ZDF Zoom zu Zalando und die Debatte

Gestern abend strahlte das ZDF in ZDF Zoom einen Bericht ├╝ber die Verh├Ąltnisse beim Web-Versandh├Ąndler Zalando aus und nun schwelt die Diskussion. Ich konnte leider irgendwie das Video bei mir nicht zum Laufen bekommen. Hier kann man es runterladen.
Es folgte ein Aufschrei der Kunden vor allem bei Facebook
... und eine erste Resonanz des Unternehmen, die man hier nachlesen kann.
Fotos: Screenshots ZDF Zoom, Zalando Facebook, Meedia Topstory
Photo Credit: false

Kommentare

  • Robert Neal sagt:

    @frauchen Zlando ist eine schlechte Kopie

    von Zappos.com.


  • Robert Neal sagt:

    Hahaha Zalando ist Zappos f├╝r Arme
  • Tadeusz sagt:

    Wer ohne S├╝nde ist werfe den ersten Stein! Ich denke kaum eine Marke ist ganz sauber zumal die Sachen ja meist aus Asien, sprich China etc. stammen.

    Umso wichtiger ist es auch die Alternativen auf zu zeigen, sprich Fairen Handel, und die Online-H├Ąndler durch Nachfrage dazu zwingen Fair Trade Produkte ein zu f├╝hren. Gerade bei Klamotten und Schuhen hat sich das in den letzten 10 Jahren sehr viel getan.


  • Alexandra sagt:

    @ frauchen: Arbeitest du bei Zalando?
  • Janna sagt:

    Ich pers├Ânlich habe Zalando auch nicht gerade als besonderen Tummelplatz f├╝r Schn├Ąppchen abgespeichert - gerade die Reduzierungen im so genannten "Schlussverkauf" sind teilweise echt l├Ącherlich im Vergleich zu anderen Onlineshops ├á la net-a-porter etc. (gut, in letzterem Fall wird die urspr├╝ngliche Marge meist h├Âher sein, aber auch der sicher h├Âhere Margen aufweisende Zalando-Premium-Bereich kann mit der Konkurrenz anderer Shops kaum mithalten, was Rabattaktionen angeht.)

    Wor├╝ber ich mich allerdings jedes Mal aufregen k├Ânnte, ist das Gejammere ├╝ber die angeblich zu hohen Retourenquoten. Mir ist durchaus klar, dass das aus H├Ąndlersicht nicht ganz einfach zu handhaben ist, aber R├╝ckgabe ist - zum Gl├╝ck - das gute Recht des Kunden, der sein Geld nicht einfach f├╝r Zalando (oder sonst einen Onlineshop) spendet f├╝r Sachen, die nicht passen und/oder gefallen.

    Mal ganz ehrlich: Wieviele Teile probiert man beim Shoppen im Laden an (reine "Spa├čanproben" schon ausgenommen!) und wieviele davon nimmt man letztlich? Bei mir ist der Prozentsatz der "zur├╝ck" gehenden St├╝cke mindestens so hoch wie im Onlinehandel, wenn nicht h├Âher. Und im Laden kann ich vorher schon pr├╝fen, wie sich das Material anf├╝hlt oder Vermutungen anstellen, wie der Stoff f├Ąllt usw.. Im Onlineshop f├Ąllt sogar dieses vorherige Selektionskriterium raus (davon, dass manche Farben etc. verf├Ąlscht sind, Angaben zur Materialzusammensetzung teilweise schlicht falsch sind, etc. pp. mal ganz zu schweigen). Da kann man den schwarzen Peter nicht den Kunden zuschieben und mal eben so geringere Retourenquoten fordern.


