Ratlosigkeit versus Provokanz - die neue Benetton Kampagne

Da schaut die Muslimin und fragt sich, was das soll. Benetton schaut auch und zwar zurück zu seinen 80er und 90er Kampagnen, die viel Wirbel verursachten und die mancherorts auch zu Umsatzrückgängen führten, und will mal wieder provozieren. Vorgestern wurde die neue Kampagne und die dazugehörige Stiftung vorgestellt, gestern wurde darüber viel geschrieben und heute frage ich Euch:

Micro-Mini-Bags: Hot or not?

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Solche Gesichter machten Journalisten bei der Pressekonferenz. Für alle, die von dem neuen Skandal-Werbezeugs von Benetton noch nichts mitgekriegt haben, hier Auszüge aus der Pressemitteilung (Die Rede von Allessandro Benetton, Exekutiv-Vizepräsident spare ich Euch).
Zum Kommunikationsprojekt UNHATE gehören koordinierte Initiativen und Events, die am 16. November in den wichtigsten Tageszeitungen, Zeitschriften und im Internet weltweit anlaufen werden. Zentrales Thema ist der Kuss - allgemein anerkanntes Symbol der Liebe - zwischen politischen und religiösen Führungspersönlichkeiten auf globaler Ebene: Barack Obama und der Chinesische Politiker Hu Jintao; Papst Benedikt XVI und Ahmed Mohamed el-Tayeb, Imam der Moschee Al-Azhar in Kairo (weltweit wichtigstes, gemäßigtes Islam-Forschungszentrum der Sunniten); der Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas und der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu. Es sind symbolische Bilder der Versöhnung - mit einem Hauch ironischer Hoffnung und konstruktiver Provokation - um ein Nachdenken darüber anzuregen, wie Politik, Religion, Gedanken, auch wenn sie unterschiedlich und entgegengesetzt sind, dennoch zu Dialog und Vermittlung führen müssen.
Die neue Kampagne, die Einrichtung der Stiftung und die weiteren Initiativen im Rahmen von UNHATE bestätigen den Wunsch von Benetton, eine treibende Kraft für den weltweiten Wunsch nach größerer Beteiligung und Veränderung bei allen Bürgern und insbesondere der Jugend zu sein, die eingeladen sind, vor allem über Internet, soziale Medien und sonstige digitale Anwendungen, aktive Protagonisten der Initiativen zu werden. Ein weiterer Vorwärtsschritt für die Benetton-Kommunikation, die im Namen einer „höheren“ und offenen Demokratie, ohne physische, politische, soziale oder ideologische Grenzen, auf Maßnahmen und die Aktion aller setzt. (...)
Ihr merkt schon in allen diesen, meinen Zeilen, was ich davon halte. Ich bin so ratlos wie die Journalisten da oben auf dem Bild. Ich war gestern bei CARE, der Hilfsorganisation, die wirklich helfen. Ich denke bei so was immer: Spart das Geld und auch den Aufwand für eine neue Stiftung und gebt das Ganze denen, die damit auch wirklich was Vernünftiges anfangen können. Den Profis eben.
Ach ja, und bringt mal Eure Strickanleitungen auf Jetzt-Zeit. Denn die 80er Schnitte mit den Bündchen überall will heute keiner mehr.
Fotos Benetton
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Kommentare

  • patricia.s sagt:

    Ich finde die Kampagne so fürchterlich altbacken. Wenn die sich wenigstens richtig küssen würden! So aber ist's nur Photoshop.
  • Paula sagt:

    Ich denke man sollte die Kampagne nicht zu ernst nehmen. Sie haben es immerhin geschafft, dass man über sie redet. Auch wenn sie wahrscheinlich langfristig nicht viel damit bewegen werden, setzen sie sich doch immer wieder für Konfliktthemen ein und das ist mehr als man von anderen sagen kann. Aber es stimmt natürlich, dass sie sich mit ihren Ideen vielleicht erst mal auf die Mode konzentrieren sollten. Da ist Bedarf.. 🙂
  • Lin sagt:

    Den Chavez und Obama Kuss finde ich recht lustig. Was fehlt ist was aus dem Pop-Bereich, so z.B. Marilyn Manson und der Papst oder Tupac und B.I.G 🙂