Talbot Runhof: alles richtig gemacht

Ich wage mich mal weit aus dem Fenster mit einer Vorhersage: In meinen Augen gab  diese Sommerkollektion von Talbot Runhof den Ausschlag, in Paris angekommen zu sein. Das Designer-Duo aus Deutschland hat alles richtig gemacht: Bessere Location (Hotel Westin) und kein Schauentermin mehr um 9.30 Uhr morgens. Nein, Talbot Runhof zeigte gleich nach Louis Vuitton Alle Achtung. Wie sie den Platz wohl bekommen haben? Egal. Man merkte es am Fotografen-Podium, dass diese Schau nun wichtiger genommen wird. Als ich kam, gab es keinen Platz mehr. Sonst war ich immer zu spät und stand dennoch in der Mitte.
Doch ich gehe weiter in meiner Liste der Pluspunkte: Also. bessere Location, bessere Zeit, besserer Musikmix und bessere Models. Mädels wie Diana Moldovan laufen auch bei den ganz großen Schauen.
Dann hatte Talbot Runhof kapiert, dass sex sells. Und vor allem immer wieder gerne fotografiert wird. Also her mit den durchsichtigen Blusen ohne Dessous darunter.
Auffällige Schuhwerk wird ebenso gerne fotografiert. Hier mein Tipp für die Zukunft: Noch ein bisschen mehr variieren. Auf dem Catwalk gab es nur 3 verschiedene Modelle zu sehen.
Kommen wir zur Kollektion:  Das sind die Inspirationen. Ich zitiere aus dem Pressetext:
after this spring’s premiere of bellini’s „capuleti e i montecchi“ at the munich opera, we had the opportunity to chat with the costume designer, mr christian lacroix.  he reflected on his career in fashion and in particular his last collection for patou which was coincidentally going up for auction at drouot’s the very next day.  it was always one of our favorite collections, then presented in this very salon imperial.   we actually flew to Paris the next day for a viewing just before the hammer hit the auction block.  all of this left us thinking about the beginning of our careers in the early nineties, a time when we all were heavily influenced by lacroix. our fevered brains were suddenly filled with visions of polka dots, silk chantilly, cotton guipure, the seemingly random bow on the hem of a skirt, the dissonance of a chartreuse green shoe, blacks and whites, vichy faille, a heavy rich silky satin duchesse, a crisp silk organza, embroidered crosses on the backs of jackets, dotted shantung, lemarié flowers, straw hats,…  translating these elements into a “gnossienne” of modern shapes, loose silhouettes and our personal passion for the colors of the south and the fabrics from taroni. hope you enjoy the show. johnny talbot & adrian runhof, paris, october 5, 2011.
Gute und gewagte Materialmixe und Knallfarben. Das sind Showstücke, die man in Paris zeigen muss. Mesh-Stoffe, also Netz, zu Spitze oder Grobleinen zu Blumenaccessoires. Genau so was braucht man, um aufzufallen.  Und später in die Modehefte zu kommen.
Und weniger Abendkleider, sondern Tagesmode - auch das ist genau die richtige Richtung.
Schöne Rückendetails sichern zusätzlich veröffentlichte Bilder. Dazwischen streute Talbot Runhof seine bekannte Anlassmode und am Ende stand dieses Modell auf dem Laufsteg: einfach und schlicht mit einem Twist auf der Rückseite. Genauso muss man es machen.
Fotos: PR und parisoffice / Modepilot
Photo Credit: false

Kommentare

  • Art Falter sagt:

    We live in Rochester, New York and I was owner of the 1938 Vogue book you are purchasing via Lynne on Ebay. My aunt won Vogue's "Prix de Paris" contest in that year I think and she (now deceased) passed it on to me. My wife and I are delighted it's going to someone in the fashion world . Your web pictures are outstanding!

    If you would like a copy of the Detroit, Michigan article about her winning with picture of her let me know your address and I,ll mail it. Yours, Art.