ZDF Zoom zu Zalando und die Debatte

Gestern abend strahlte das ZDF in ZDF Zoom einen Bericht ĂŒber die VerhĂ€ltnisse beim Web-VersandhĂ€ndler Zalando aus und nun schwelt die Diskussion. Ich konnte leider irgendwie das Video bei mir nicht zum Laufen bekommen. Hier kann man es runterladen.
Es folgte ein Aufschrei der Kunden vor allem bei Facebook
... und eine erste Resonanz des Unternehmen, die man hier nachlesen kann.
Fotos: Screenshots ZDF Zoom, Zalando Facebook, Meedia Topstory
Photo Credit: false

Kommentare

  • Mademoiselle Tamtam sagt:

    Die Sachen sind ja teilweise nicht mal gĂŒnstiger als im Handel. Lediglich Schuhe aus Plastik oder Synthetikkleidchen werden zu Spottpreisen rausgeworfen. Ich persönlich habe da sowieso sehr selten bestellt (und meist zurĂŒckgeschickt) und werde in Zukunft nicht mehr dort bestellen. Genauso wie ich nicht mehr bei H&M und Co einkaufe. Man sollte sich bewusst sein, dass die Preise nicht unter guten Arbeitsbedingungen gehalten werden können.
  • Annemarie sagt:

    Erstmal: Ich fand das Video vom ZDF sehr informativ und die VerhĂ€ltnisse natĂŒrlich auch schockierend. Aber bei mir erweckte es den Eindruck, als sei Zalando nur EIN Beispiel, dass es bei der Konkurrenz also auch nicht fairer zugeht.
    Zum zweiten denke ich kaum, dass die Probleme dadurch gelöst wĂŒrden, wenn die Produkte teurer verkauft wĂŒrden. Die gĂŒnstigen Preise sind nicht das Problem sondern die hohen Retourenraten der Kunden. Ehrlich, aus HĂ€ndlersicht ist das deutsche Retourenrecht die Pest. Und die Kunden - die sind schon regelrecht dreist. 6 Brillen bestellen und alle gehen wieder zurĂŒck - das ist das, was ich meine. 50 % Retourenquote. Da sollte man m.E. mal einen Riegel vorschieben. Denn die einzigen, die daran noch verdienen, sind die Logistiker (DHL und Konsorten).
    OK, die Frage ist natĂŒrlich auch, wenn Zalando usw. aufgrund der Retouren weniger Kosten hĂ€tten, wĂŒrden sie dies an ihre Mitarbeiter weitergeben? Vermutlich nicht.
    Auch ein Aufreger ist die Politik, die Neubauten solcher Unternehmen noch mit Geldern in Millionenhöhe subventioniert, ohne dafĂŒr eine (wirkliche) Gegenleistung (in Form von ECHTEN ArbeitsplĂ€tzen) zu verlangen. Aber das ganze Thema Zeitarbeit ist ohnehin etwas wenn ich darĂŒber nachdenke, dann wird mir schlecht! Zeitarbeit muss teurer werden als Mitarbeiter fest einzustellen. Hier muss endlich die Politik eingreifen.
  • frauchen sagt:

    Zalando zahlt Tariflohn, wem das zu wenig ist, der soll sich bei der Gewerkschaft beschweren, die diesen Tariflohn beschlossen hat.
  • Alexandra sagt:

    Also am meisten hat mich der Teil der Doku wieder in Rage gebracht, bei dem es um die Subventionen geht. Mit Steuergeldern wird der Bau des Lagers in Erfurt subventioniert. Am Ende mĂŒssen die Leute die dort arbeiten beim Amt aufstocken gehen, weil so miese Löhne gezahlt werden - und ganz zum Schluss muss Zalando dann durch öffentliche Gelder gerettet werden, weil der Laden ĂŒber kurz oder lang eh pleite gehen wird. Das hat die Financial Times ĂŒbrigens schon vor einem Jahr prognostiziert.
  • Janna sagt:

