Kurznachrichten aus der Mode: Fragen über Fragen

Modell aus der Kollektion Giles für Herbst Winter 2013-14
Modell aus der Kollektion Giles für Herbst Winter 2013-14
1. Kann ich dieses Kleid in die Waschmaschine schmeißen, Giles???
Solche Fragen muss sich künftig der Designer Giles Deacon gefallen lassen, denn er wird Modeberater für Waschmittel. Hä? Damit kommen wir zu einer neuen Folge von: Kooperationen gibt's, die gibt es gar nicht. Giles Deacon, Londoner Stardesigner, wird den Kosmetik- und Haushals-Reiningungswaren-Hersteller Procter & Gamble als Global Fashion Consultant für die Entwicklung besonderer Waschmittel- bzw. Textilpflegeprodukten unterstützen. Außerdem geht der Chemiekonzern eine Kooperation mit der weltgrößten Stoffmesse Première Vision und auch dem US Fashion Council CFDA ein. Ziel soll sein, die Designer zu ermuntern, maschinenwaschbare Materialien zu nutzen. Tun die das denn nicht schon? Naja, das gibt sicherlich ein schönes Honorar.
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Wirbt dann Giles auch bald für Tide.?
2. Kann ein Designer auch managen?
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Nun ist der Schock ja schon ein bisschen überwunden, dass die Burberry CEO Angela Ahrendts, die seit 2006 Burberry managete, Mitte 2014 zu Apple gehen wird. Cross-Recruting ist heute ja nichts Besonderes mehr (außer vielleicht in Deutschland, wo man noch sehr in verhafteten Strukturen denkt. Einmal Banken, immer Banken, einmal Mode, immer Mode etc. ). Die Angelsachsen haben viel schneller verstanden, dass neuer Geist Unternehmen gut tut, die schon alles erreicht haben und die nun nach neuen Ufern suchen müssen. Und Apple hat ja auch schon Paul Deneve von Yves Saint Laurent geholt, letztes Jahr. Die wissen, was sie tun. Also an Ahrendts Personalie habe ich keine Zweifel, aber ich frage mich, ob es schlau ist, einen Designer das Management noch aufzubürden. Christopher Bailey wurde nun zum CEO ernannt. Damit muss er alles machen. Hm. Das ist selten in der Mode und ich denke, das ist Quatsch. Wie soll denn dann noch ein Designer kreativ sein, wenn er ständig den Kopf in die Zahlen stecken muss.
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Kate Moss hat zwei neue Jobs. Sie wird bei der Vogue UK in der Moderedaktion mitarbeiten. Wie geil ist das denn? Stellt Euch das mal vor. Man kommt morgens in die Redaktion und da steht Kate und fragt: "Willste auch nen Kaffee?" Was für ein super schlauer Schachzug der Vogue Chefin Alexandra Shulman! Das hat sie einen Superprofi engagiert. Die anderen Redakteurinnen werden noch genauer ihre tägliches Styling überdenken. Running Gag: "Hilfe, morgen kommt Kate in die Redaktion. Zieht Euch schick an." Doch damit nicht genug. Sie designed auch wieder für Topshop.
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Ihre Kollektion kommt im Frühjahr 2014. Begründung des Top-Models: Es habe ihr gefehlt in den kreativen Prozess bei Topshop integriert zu sein. Unter uns: Ich dachte, die hat einen Terminkalender, der nicht mal Zeit lässt, aufs Klo zu gehen. Kate Moss frühere Kooperation mit Topshop dauerte übrigens drei Jahre, von 2007 bis 2010 und war ein kommerzieller Hit.
Fotos: Catwalkpictures, Screenshots von den Websiten Topshop, Vogue UK, Procter Gamble
Photo Credit: false

Kommentare

  • katha sagt:

    ich bin auch für die gewaltenteilung von kreativität und kohle. alles andere ergibt schnell nur faule kompromisse an der falschen stelle. dann lieber mit der person von der "gegenseite" ausdiskutieren.. 😉
    ich wäre wahrscheinlich auch überfordert, wenn kate moss in meiner redaktion arbeiten würde - auf der anderen seite hätte man dann 'ne kollegin, mit der die weihnachtsfeier und after-job-bierchen mal zum echten partykracher werden würden! 😉
  • Rena sagt:

    Kate Moss weiß offenbar einfach um ihren Marktwert und nimmt das gerne mit, was sich anbietet 🙂
    http://dressedwithsoul.blogspot.de/
  • Nina sagt:

    @Rena, das glaube ich auch ... warum denn auch nicht ?!

    xxx

    The EnVogueCoop