Dior: die Gerüchteküche schwelt weiter

Da war ich gestern, wie schon geschrieben, im Showroom bei Dior und habe mir mal ganz genau diese wirklich schöne und harmonische Kollektion von Bill Gaytten angesehen.
Bill Gaytten, der in den letzten Saisons für meine Meinung zu sehr in den Archiven gewühlt hatte, habe mit seinen Retro-Looks Dior Umsatzhöhenflüge beschert, so hörte ich. Diors neuer, alter New Look verkaufte sich wie warme Semmeln. Und auch intern, in der Firma - so schwirrte es durch den Showroom - sind alle ganz begeistert von Gayten. Es herrsche beste Stimmung, wie nie zuvor.
Man kann sich also fragen, warum die bei Dior überhaupt einen neuen Designer suchen, wo doch Gaytten Geld in die Kassen spült. Aber die ex-rechte Hand von Galliano ist halt kein berühmter Name. Eben keiner, der Wow Rufe auslöst. So wie eben geschehen bei Yves Saint Laurent, die einen Superstar wie Hedi Slimane, den alle schon an die Kunst verloren sahen, zurück holt in die Mode. Und das zudem noch so überraschend. Niemand hatte damit gerechnet. DAS IST EIN WOW-Effekt. Dagegen wäre es nun einfach nur langweilig zu verkünden: Bill Gaytten macht nun den Job bei Dior für immer.
Aber weil YSL mit dieser Slimane-Personalie allen die Show stahl (sorry, liebe Jil Sander, aber Ihre Rückkehr-Pläne verstehe ich nicht wirklich), hat Dior NATÜRLICH diese Saison rein gar nichts verkündet. Wenn überhaupt was fest stehen sollte. Im Showroom wurde nun gemutmaßt, dass eine Ankündigung eh mehr Sinn machen würde zur Haute Couture Woche.  Das ist immer hin die schickste und edelste Kollektion im Hause. Bleibt die Frage, wer da kommen soll. Noch immer schwirrt der Name Raf Simons durch die Luft, aber immer häufiger hört man den Namen Maxime Simoens.
Der war gerade erst zu Leonard gekommen und angeblich hat man sich nach nur einer Kollektion auch schon wieder einvernehmlich getrennt. Simoens kommt aus der Haute Couture. Das spricht für ihn. Er ist jung. Und er wird gehypt. Ein enfant terrible ist er nicht. Und Bill Gaytten könnte bleiben und den jungen Kollegen einarbeiten. Klingt nach einem plausiblen Plan. Aber Simoens hat nicht den Glamour und den Ruf eines Hedi Slimane. Kurzum: Es bleibt weiter spannend und bis dahin, verkauft Dior diese wunderbaren Stücke, die Gaytten in diesem Winter abgeliefert hat.
In meinen Augen seine beste Kollektion, seit er Interimsdesigner ist.
Ich lenke das Augenmerk auf diesen Rock. Der Faltenrock ist rundherum aus Seide und die andersfarbige Seite links ist eine Lederschürze in Falten geworfen, die seitlich über den Seidenrock gebunden wird. Oder auch vorne, wie man eben mag.
Weniger stark als die Tagesmode, fand ich die Abendroben. Die waren mir wieder zu sehr typisch Retro.
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