Modepilot testet: Armani Regenessence

Es sind in den vergangenen und werden noch in den kommenden Monaten einige ganz hoch-technologische neue Gesichtspflege-Cremes und Fluids auf den Markt gekommen. Zwei davon habe ich bereits getestet, ein drittes ist gerade im Test, aber das kommt auch erst im März. Aus unserer Rubrik Modepilot-testet wird daher eine kleine Skincare-Reihe und ich beginne mit Armanis neuer Wunderwaffe Regenessence. Erster Eindruck: Der Name ist ein Zungenbrecher, dann aber geht es positiv weiter. Die leicht perlmutt-scheinende Verpackung ist gelungen, die Formen sind Handschmeichler, das Ganze kommt sehr wertig daher. Auch der angeneheme Duft überzeugt. Am Anfang wirkt die Parfürmierung der Creme etwas stark, aber der Duft verflüchtet sich schnell. So, das sind die Ersteindrücke, danach wird es nun wissenschaftlicher, denn die neue Creme benutzt neueste Erkenntnisse aus der Hautforschung.
Véronique Guillou, Direktorin des Armani-Beauty-Labors: „Es geht vor allem um die Haut-Textur. Deswegen haben wir erstmalig Erkenntnisse aus der Regenerativen Medizin in die Kosmetik übertragen.“ Bei der Wissenschaft der Geweberegenerierung hilft sich die Haut bei Verletzungen selbst, in dem sie ein neues, perfektes Gewebe erstellt. Dieser Selbstheilungsprozess funktioniert bei Kindern hervorragend, nimmt aber im Alter ab. „Bereits ab 25 Jahren funktioniert dieses System weniger gut. Auch die Kommunikation zwischen den einzelnen Haut-Bausteinen nimmt ab. Die Zellen werden bildlich gesprochen schwerhörig.“ Genau an diesen Problemen setzt das Regenessence-Wirkstoff-Trio an: Vitamin C verfügt über die Fähigkeit, die Fibroplasten-Kontraktion anzuregen. Das wirkt sich positiv auf Kollagen aus. Leinsamenextrakt regt das Wachstum der Keratinozyten-Bildung an, die für die Zellkommunikation zuständig sind. Der dritte Wirkstoff, Proxylane, nimmt Einfluss auf die extrazelluläre Matrix, die sich in der tiefer gelegenen Dermis befindet. Die Wissenschaftlerin: „Dieser Wirkstoff ist besonders wichtig, weil eine gute Dermis das A und O schöner Haut ist. Deshalb haben wir die sehr hohe Dosis von 10% Proxylane verwendet. Unser Ziel ist, maximale Pflegeergebnisse zu erzielen.“
Ziel ist eine - wie sie Giorgio Armani nennt - „red carpet skin“. Auf dem roten Teppich tragen Stars die perfekte Haut zur Schau. Eine mit feinen Poren, dicht, glatt und strahlend. Bekommen soll man die mittels dreier Pflegeprodukte: ein Serum, eine Creme und eine Augenpflege. Véronique Gullion: „Ich empfehle, immer zu erst das Serum aufzutragen, weil es die Penetration der Wirkstoffe fördert und reich an Aktiven ist.“
So, das habe ich nun getan. Solange bis alles alle war. Grundsätzlich ist das Serum das beste der drei Produkte: es zieht schnell ein, riecht gut, hinterlässt ein erfrischendes Gefühl auf der Haut. Kommen wir zur Augenpflege - hier sorgt ein metallener Spender an der Tube, dass die Creme mit einem wunderbar kühlenden Gefühl auf die Augenpartie aufgetragen werden kann. Dann die Creme: Riecht gut, zieht schnell ein und - naja - hinterlässt dann Schlieren auf der Haut, die sich nur mit starken Reiben entfernen lassen. Das schaut aus wie Zahnpasta-Spuren - sehr unschön. Nun kann das damit zusammenhängen, dass die Dosis des Wirkstoffs sehr hoch ist, aber dann hätten sie noch mal an der Formel arbeiten müssen. Vor allem bei diesem Preis.
Kommen wir zum Resultat: Tja, hier folgte bei mir die große Enttäuschung. Es wirkt kaum -bei mir jedenfalls. Meine beste Textzone war eine kleine, menstruations-bedingte Pickel-Epidemie an meiner Mundpartie. Ich bekomme diese Pickel jeden Monat und kann daran sehr gut feststellen, wie was wirkt. Mit der schicken Armani-Creme war ich leider gezwungen einen gesamten Monat und länger mit dieser Pickel-Epidemie rumzulaufen, die täglich größer wurde und weiter aufblühte. Von Selbst-Regeneration der Haut kann hier leider keine Rede sein. Auch meine Falten wurden nun nicht weniger, nur die Poren wurden verfeinert. Nun kann es sein, dass diese Creme einfach bei mir nicht wirkt, aber grundsätzlich war ich wirklich enttäuscht, denn ich glaube stark, an diese neuen Forschungen in der Haut- und Zell-Wissenschaft.
Fazit meiner Seite: Wer die Produkte ausprobieren will, soll sich auf das Serum beschränken.
Preise:
Serum, 30 ml: 95 Euro
Creme, 50 ml: 85 Euro
Augenpflege, 15 ml: 60 Euro
Fotos: PR
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