Galliano ohne Galliano: nicht das Wahre

Bill Gaytten, einst die rechte Hand von Galliano und nach seinem Rausschmiss Interims-Chefdesigner, musste nicht nur Dior stemmen, sondern auch die John Galliano Linie. Die Doppelbelastung ist nicht einfach und alles bösen Zungen, die jahrelang behauptet haben, dass Galliano sowieso gar nichts mehr mache und nur am Ende ein bisschen drĂŒber gucke, können nun ganz schnell verstummen.
Die Handschrift des Meisters fehlt und zwar gehörig. Das ist unĂŒbersehbar. Galliano fĂŒr den Sommer 2012 ist nicht wirklich Galliano, dafĂŒr ein bisschen Dior, aber eben auch nicht wirklich. Das Delikate ist weg, das Ganze wirkt irgendwie ein bisschen wie versucht und nicht gelungen.
Ich kann nur immer wieder wiederholen: LVMH, lasst die christliche Tugend der Verzeihung walten und verkauft dem Guten wenigstens sein eigenes Label zurĂŒck, damit er in seinem Namen weitermachen kann. Denn so wird die Marke gerade verbrannt.
Das letze Lingerie-Abendkleid ist ein bisschen ein Rettungsversuch. Aber nur kopiert ist eben nicht neu erfunden.
Fotos: PR
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