Kurznachrichten aus der Mode

Es hat sich so viel angesammelt, dass das nun dringend nötig ist, diese Rubrik in eine neue Folge geht.
Modepilot-Versus-Kane-Kurznachrichten aus der Mode
1. Zum Fall Christopher Kane: Ich hatte es gestern schon auf Facebook vermeldet: Er verlĂ€sst Versus. Angeblich steckt dahinter eine neue Strategie. Hier die Eckpunkte in KĂŒrze: Digital ist neue Key Word, heißt es in der Pressemitteilung. Versus ist jung und die Jugend ist online. OK, dann her mit den Anzeigen. Können wir gebrauchen. Weiter: Donatella Versace will Kooperationen mit jungen Designen und Stylisten fĂŒr Co-Brandings und Capsule-Kollektionen. Diese Koops werden die Arbeit von Kane ersetzen, der sich angeblich mehr der eigenen Linie widmen will. Oder eben zu Balenciaga geht. Die neuen Koops werden in PrĂ€sentationen wĂ€hrend der Fashionweek gezeigt. Ein erster solcher Event ist fĂŒr MĂ€rz in New York geplant. Viele Kollektionen sollen aber auch zwischen den Saisons raus kommen.
Zum Abschluss noch ein bisschen O-Ton: “This is a very exciting development for Versus, and I’m thrilled to be engaged in such a major shake-up of the fashion world’s rules”– said Donatella Versace. “I want to thank Christopher for his contribution to Versus over 6 seasons, during which I have been able to appreciate his extraordinary talent. Working with young talented people, and see them grow and develop as I have seen Christopher do over these years, is one of the most rewarding parts of my work. I wish him all the best for the development of his own line. He will always have my total support.”
So, Christopher und nun? Balenciaga? Denn dann doch?
Modepilot-Lacoste-Maus-Übernahme-Kurznachrichten aus der Mode
2. Kommen wir zu den Dramen bei Lacoste. Beim Label, das ENDLICH dank Felipe Oliveira Baptista die richtige Moderichtung eingeschlagen hat, geht es seit Wochen rund. Eine der Lacoste Erbinnen, nĂ€mlich Sophie, zog als PrĂ€sidentin in den Aufsichtsrat ein und seitdem ist bei Lacoste der Teufel los. Ihr eigener Vater war gegen ihre neue Position. Angeblich hĂ€tte es formale Unstimmigkeiten bei der Wahl gegeben. Papa Michel, Sohn des berĂŒhmten Tennisspielers RenĂ© und PrĂ€sident der Marke, kĂŒndigte daraufhin an, die Familienanteile zu verkaufen. Dann ging es hin und her und alle stritten und Fazit ist nun: Ja, alles ist verkauft fĂŒr 1 Mrd. Euro an die Schweizer Familie Maus. Der Gruppe Maus FrĂšres gehört schon seit langem Devanlay, der Lizenznehmer von Lacoste, der die Herstellung der Textilbekleidung und der Taschen seit Jahrzehnten sichert. Die restlichen Anteile zu kaufen machte fĂŒr die Gruppe deshalb Sinn und sie kommt zu einem schlauen Zeitpunkt, denn seit langem waren die Kollektion nicht mehr so gelungen wie jetzt. Das Krokodil ist "retour"! Und soll angeblich französisch bleiben, so die Schweizer. Das gleiche Spiel haben wir ja auch bei Chanel, seit Jahrzehnten eine Schweizer Firma mit Sitz in Frankreich.
Modepilot-Valentino-Homme-Kurznachrichten aus de
3. Valentino Homme zieht mit seiner Fashionshow um. Er zeigt ab MĂ€rz in Paris. Die Kollektion war bisher in Florenz gezeigt worden bei der Pitti Uomo und soll ausgebaut werden. Ich denke mal, der Schauenstandort hat praktische GrĂŒnde: Die Designer Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli sind eh in Paris wegen der Haute Couture und da die Herrenmodewoche und Haute Couture Schauen direkt aneinander hĂ€ngen, mĂŒssen die nicht durch die Gegend reisen.
3. Aeffe ist ein Big Player in der Mode, der im Hintergrund agiert und viele Kollektionen herstellt. Doch gerade verliert das italienische Unternehmen Kunden: Nach Gaultier hat nun auch Cacharel den Produzenten verlassen. Bei Gaultier gibt es gute GrĂŒnde, denn Puig hat das Unternehmen gekauft, bei Cacharel ist es wie immer das gleiche Drama: Chaos in der Firma, wieder ist nach wenigen Monaten einen CEO weg, dann kĂŒndigt man Aeffe und dann warten wir ab, bis auch die Designer wieder ausgewechselt werden.
Modepilot-Fashions Night Out-Vogue-Kurznachrichten aus der Mode
Fotos: Carwalkpictures, Vogue Cover
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Kommentare

  • parisoffice sagt:

    Janna, da gibt es ein HĂ€ndlerkomitee der Straße, die das votiert.

    Und: Um Le Bon Marche ist auch wenig Schickes drumherum.


  • Janna sagt:

    Interessant, das mit der VFNO in Paris. Jetzt versteh ich auch, warum auf den Straßen kaum ein Durchkommen mehr war - irgendwo mĂŒssen die Leute ja sein, wenn sie nicht in den GeschĂ€ften sind und kaufen 😉 .

    Gibt es dazu eigentlich auch eine Quelle? FĂ€nde zusĂ€tzliche Infos dazu spannend 🙂 Danke schon mal, falls ihr was habt (ansonsten votiere ich fĂŒrs nĂ€chste Mal fĂŒr den Bereich um Le Bon MarchĂ© und die Abschaffung dieser dĂ€mlichen Einladungskarte fĂŒr die Pariser VFNO, die nicht mal en toute la France dem Heft beilag).