    Ich persönlich habe Zalando auch nicht gerade als besonderen Tummelplatz fĂŒr SchnĂ€ppchen abgespeichert - gerade die Reduzierungen im so genannten "Schlussverkauf" sind teilweise echt lĂ€cherlich im Vergleich zu anderen Onlineshops Ă  la net-a-porter etc. (gut, in letzterem Fall wird die ursprĂŒngliche Marge meist höher sein, aber auch der sicher höhere Margen aufweisende Zalando-Premium-Bereich kann mit der Konkurrenz anderer Shops kaum mithalten, was Rabattaktionen angeht.)

    WorĂŒber ich mich allerdings jedes Mal aufregen könnte, ist das Gejammere ĂŒber die angeblich zu hohen Retourenquoten. Mir ist durchaus klar, dass das aus HĂ€ndlersicht nicht ganz einfach zu handhaben ist, aber RĂŒckgabe ist - zum GlĂŒck - das gute Recht des Kunden, der sein Geld nicht einfach fĂŒr Zalando (oder sonst einen Onlineshop) spendet fĂŒr Sachen, die nicht passen und/oder gefallen.

    Mal ganz ehrlich: Wieviele Teile probiert man beim Shoppen im Laden an (reine "Spaßanproben" schon ausgenommen!) und wieviele davon nimmt man letztlich? Bei mir ist der Prozentsatz der "zurĂŒck" gehenden StĂŒcke mindestens so hoch wie im Onlinehandel, wenn nicht höher. Und im Laden kann ich vorher schon prĂŒfen, wie sich das Material anfĂŒhlt oder Vermutungen anstellen, wie der Stoff fĂ€llt usw.. Im Onlineshop fĂ€llt sogar dieses vorherige Selektionskriterium raus (davon, dass manche Farben etc. verfĂ€lscht sind, Angaben zur Materialzusammensetzung teilweise schlicht falsch sind, etc. pp. mal ganz zu schweigen). Da kann man den schwarzen Peter nicht den Kunden zuschieben und mal eben so geringere Retourenquoten fordern.


    Wenn ĂŒberhaupt kann man zum Behalten der Artikel incentives geben (leichte Beteiligung des Kunden an den RĂŒcksendekosten o.Ă€.) oder man muss die VertrĂ€ge mit den Spediteuren neu verhandeln. Wenn das grundsĂ€tzliche Recht auf RĂŒckgabe beschnitten wird, schneidet der Onlinehandel aber letztlich den Ast ab, auf dem er sitzt (dann wĂŒrde dort nĂ€mlich kaum mehr jemand ĂŒberhaupt bestellen).
    UnabhĂ€ngig davon sind natĂŒrlich die beschriebenen Arbeitsbedingungen trotzdem durch nichts zu rechtfertigen. Wobei ich da das Problem auch nur zum Teil bei Zalando sehe, und vielmehr die gesamte Struktur (im (Textil-)Handel ĂŒberhaupt?) mit den vielen Zwischengliedern und "Dienstleistern" fĂŒr die Wurzel des Übels halte.
  • Alexandra sagt:

    @ frauchen: Arbeitest du bei Zalando?
  • Tadeusz sagt:

    Wer ohne SĂŒnde ist werfe den ersten Stein! Ich denke kaum eine Marke ist ganz sauber zumal die Sachen ja meist aus Asien, sprich China etc. stammen.

    Umso wichtiger ist es auch die Alternativen auf zu zeigen, sprich Fairen Handel, und die Online-HĂ€ndler durch Nachfrage dazu zwingen Fair Trade Produkte ein zu fĂŒhren. Gerade bei Klamotten und Schuhen hat sich das in den letzten 10 Jahren sehr viel getan.


  • Robert Neal sagt:

    Hahaha Zalando ist Zappos fĂŒr Arme
  • Robert Neal sagt:

    @frauchen Zlando ist eine schlechte Kopie

    von Zappos.com.