Lese-Tipp: Stylische Demonstranten in stern.de

Mode in deutschen Medien ist ja so ein echtes mediales Sorgenkind. Man kann sich immer nur wieder wundern, was jenseits der normalen Frauenzeitschriften und Mode-Spezialblätter  veröffentlicht wird. Heute stelle ich mal stern.de an den Pranger, mit dieser völlig an den Haaren herbeigezogenen Geschichte über das Styling New Yorker Demonstranten. Man lese bitte alle Bildunterschriften und lasse sich diese auf der Zunge zergehen. Gerade der Stern sollte doch eigentlich gut recherchieren. Wieder einmal muss ich deutlich darauf hinweisen, dass nicht jeder Hans Dampf oder soll ich in diesem Fall sagen Polit-oder Wirtschaftsredakteur, die immer gerne immer gerne auf uns Modejournalisten runterschauen, über Mode schreiben sollte. Auch hier wäre Fachkenntnis besser.
Foto: Screenshot stern.de
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Kommentare

  • JĂ©rĂ´me sagt:

    Paris, das gleiche Thema ĂĽber den Style New Yorker Demonstranten war am WE in der WAMS. Habe den Zusammenhang auch nicht verstanden.

    Die deutsche Grazia hat sich auch den Demos gewidmet. Jedoch hat man sich dort dem Wichtigsten gewidmet, nämlich dem eigentlichen Beweggrund der 99%.


  • Corinna sagt:

    Danke PO, was fĂĽr ein unterirdischer Artikel. So einen Quatsch hab ich schon lange nicht mehr gelesen.
  • Daisydora sagt:

    Als Modeberichterstattung taugt das Ergebnis sicher nicht, da stimme ich dir gerne zu ....
    ... aber es geht ja möglicherweise um die Ambivalenz der Demonstranten und darum, dass der Protest wogegen auch immer, früher weniger modisch war, weil sich das mit Gesellschafts- und sonstiger Kritik einfach nicht vertrug. Als Thema finde ich das aber schon originell und hätte die Idee gerne selbst gehabt.
    Findest du auch die Idee doof oder nur das Handwerkliche schlecht gemacht?
  • JĂ©rĂ´me sagt:

    @daisy:

    normalerweise bin ich ein fan von modewissenschaftlichen themen. in diesem fall, denke ich, hätte man das thema "style" weglassen sollen. ich glaube, man muss in den usa leben, um nachvollziehen zu können, wie es ist, kein geld für eine chemo oder eine wurzelbehandlung zu haben. oder wie es sich anfühlen muss, wenn du eine unterirdische summe in deine ausbildung steckst und der arbeitsmarkt schlecht ist. so blöd es sich anhört, aber uns geht es in deutschland so gut, dass menschen dinge bemängeln, die völlig abstrus sind. (diesen satz nur, weil hierzulande ja gerade ähnliche gruppierungen aufkommen.)

    desweiteren bin ich der ansicht, man sollte auf das hören, was die menschen da schreiben, sagen, kritisieren und vor allem sollte man mit ihnen sprechen... und dann insbesondere themen vermeiden, wie interessant ein gürtel auf brusthöhe aussieht, ob stern-motive als tattoos angesagt sind oder wie toll eine fellweste aussieht.

    ich denke auch nicht (erstrecht von dir, weil ich deine beiträge sehr schätze), dass du das jetzt so meintest, aber bzgl. deiner eigentlichen frage: ich finde die idee und das handwerklich doof.


    ich bin gespannt, was parisoffice dazu meint.
  • kelleroffice sagt:

    mode kann man ĂĽberall und in alle segmenten betrachten, aber ich finde das in der fall mode banalisiert das ganzes ding-(demonstrationen).
  • aficionada sagt:

    Die Kommentare zu den Bildern sind einfach nur strunzdumm. Und das tut weh!
  • Barbara Markert sagt:

    Ich verstehe das ganze Thema nicht mal: Die Leute sind doch ganz normal angezogen. Da sind nun doch keine Louis Vuitton Taschen zu sehen. Bei einem Typen mit 08/15 Sweater und Jeans schreiben die was von Designerklamotten. He? Wo denn? Ich sehe keine.

    Gerne darf Stern.de über die Demo berichten, aber was soll denn dieser Mode-Dreh. Es geht doch darum, dass es derzeit wieder Jugendbewegungen naja Jugend, also solche Demos gibt. Die gab es in Spanien, in Greichenland, hier auch in Frankreich und natürlich vor allem in den arabischen Ländern. Da hat doch auch keiner darübergeschrieben, was die da in Kairo anhatten. Nur weil es New York ist, wird versucht, das stylisch hinzudrehen. Mir unverständlich.


  • aficionada sagt:

    @parisoffice: "stylish hindrehen" fände ich ja noch akzeptabel. Ich empfinde da jedoch so einen Unterton, den ich perfide finde.
  • Daisydora sagt:

    @JĂ©rĂ´me
    Ich verstehe nun, so glaube ich wenigstens. Es geht bei der Kritik um die Trivialisierung des ernstennThemas und die schlechte Machart. Dem kann ich natürlich schon folgen. Das Wort stylish ist ja an sich schon etwas unglücklich und in diesem Zusammenhang in doppelter Hinsicht unpassend. Ich hatte das so interpretiert, dass der Stern dort ansetzen wollte, dass es augenfällig keine Menschen vom Rand der Gesellschaft sind, die da demonstrieren, sondern solche, die normalerweise erfolgreich vor sich hin leben können sollten ... aber so haut das nicht hin. Da müsste man schon einen langen und gut gemachten Artikel dazu schreiben, um sich meinem Wunschdenken anzunähern.
    @parisoffice
    Besonders auffallende und modische Klamotten sind das nicht und die Credits sind a doof und b zu dürr, um irgendetwas auszusagen, wenn der Autor das denn hinbekäme. Dein Argument mit den Demonstranten in anderen Ländern sitzt; dann war das wohl wirklich ein schnelles Fundstück, aus dem man was Neues zusammen tackern wollte. Hätte man das mit den Hintergründen der Menschen verknüpft, die da heute wieder so weit sind, auf die Straße zu gehen, könnte man auch einen guten Artikel draus machen. Ich vermutete, weiß es aber nicht, dass der Autor das Stereotyp früherer Demonstranten, die allerdings auch nicht immer in Sack und Asche rumliefen, konterkarieren wollte. Hat nicht funktioniert
    Ich danke euch für den Erkenntnis gewinn und Denkanstoss 🙂