Le Printemps gehört nun dem Katar

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Freitag abend fiel die Entscheidung nach sechs Wochen zäher Verhandlungen und dem fast schon unglaublichen Plan, die Konkurrenten Galeries Lafayette und Le Printemps zusammenzuführen. Doch so kam es nicht. Das berühmteste Kaufhaus von Paris, einst Flagschiff der PPR Gruppe, die nun Kering heißt, fiel zu 100% an einen Investmentfonds aus Katar. Wer dahinter steckt, ist wohl weiter im Dunklen. Der Fonds mit Sitz in Luxemburg genannt Disa (Divine Investments SA) wollte unbedingt alle Anteile erhalten. Die Verkäufer, die Deutsche Bank, bzw. deren Fond Rreef (70%), und Maurizio Borletti (30%), Sproß der Gründerfamiilie des Mailänder Modehauses La Rinascente, lenkten schließlich ein. Gemäß Le Monde habe ich sich der Wert des Kaufhauses und seine Filialen in der französischen Provinz stark erhöht. Im Jahr 2006 so schreibt die Tageszeitung wäre der Wert auf 1,1 Mrd. Euro beziffert worden. Seitdem ist aber viel passiert. Le Printemps hat ein klares Up-Grading verfolgt: Nach Renovierung der Außenfassade wurde innen drinnen alles einmal völlig umgestaltet und auf Luxusmode ausgerichtet. Wie wird das nun unter dem neuen Eigentümer weiter gehen?
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Die 3400 Angestellten befürchten außerdem, dass die neuen Herren vom persischen Golf eigentlich nur am schicken Stammhaus am Boulevard Haussmann interessiert sind. Werden die 16 anderen Häuser in der Provinz erhalten? Woher kommt das Geld? Wer steckt hinter dem erst im Februar gegründeten Fonds?
Die Monarchie Katar ist seit Jahren stark darin involviert, sich Immobilien und Werte in Paris zu sichern. Sie haben bereits Gebäude auf den Champs Elysees gekauft, der Fußball Club Paris Saint Germain PSG gehört bereits ihnen etcetera. Dabei geht immer sehr um das schicke Image (siehe der Einkauf Beckhams, der kaum spielt, aber am Spielplatz-Rand sich gut auf der Ersatzbank macht) statt um wirklich rentable Strategien. Beim Kauf von Le Printemps soll es um angeblich 2 Mrd. Euro gegangen sein und angeblich muss Borletti, der allerdings wohl als Berater weiter macht, auch noch abgefunden werden, was mehrere Hunderte von Millionen kosten wird.
Ach irgendwie bleibt da bei mir ein fader Beigeschmack. Tatsächlich wäre es mir lieber gewesen, dass Le Printemps mit den Galeries zusammengeht, denn dort ist noch immer die Familie involviert und die hält die Strategie aufrecht, dass jede Frau etwas bei den Galeries finden und kaufen kann. Wenn am Ende beim Nachbarn Le Printemps nur noch reiche Araberinnen einkaufen können, dann würde sich in meinen Augen ein wichtiges europäisches Handeskapitel für ewig schließen.
Fotos: parisoffice / Modepilot, PR / u.a. Manuel Bougot (2)
Photo Credit: false

Kommentare

  • Lina sagt:

    Das klingt tatsächlich alles sehr dubios... mal sehn wie sich das weiterentwickelt - es bleibt spannend.

    Ich muss ja zugeben dass mir Katar nicht sonderlich sympatisch ist. Meiner Meinung nach setzen die viel zu sehr auf Schein (man muss sich ja nur mal angucken, was das für ein Heckmeck mit der Fußball-WM ist - für den Sommer vergeben und jetzt auf den WInter geschoben. Also wirklich, man kann ja auch mal den Kopf einschalten...).