Ready-to-speak: tanorexic

Aus aktuellem Anlass muss ich hier kurz mal in Modejournalistins Rubrik "Ready-to-speak" eingreifen. Denn am Wochenende hat sich H&M entschuldigt für eine Kampagne mit "zuviel Bräune". Auf den aktuellen Bikini-Plakaten des schwedischen Vertikalen sieht man das Model Isabeli Fontana in einer Bräune, die einfach nicht mehr gesund aussieht. Nun kann das auch eine Bearbeitung via Photoshop sein und die Gute ist gar nicht so verbrannt. Aber wer weiß, vielleicht ist sie es wirklich, und dann werden die Stimmen zu Recht laut. Wer bitte bräunt sich denn heute noch so? Wer bitte benutzt heute noch Selbstbräuner? Wer geht noch ins Solarium? Wer bitte, hat immer noch nichts davon gehört, dass zuviel Bräune schädlich ist?
Also H&M hat sich entschuldigt und nun? Passiert wohl gar nichts, denn die können ja nicht die Kampagne wegschmeißen oder die Plakate von den weltweiten Wänden reißen. Sache ist aber, dass die Aufregung just in eine Zeit fällt, in dem eine verrückte Amerikanerin mit Spitznamen "Tanning Mom" sogar ihre kleine Tochters ins Solarium schickt, wie ich im Jetzt Online Magazin lesen durfte. In diesem Zusammenhang wurde die Wortschöpfung "tanorexic" erfunden und dieses Wort ist doch echt genial. Das muss man sich in seinen Beauty- und Fashion-Wortschaft aufnehmen. Die Huffington Post hat bereits andere Tanorexic-Damen auffindig gemacht. Und als Abschreckung gibt es von der Tanning Mom nun auch schon eine Puppe. Die Amerikaner machen wirklich aus allem ein Business – so daneben es auch ist.
Foto: H&M Kampagne Sommer 2012
Photo Credit: false

Kommentare

  • Touchkajal sagt:

    mir gefällt die Kampagne auch nicht. Aber weniger weil sie mir ungesund erscheint, sondern weil sie prollig ist.

    übrigens... für 80% der Hautalterung ist die Sonne verantwortlich.


    xoxo

    http://touchkajal.blogspot.com/


  • Pille sagt:

    Ich find die Kampagne ästhetisch schön, hab sie am WE am Frankfurter Hauptbahnhof gesehen... Ich kam gar nicht auf die Idee, die Bräune für echt zu halten. Da hat doch jemand offensichtlich geshoppt und das Ergebnis ist meines Erachtens eine farblich toll gestaltete Kampagne. Ich hab das für Kunst und nicht für ein Schönheitsideal gehalten. Und ich gehe mal davon aus, so ist das auch gemeint. In Deutschland darf man doch von halbwegs mündigen Bürgern ausgehen, oder?
    Ich könnte übrigens auch dem Gegenteil etwas Positives abgewinnen: die Darwinsche Auslese würde super funktionieren bei Leuten, die nicht kapieren können, dass zu viel Sonne schädlich ist... >:->
  • SabinaSabina sagt:

    Thema gut aufgegriffen....warum haben die kein Model genommen, dass eine dunkle Haut von Natur hat??? Aber ein Riesenapplaus fuer das Holz vor der Huette, die Baellchen sind sehr huebsch....

    Fuer stretstyle, Mode, Theater, (wirkliche Kunst), Cafes

    http://www.so-nur-in-frankfurt.blogspot.com


  • borderlinepatrol sagt:

    Als ich die Kampagne zum ersten Mal sah habe ich schlucken müssen. Ich finde sie nicht mal ästhetisch, jemand hat definitiv zu sehr mit Fotoshop gearbeitet.

    Zwar sieht man ja mit einer schönen (natürlichen) Bräune ein wenig schlanker aus, was durchaus von vielen erstrebenswert ist, v.a. wenn sie am Strand sind. Aber erstens ist Isabeli Fontana als VS-Model eh sehr dünn, und zweitens wirkt diese Bräune nur unnatürlich und ungesund.


    Schade, dass schon wieder so eine Kampagne überall zu sehen ist.
  • StephKat sagt:

    Das Bild fiel mir auch sofort auf, online am letzten WE beim diesjährigen Bikini-Kauf.
    Gemeine Kombination: Grenzwertige Solariumbräune (ob künstlich oder nicht) gepaart mit aus dem Oberteil quellenden Brüsten. Das erinnert mich an die fiesen Bilder von Bodybuilder-Contests. -
    Ich benutze Selbstbräuner nur noch für die Beine, da riecht man es nicht so. Alternativen gibt es dazu leider nicht. Mit weißen Beinen im Sommer rauszugehen finde ich für mich jedenfalls indiskutabel.
  • Kathrin sagt:

    tanning mom
  • Renate sagt:

    Ich finde diese Werbung schrecklich. Natürlich spielt uns die Werbung immer was vor, aber diese "perfekten" Körper sind einfach fürchterlich. Es spricht aus mir nicht der Neid aber es wäre so gut wenn einfach die Modelle etas näher an der Realität wären. Man weiß ja mittlerweile, dass H&M sehr oft nur virtuelle Modelle nimmt. Was für ein Mist ist das denn????????
  • Franzi sagt:

    Abgesehen, dass diese Kampagne einem ja doch sehr penetrant entgegenblick (das nur am Rande), dachte ja im ersten Moment, das Model sei dreckverschmiert 🙂

    H&M kann das besser!


  • tom sagt:

    Danke 'Pille'!! Sehe ich ganz genauso.
  • Tina sagt:

    Ich stimme Pille zu. Man sieht doch, dass es ein farblich verändertes Foto ist.
  • Alexandra sagt:

    Ganz ehrlich. Sie sieht aus wie bei Brathähnchen Deluxe. Einfach schrecklich. Ich arbeite im Store und muss das jeden Tag sehen. Einfach zu viel. Gab schon bessere Werbungen.
    Love A
  • Claus Bach | Weimar - Fotografie sagt:

    [...] sogleich macht ein neues Fremdwort die Runde: „Tanorexic“ heißt es und meint eben genau jene tödliche Bräune. Freilich zeigte sich H&M betroffen und [...]