Achtland gewinnt New Faces Award

Deutschland braucht mehr Mode-Nachwuchspreise. Sag ich immer wieder. Der New Faces Award von Burda, bzw. Bunte ist da ein guter, wenn auch recht zaghafter Vorstoß in die richtige Richtung. Der Nachwuchspreis der Zeitschrift Bunte wurde 1998 ins Leben gerufen und prĂ€sentiert vielversprechende Talente in den Kategorien Film und Fashion. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und damit kommt man in der Modebranche - mal Hand auf Herz - heute nicht mehr wirklich weit. Aber der Preis sollte dank der großen Burda-Medienmacht viel PR bringen und das ist ja auch schon was wert.
Also, gestern abend ging das ĂŒber die BĂŒhne, in DĂŒsseldorf wie ich lese, und gewonnen hat: "Bestes Accessoires Label" Tom Zauke, "Bestes Schuh-Design" Joachim van Kann, "Bestes Fashion Label" Achtland.
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Oliver LĂŒhr, Creative Director: „Achtland soll die Spannung verkörpern, die im Spiel mit GegensĂ€tzen entsteht: Zum Beispiel in der formalen Eleganz eines viktorianischen dress shirts, gepaart mit der Weiblichkeit eines Seiden- Georgettes oder der strengen architektonischen LinienfĂŒhrung, die sich in unseren Abendkleidern wiederfindet.“
Die Aachtland-Kollektion fĂŒr den FrĂŒhling/Sommer 2014 trĂ€gt den Titel „Prinzhorn’s Finches“ und ist inspiriert von der Outsider-Kunstsammlung Prinzhorn einerseits und bunten Zuchtvöglen, sogenannten Showbirds, andererseits.
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Der New Faces Award hat noch nicht mal eine richtige Website, sondern nur eine Facebook-Seite, die sehr spÀrliche Informationen liefert. Auf der Burda-Website bekam ich nach einiger Suche ein paar mehr Informationen:
FĂŒr den New Faces Award Fashion werden Jungdesigner nominiert, die mit ihren KollektionsentwĂŒrfen eine eigene Philosophie erkennen lassen und das Potenzial haben, auf internationalem Produktionsniveau am Markt zu bestehen. Auch hier hat Bunte zahlreichen jungen und kreativen Menschen den Weg ins Rampenlicht geebnet - darunter Philipp Plein, Sascha Gaugel oder JosĂ© BenedĂ­.
Na, da ist mit Achtland und auch Tom Zauke ein guter Schritt nach vorne gemacht worden. Leider habe ich das Schuhlabel von Joachim van Kann nicht finden können online. Kann einer helfen?
Da da Burda drin steckt, ist es auch besser, wenn ich diesen Post schreibe und nicht MJ, denn die ist ja befangen. ALSO: Aus meiner Deutschland fernen Frankreich Sicht heraus muss ich was anmerken. Scheinbar gibt es da eine Riesenparty, wo Hunderte von Leuten auflaufen und sich und andere feiern. Das kostet sicherlich 'ne dicke Stange Geld. Und nun komme ich, der Mahner aus Paris: Der höchst dotierte Fashionpreis der Welt, ANDAM, ist derzeit mit 750000 Euro dotiert und die Party besteht darin, dass man sich in den RÀumen des Kultusministeriums in Paris trifft, drei Reden geschwungen werden und man danach ein Glas Champagner bekommt oder auch nicht, denn der ist oft am Ende der Veranstaltung schon vorzeitig alle, weil zu knapp bemessen.
Das mal als eine kleine Denkanregung an Burda. Gebt einfach weniger Geld aus fĂŒrs Feiern und legt man gehörig was auf das Preisgeld oben drauf. 10.000 Euro, damit kann ich nicht mal eine ordentlich Showroom-PrĂ€sentation auf der Pariser Fashionweek hinbekommen. Die Jungdesigner brauchen mehr Geld. Und macht endlich eine ordentliche Website, wo die PreistrĂ€ger auch richtig promoted werden. Zu den Gewinnern steht da auf Facebook genau EIN Satz. Das kann doch nicht alles an PR sein, die da vom Award geliefert wird. Bilder gibt es auch keine. Die muss man sich bei Getty einkaufen. Ne, das ist verbesserungswĂŒrdig.  Burda hat hier die Chance sich zu einem echten Talentförderer zu etablieren. Macht was draus!
Fotos: Catwalkpictures
Photo Credit: false

Kommentare

  • patricia.s sagt:

    Neben den mahnenden Worten gefÀllt mir die "Alte-Journalistenschule-Haltung" hinsichtlich der UnabhÀngigkeit.
  • modezarin sagt:

    Achtland finde ich auch genial! Das ist fĂŒr mich persönlich das allererste deutsche Label, das internationales Format hat. Außer vielleicht noch Joops Wunderkind... Joachim van Kann wird wohl der Reno-Gewinner sein. http://www.reno-award.de/ Dann weiß ich jetzt wenigstens, dass ich's nicht bin. Danke dafĂŒr! Von Reno kam keinerlei Info. Soviel zur ProfessionalitĂ€t des Wettbewerbs... 😉