Szenenwechsel - Haute Couture Start

Die Herrenmodewoche ist ein Business-Event: Die immer gleiche Reisegruppe fĂ€hrt von einem Ende Paris zum anderen, guckt, macht Fotos, notiert und steigt dann wieder in den Bus. Die Stars sind die Japaner, die uns jeden Tag mit ihren fantasievollen Outfits den Alltag verschönern. Die weiblichen Editorialistas, sofern es denn welche gibt, absolvieren die Pflicht und die KĂŒr auf flachen Tretern und mehr kreativen als sexy Klamotten.
So und nun seht, in welches Spektakel ich nach fĂŒnf Tagen Menswear plötzlich hinein katapultiert wurde:
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Zwischen der filmreifen  Modenschau Ă  la Thom Browne und der Haute Couture Schau von Versace im Hotel Ritz (Das nach der Schau zumacht fĂŒr zwei Jahre) lag genau eine halbe Stunde Zeit. Wieder einmal fuhr ich von einem Ende der Stadt zum anderen, doch ich fuhr in eine andere Welt: Kreischende Fans vor dem Ritz, Limousinen so weit das Auge reicht, Rolls, die im Stau vor dem Hotel stehen, ĂŒberall ZaungĂ€ste, die nur einen Promi erhaschen wollen. GĂ€ste mit gestrafften Gesichtern und vollen Lippen, engst anliegende Kleider, hohe Hacken –  unter 12 cm geht da mal gar nichts – MĂ€nnerarme, die den Frauen ĂŒber den Kopfsteinpflaster zur Hilfe kommen, und gefĂŒhlte 50 OrdnungskrĂ€fte, die Limousinen öffnen, ZaungĂ€ste in Schach halten und GĂ€ste auf flachen Schuhen blockieren, sprich mich. Trotz Karte, hörte ich immer nur: "Bei der nĂ€chsten TĂŒr werden sie blockiert!" Ah ja. Es ist ein Wunder, dass ich doch noch reinkam. Warum? Weil die alle so aufgeregt waren, dass sie das Blockieren vergasen. Und ich hatte ganz vergessen, welches Spektakel die Haute Couture ist. Und ich habe den Namen des Typen vergessen, der da aus Limousine steigt. Kann mir einer mal helfen? Das kriege ich nun nach diesen fĂŒnf Tagen mit Nachtschichten nicht mehr geistig gewuchtet.
Video: parisoffice / Modepilot
Photo Credit: false

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