Das große Haute Couture Resumée

Dieses Wochenende gehen ja schon wieder die Prêt-à-Porter-Schauen in New York los. Daher möchte ich noch die Haute Couture abschließen in einem Sammelpost.
Das Bild ganz oben ist sehr vielsagend. Denn es zeigt nicht nur die Arbeit, die hier geleistet wird, sondern im Hintergrund auch ihren Retter, Didier Grumbach (der Weißhaarige), seines Zeichens Chef des Chambre Syndicales de la Mode und de la Haute Couture. Durch seine Politik wurden die Haute Couture Regeln gelockert, der Neuzeit angepasst und Externen ermöglicht, als Gäste oder Jungeinsteiger dort teilzunehmen. Die Kleider stammen alle von Elie Saab, der seine Frauen mal wieder in Prinzessinnen verwandelte, über und über übersät mit Blüten in zarten Pastellen. So schön, dass ich hier mehr als ein Bild zeigen will.
Nun kommt Alexandre Vauthier, in meinen Augen direkt nach Stéphane Rolland der derzeit begabteste Haute Couture Designer. Noch vor den ganzen anderen bekannten Nasen und großen Firmen. Er bleibt seiner schlichten Linie treu, ohne auf wertvolle Details zu verzichten. Für mich einer der ganz Großen.
Kommen wir zum Neueinsteiger Alexis Mabille, der in meinen Augen beide Prêt-à-Porter-Linien einstellen sollte und nur noch Haute Couture machen sollte. Weder seine Frauenkollektion für diesen Sommer, noch die jüngst gezeigte Herrenkollektion konnten überzeugen, aber diese Haute Couture Kollektion hat was. Der Blickfang auf dem Kopf ist gerechtfertigt, er bleibt seinen Schleifenstil treu und zeigt diese damenhafte, elegante Abendbekleidung, die in meinen Augen besser ist als das, was Dior ablieferte.
Giorgio Armani  - wie immer. Mainland titelte kürzlich: "So Giorgio!" Ja, das kennen wir, das ändert sich nicht und ich bin weiterhin der Meinung, dass dieses Haus dringend eine Verjüngerung in der Art Direktion braucht, weil diese ewigen gleichen Kleider einfach nicht überzeugen wollen.
Kommen wir zum zweiten Neueinsteiger: Giambattista Valli. Also, da hätte ich mir mehr erwartet. Schön, nett, ja, das Ganz oben erinnert an ein Brautkleid von Yves Saint Laurent aus den Ende 60ern. Die Spitze ist sehr schön verarbeitet, aber umhauen tut mich das nun nicht. Da hätte er für sein Haute-Couture-Debut als Vollmitglied mehr wagen dürfen.
Valentino hat mir in der letzte Saison besser gefallen, auch wenn ich nun voll und ganz hinter der Arbeit des Designer-Duos stehe. Was ich aber bei denen immer wieder gut finde, ist, dass die Abendkleider mit langen Ärmeln machen. Erstens ist das vor allem im Alter schmückender und zweitens wärmt es. Mir ist immer kalt, selbst im Sommer.Die Kollektion war seeeeehr romantisch angehaucht. Prinzessinnen wie bei Elie Saab.
Dann das neue französische Wunderkind Maxime Simoens. Erst war ich nicht so überzeugt, dass der nun der Senkrechtstarter wird, wie er in Paris immer hingestellt wird. Aber die Haute Couture Linie ist gelungen. Modernd, weiblich, sexy und doch pur. Maxime ist noch sehr jung und dafür ist die Qualität seiner Arbeit hoch und beständig. Weiter so.
Ähnlich denke ich von der Kollektion von Didit Hediprasetyo. Der Designer mit dem unausprechlichen Namen war mir immer zu crazy und hat nun eine saubere, schöne und sexy Haute Couture Kollektion abgeliefert. Bitte in dieser Richtung weitermachen.
Kommen wir zu den ganz Neuen: Yiqing Yin. Die Schau habe ich lieder verpasst trotz Einladung. Und ich habe echt was verpasst, wie mir scheint. Das ist prima, gutes Debut, Hingucker, gute Models - ja, gefällt.
Gar nicht gefällt Eric Tibusch. Dieses Bild sagt alles. Da muss ich nicht weiterreden.
Kommen wir zum Alltime-Best Maison Martin Margiela Artisanal. Diesmal ging es um das Recycling von alten Bettüchern, Seilen, Knöpfen, Schnüren, Fahnen und Champagner-Verschlusskappen.
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Kommentare

  • katha sagt:

    schöne zusammenfassung, danke!
  • sylvie sagt:

    ein guter bericht! merci
  • SabinaSabina sagt:

    Danke für die Zusammenfassung, gute Idee. Hilfreich und schätzenswert! Besonders die Fotos am Anfang sind wirklich himmlisch, Armani Prive habe ich vermisst, obwohl etwas Mork-Vom_Ork haftes dabei war, waren die Entwürfe doch m.E. teilweise (!) Besonders.