Verwundert ├╝ber Frauenzeitschriften-News

Kaum liegt man mal ein paar Tage unter der Sonne, passieren die unglaublichsten Dinge. Ich fange mal vor der eigenen Haust├╝re an. Wie Ihr alle wisst, arbeiten wir aus dem Cockpit in der Frauenmedienbranche. Und da hat sich w├Ąhrend meiner Abwesenheit einiges getan.
Gerade erfahre ich, dass Season eingestellt wurde. Das aktuelle September-Heft, das gerade an den Kiosk kam, ist zugleich das letzte. Das betrifft mich pers├Ânlich, da ich beim Heft eine kleine Mode-Rubrik betreute. Aber so ist die Medienbranche eben: Einer geht, ein anderer kommt. Cover ist ja nun da, Flair auch.
Das kam ja am 15. August und bekam bei Kress gute Noten. Hier nachzulesen. Leider habe ich es gestern am Flughafen beim Umsteigen in M├╝nchen verpasst, mir eine Erstausgabe zu sichern.┬áIch sammele schon seit Jahren Erst- und Letztausgaben. Inzwischen denke ich sogar daran, die Sammlung in den M├╝ll zu schmei├čen, weil ich aufgrund der vielen Magazin-Einstellungen gar keinen Platz mehr f├╝r die Aufbewahrung habe.
Doch was mich wirklich v├Âllig ├╝berraschte, war der Rausschmiss von Andreas Lebert bei der Brigitte. Wie bitte? Nach zehn Jahren? Kapiere es wer mag. Die Redakteure bei der Brigitte bekamen immer schw├Ąrmerische Blicke, sobald sie ├╝ber ihn sprachen. "Ach, wie toll und ach, wie f├Ąhig!" Aber die Zahlen gehen nach unten und nur das z├Ąhlt.
So, der neue Mann der Stunde hei├čt Stephan Sch├Ąfer und hat nun wie viele Titel als Chefredakteur zu betreuen? Vier? Reicht gar nicht. Noch mal nachz├Ąhlen: Sch├Âner Wohnen, Essen & Trinken, Brigitte, H├Ąuser, Couch ┬á ÔÇô stopp, es geht noch weiter, denn da haben wir auch noch Brigitte Balance, Brigitte Woman, Brigitte Mom und das ganze Online-Zeugs zu den Titeln. Wahnsinn! Was das Kosten einspart. Gruner + Jahr entwickelt sich zu einer Art Bauer-Verlag, mit ├╝bergreifenden Ressort-Abteilungen. Erstes neu geschaffene Ressort: Chefredakteur-Ressort. Nun ist es eine Frage der Zeit, wann die Redakteure von Essen&Trinken bei Brigitte die Kochseiten ├╝bernehmen, die von Sch├Âner Wohnen die Wohnseiten etcetera.
Du gr├╝ne Neune. Ich sag's immer wieder: Die Branche geht den Bach runter. Ausverkauf des Journalismus und ich mitten drin. Wie gut, dass es Modepilot gibt. Mit diesem aufmunternden Worten melde ich mich ins Cockpit zur├╝ck und freue mich auf einen tollen Modepilot-Herbst mit Euch.
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Kommentare

  • nath sagt:

    Sad but true. Ich weine heute noch dem Ende der PARK AVENUE nach - und ├Ąrgere mich schwarz ├╝ber jeden ohne Hintergrundwissen abgetippten Pressetext in den gr├Â├čtenteils von Praktikanten bestrittenen Heften, die ich hier mal netterweise nicht nennen werde.
  • Maike sagt:

    Irgendwie z├Ąhlt im Printbereich immer mehr Quantit├Ąt als Qualit├Ąt und ich bin mir ziemlich sicher, dass genau das mindestens ein SArgnagel ist. Zielgruppe hin oder her....
  • MademoiselleTamTam sagt:

    Aber machen sie sich mit dieser Taktik nicht selbst kaputt? Wer kauft denn dann noch mehr als ein Heft wenn da eh schon das "Best of" aus den anderen drin steht? Trotz der schlechten Nachrichten: welche Freude dass das Cockpit wieder besetzt ist! Welcome back, wir haben euch vermisst!
  • Joma sagt:

    Der Medien-Einheitsbrei ist ja leider auch in vielen (fr├╝her) renommierten Tageszeitungen zu lesen.

    Wirklich schade.