Paris Trend: intime Präsentationen

Azzaro war nie wirklich auf dem Pariser Schauenplan, sondern immer nur eine intime Präsentationen. Doch in dieser Saison hört man nicht nur dort, sondern allerorten: "Wir machen in klein!" Das mag nun mit der Krise zusammenhängen oder damit, dass die Designerin mal wieder schwanger ist (Siehe Celine, die diesmal statt einer großen lieber mehrere Shows für 30 Leute veranstalten). Aufgrund dieser Entwicklung las ich irgendwo (weiß leider nicht mehr wo) die Frage, ob die Schauen überhaupt noch ihre Berechtigung haben. Nun wird die Frage angesichts steigenden Internet-Konsums und Web-Wichtigkeit fast jede Saison gestellt, aber es scheint nun, dass sich auch die Modehäuser diese Frage stellen. Eine schöne große Show kostet zwischen einer und drei Millionen, eine kleine gibt es oft schon ab 50000 Euro. Die Modehäuser haben dafür eigene Budgets, aber auch die werden jedes Jahr auf den Prüfstein gestellt. Doch mit welchen Folgen dezimiert man die Präsentation?
Wie so eine ganz kleine intime Sache aussehen kann, seht ihr hier in dem Azzaro-Mitschnitt von gestern abend. Der Film wackelt so, weil ich in der 4. Reihe und damit ganz hinten stand, es nur Barhocker statt echter Sitzplätze gab und vorne sich 4 Fotografen drängelten mit großen Köpfen. Kurzum: Ich musste das i-Phone in die Höhe halten bei geschätzten 30 Grad im Raum und kein Platz, den Wintermantel irgendwo abzulegen.
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Das sieht man nicht viel und es macht auch wenig Spaß, das anzugucken. Man kann sagen, was man will: Auf einem langen Catwalk, wo die Kleider wehen und die Haare wie die langen Beine fliegen, schaut einfach alles besser aus. Nichts kann das ersetzen. Nirgendswo kann man schönere Bilder machen, die Kollektion besser in Szene setzen. Klar, ist es von Vorteil, ein Re-See zu machen, damit man sich die Sachen auch von nahem ansehen kann, aber auf dem Bügel wirkt nichts so toll wie an einem schönen Model. Die Millionen für die Shows sind immer noch sehr gut angelegt und sie sollen bleiben und möglichst vielen offen stehen, denn sie lassen uns träumen und sie verzaubern uns in schöne Reich der Mode.
Ach ja:  A propos,  Azzaro hat eine neue Designerin, die man am Ende des Videos sieht: Mathilde Castello Branco, 39 Jahre alt (wow, die schaut aus wie 22!), französisch-brasilianischer Herkunft und 10 Jahre lang rechte Hand von Alber Elbaz bei Lanvin. Diese Kleider hätte ich eben auch alle gerne auf dem Laufsteg gesehen. Man erkennt ja kaum etwas.
Foto, Video; parisoffice
Photo Credit: false

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