&M Verweigerer infolge der Meldungen über die drastischen Arbeitsbedingungen gibt, wird es möglicherweise noch mehr geben, die sich nach einer Preiserhöhung anderweitig umsehen werden.

    Ich persönlich hoffe auf eine derartige Veränderung in den Arbeitsbedingungen und eine damit notwendigerweise verbundene Preiserhöhung, da auch ich momentan zu denjenigen gehöre, die einen Bogen um H&M machen.