    Wenn ├╝berhaupt kann man zum Behalten der Artikel incentives geben (leichte Beteiligung des Kunden an den R├╝cksendekosten o.├Ą.) oder man muss die Vertr├Ąge mit den Spediteuren neu verhandeln. Wenn das grunds├Ątzliche Recht auf R├╝ckgabe beschnitten wird, schneidet der Onlinehandel aber letztlich den Ast ab, auf dem er sitzt (dann w├╝rde dort n├Ąmlich kaum mehr jemand ├╝berhaupt bestellen).
    Unabh├Ąngig davon sind nat├╝rlich die beschriebenen Arbeitsbedingungen trotzdem durch nichts zu rechtfertigen. Wobei ich da das Problem auch nur zum Teil bei Zalando sehe, und vielmehr die gesamte Struktur (im (Textil-)Handel ├╝berhaupt?) mit den vielen Zwischengliedern und "Dienstleistern" f├╝r die Wurzel des ├ťbels halte.
  • Alexandra sagt:

    Also am meisten hat mich der Teil der Doku wieder in Rage gebracht, bei dem es um die Subventionen geht. Mit Steuergeldern wird der Bau des Lagers in Erfurt subventioniert. Am Ende m├╝ssen die Leute die dort arbeiten beim Amt aufstocken gehen, weil so miese L├Âhne gezahlt werden - und ganz zum Schluss muss Zalando dann durch ├Âffentliche Gelder gerettet werden, weil der Laden ├╝ber kurz oder lang eh pleite gehen wird. Das hat die Financial Times ├╝brigens schon vor einem Jahr prognostiziert.
  • frauchen sagt:

    Zalando zahlt Tariflohn, wem das zu wenig ist, der soll sich bei der Gewerkschaft beschweren, die diesen Tariflohn beschlossen hat.
  • Annemarie sagt:

    Erstmal: Ich fand das Video vom ZDF sehr informativ und die Verh├Ąltnisse nat├╝rlich auch schockierend. Aber bei mir erweckte es den Eindruck, als sei Zalando nur EIN Beispiel, dass es bei der Konkurrenz also auch nicht fairer zugeht.
    Zum zweiten denke ich kaum, dass die Probleme dadurch gel├Âst w├╝rden, wenn die Produkte teurer verkauft w├╝rden. Die g├╝nstigen Preise sind nicht das Problem sondern die hohen Retourenraten der Kunden. Ehrlich, aus H├Ąndlersicht ist das deutsche Retourenrecht die Pest. Und die Kunden - die sind schon regelrecht dreist. 6 Brillen bestellen und alle gehen wieder zur├╝ck - das ist das, was ich meine. 50 % Retourenquote. Da sollte man m.E. mal einen Riegel vorschieben. Denn die einzigen, die daran noch verdienen, sind die Logistiker (DHL und Konsorten).
    OK, die Frage ist nat├╝rlich auch, wenn Zalando usw. aufgrund der Retouren weniger Kosten h├Ątten, w├╝rden sie dies an ihre Mitarbeiter weitergeben? Vermutlich nicht.
    Auch ein Aufreger ist die Politik, die Neubauten solcher Unternehmen noch mit Geldern in Millionenh├Âhe subventioniert, ohne daf├╝r eine (wirkliche) Gegenleistung (in Form von ECHTEN Arbeitspl├Ątzen) zu verlangen. Aber das ganze Thema Zeitarbeit ist ohnehin etwas wenn ich dar├╝ber nachdenke, dann wird mir schlecht! Zeitarbeit muss teurer werden als Mitarbeiter fest einzustellen. Hier muss endlich die Politik eingreifen.
  • Mademoiselle Tamtam sagt:

    Die Sachen sind ja teilweise nicht mal g├╝nstiger als im Handel. Lediglich Schuhe aus Plastik oder Synthetikkleidchen werden zu Spottpreisen rausgeworfen. Ich pers├Ânlich habe da sowieso sehr selten bestellt (und meist zur├╝ckgeschickt) und werde in Zukunft nicht mehr dort bestellen. Genauso wie ich nicht mehr bei H&M und Co einkaufe. Man sollte sich bewusst sein, dass die Preise nicht unter guten Arbeitsbedingungen gehalten werden k├Ânnen.